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Frankfurt: Chef der Wirtschaftsförderung geht

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Von: Christoph Manus

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Oliver Schwebel kam 2010 zur Wirtschaftsförderung Frankfurt. Im Jahr 2015 wurde er Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft.
Oliver Schwebel kam 2010 zur Wirtschaftsförderung Frankfurt. Im Jahr 2015 wurde er Geschäftsführer der städtischen Gesellschaft. © Oeser

Oliver Schwebel hatte am Freitag seinen letzten Arbeitstag als Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Frankfurt. Sein Weggang wirft Fragen auf. Doch die Stadt spart mit Antworten.

Die Wirtschaftsförderung Frankfurt steht plötzlich ohne Geschäftsführer da. Oliver Schwebel, der seit 2015 an der Spitze der städtischen Gesellschaft mit etwa 50 Beschäftigten stand, scheidet überraschend zum Jahresende aus. Am Freitag hatte der gelernte Bankkaufmann bereits seinen letzten Arbeitstag. Kommissarisch übernimmt nun zunächst Prokurist Ansgar Roese die Geschäfte.

Wieso genau Schwebel nicht länger an der Spitze der städtischen Wirtschaftsförderung stehen wird, blieb am Montag weitgehend offen. Er könne und wolle dazu nichts sagen, sagte der 53-Jährige am Morgen auf Anfrage der Frankfurter Rundschau lediglich. Und verwies auf eine gemeinsame Erklärung, die geplant sei.

Wirtschaftsdezernentin Wüst will sich auf die Suche nach einer Nachfolge konzentrieren

Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP), die dem Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderung vorsteht, äußerte sich am Montag ebenfalls nur auf Anfrage – und das nicht viel ausführlicher als Schwebel. Auch sie verwies auf ein Statement. Dieses werde „zeitnah“ verschickt. Im Gespräch mit der FR sagte Wüst lediglich, Schwebel wolle sich „neuen Aufgaben widmen“. Näher wollte sie sich auch auf Nachfragen nicht äußern. Sie konzentriere sich jetzt darauf, eine Nachfolge für Schwebel zu finden und wünsche diesem alles Gute, sagte Wüst.

Worte des Bedauerns über das Ende der Zusammenarbeit fielen in dem Gespräch nicht. Auch Lob äußerte die Stadträtin, die das Wirtschaftsdezernat im Herbst vergangenen Jahres von Markus Frank (CDU) übernahm, nicht.

CDU im Frankfurter Römer zeigt sich betroffen über Schwebels Ausscheiden

Die wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU im Römer, Christiane Loizides, zeigt sich sehr betroffen über den Weggang Schwebels, der auch sie überrascht habe. „Es ist sehr bedauerlich, dass er offenbar keine Perspektive mehr bei der Wirtschaftsförderung sieht“, sagte die Stadtverordnete am Montag im Gespräch mit der FR. Die Wirtschaftsförderung sei der Motor der städtischen Wirtschaftspolitik, Schwebel sei ihr Ideengeber gewesen.

Auf Facebook nennt sie ihn einen „Vollblutwirtschaftsförderer“, „immer sachlich und faktisch voll informiert, ein Kenner der Materie“. Loizides will die Personalie in der nächsten Sitzung des städtischen Wirtschaftsausschusses zum Thema machen und von Wüst Antworten einfordern.

Linke im Frankfurter Römer vermisst Kontinuität in Krisenzeiten

Die Personalie komme zur Unzeit, sagt Michael Müller, Fraktionschef der Linken im Römer. Gerade in einer Zeit, in der es der Wirtschaft in Frankfurt schlecht gehe, brauche es Kontinuität. Wüst müsse nun endlich Akzente setzen, forderte Müller.

Schwebel war 2010 nach Stationen bei der BFG, der DZ-Bank und dem Versuch, für die CDU Kronberger Bürgermeister zu werden, zur Wirtschaftsförderung gekommen. Er galt als Nachfolger des damaligen Chefs Peter Kania. Aber zunächst wurde Anja Obermann mit den Geschäften betraut. Als diese nach 1,5 Jahren zurück nach Rheinhessen ging, war der Weg frei.

Siehe auch den FR-Kommentar: „Zu wenig Transparenz“

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