Das Kettenkarussell sollte sich zukünftig an vielen Orten in Frankfurt drehen, wenn es nach der CDU ginge.
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Das Kettenkarussell sollte sich zukünftig an vielen Orten in Frankfurt drehen, wenn es nach der CDU ginge.

Frankfurt

Kein Karussell auf dem Schlossplatz: Stadt Frankfurt lehnt Idee zur Unterstützung für Schausteller ab

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Die CDU macht sich Gedanken um die Zukunft der Schausteller und schlägt vor, Kettenkarussell und Co. in den Stadtteilen aufzustellen. Doch die Stadt Frankfurt wiegelt ab.

  • Fahrgeschäfte und Verkaufstände sollen an verschiedenen Plätzen in Frankfurt präsent sein.
  • Die CDU im Ortbeirat 6 will damit die Schausteller unterstützen.
  • Die Corona-Vorschriften und die Stadt Frankfurt erschweren das Vorhaben allerdings.

Frankfurt – Ein Kettenkarussell auf dem Höchster Schlossplatz, ein Stand mit gebrannten Mandeln auf dem Marktplatz in Unterliederbach oder eine Bude mit heißen Maronen auf dem Sossenheimer Kerbeplatz. Geht es nach der CDU im Ortsbeirat 6, könnten in naher Zukunft an verschiedenen Plätzen im Frankfurter Westen Schausteller kleinere Fahrgeschäfte und Verkaufsstände aufstellen. Die Fraktion will den Magistrat bitten, die Beschicker auf der Suche nach geeigneten Flächen zu unterstützen. Über die Vorlage wird in der Sitzung des Stadtteilgremiums am 15. September beraten.

Frankfurter Schausteller verdienen eine Chance auf wirtschaftliches Überleben

Durch die Corona-Pandemie hätten die Schausteller schwere Einbußen hinnehmen müssen, begründet Antragstellerin Susanne Serke ihren Vorstoß. „Bereits seit Dezember 2019 konnten sie keine Umsätze mehr erzielen.“ Eine Chance des wirtschaftlichen Überlebens sei, Fahrgeschäfte und Buden in den Stadtteilen aufzustellen – unter Beachtung der Corona-Richtlinien. In München, Darmstadt, Nürnberg und weiteren Orten werde die Idee zur Unterstützung der Schausteller bereits praktiziert.

In Frankfurt wäre die Idee gut umsetzbar

Denkbar sei dies in Höchst etwa am Schlossplatz, auf der Königsteiner Straße und am Mainufer, heißt es in der Vorlage. Auch der Kerbeplatz in Sossenheim und der Marktplatz in Unterliederbach soll nach Ansicht der CDU als Standort geprüft werden. Zudem könnte den Schaustellern bei Märkten und Veranstaltungen im Freien die Möglichkeit angeboten werden, mit einem Verkaufsstand teilzunehmen.

Bestehende Märkte dürften dadurch allerdings nicht eingeschränkt werden. „Wenn wir nächstes Jahr noch Kirmes, Kerb und Wäldchestag feiern wollen, müssen wir unseren Schaustellern jetzt helfen“, so Serke, „zügig und unbürokratisch.“

Corona und die Stadt Frankfurt erschweren die Umsetzung

Das sieht auch Kurt Stroscher von der Tourismus und Congress GmbH so. Dass die Schausteller dafür jedoch mit ihren Fahrgeschäften in die Stadtteile fahren, sei nicht realistisch. „Die brauchen ausreichende Gewinnaussichten und Umsätze.“ Das könne etwa der Griesheimer Kirchplatz oder eine Fläche in Sossenheim nicht bieten. „Das ergibt nur Sinn in der Innenstadt.“

Zudem müssten die Betreiber zunächst ihr Geschäft wieder hochfahren. Die meisten hätten derzeit keine Saisonarbeiter, die das Fahrgeschäft betreuten, Zugmaschinen und Berufsgenossenschaften seien abgemeldet. All das für ein kleines Fest zu aktivieren, sei aufwendig. Denn größere Feste dürfte es schließlich derzeit nicht geben, so Stroscher. Das würden die Corona-Vorschriften verbieten.

Die Stadt habe wegen der Pandemie bereits mit dem Schaustellerverband über eine innerstädtische Lösung gesprochen. Doch da in Frankfurt nicht alle berücksichtigt werden könnten, sei es aufgegeben worden, so Stroscher: „Es hieß ,Alle oder keiner’.“ In der Mainmetropole sei es schwierig, geeignete Plätze zu finden. Anders als in München etwa fehlten große Plätze, „und unter vielen Arealen gibt es ein Parkhaus oder verläuft eine U-Bahn“. Für großes Fahrgeschäft seien sie nicht ausreichend belastbar.

Gibt es auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt eine Chance für Karussell und Co. ?

Für die Branche sei die derzeitige Situation ein Desaster. Und ohne die Traditionsunternehmen könne es schließlich künftig keine Feste mehr geben. Wann wieder gefeiert werden kann, sei offen, sagt Stroscher. Die Herbst-Dippemess sei gestrichen. Derzeit werde geschaut, ob es den Frankfurter Weihnachtsmarkt in einer anderen Form geben könne. Sicher sei nur, dass vor dem Römer ein Baum aufgestellt werde, den er bereits organisiert habe. „Notfalls auch ohne Weihnachtsmarkt.“

Der Ortsbeirat 6 tagt am Dienstag, 15. September, um 17 Uhr voraussichtlich im Saalbau Nied, Heinrich-Stahl-Straße 3. Coronabedingt ist der Platz begrenzt, Besucher werden gebeten, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen.

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