Im Januar gab es zehn Flüge zwischen 23 Uhr und Mitternacht.
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Im Januar gab es zehn Flüge zwischen 23 Uhr und Mitternacht.

Flughafen

Frankfurt: Bußgeldverfahren gegen drei Airlines

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Die Fluggesellschaften sollen keine Vorsorge gegen nächtliche Verspätungslandungen getroffen haben. Im Januar gab es zehn Flüge zwischen 23 Uhr und Mitternacht.

Die Untersuchungen zu den häufigen Verspätungslandungen im Sommer 2018 am Frankfurter Flughafen sind offenkundig abgeschlossen. Am Ende stehen drei Airlines in Verdacht, das Nachtflugverbot bewusst auf die leichte Schulter genommen zu haben. Ihnen werde vorgeworfen, bei der Flugplanung „keine ausreichende Vorsorge gegen typischerweise während des Flugverlaufs auftretende Verzögerungen getroffen zu haben“, teilte das Verkehrsministerium mit.

Konkret geht es demnach um sieben Flugverbindungen der Fluggesellschaften Condor, Laudamotion und Ryanair nach Frankfurt. „Gegen die Airlines und die betroffenen Piloten wurden vom Regierungspräsidium Darmstadt im Sommer 2018 Bußgeldverfahren eingeleitet“, berichtet das Ministerium. Über den aktuellen Stand will Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am kommenden Dienstag die Presse informieren. Mit dabei: Fluglärmbeauftragte Regine Barth, der Referatsleiter für Luftaufsicht, Jörg Egerter, sowie Thomas Plich, Dezernatsleiter für Luft- und Güterkraftverkehr sowie Lärmschutz beim Regierungspräsidium (RP).

In Frankfurt gilt ein Nachtflugverbot von 23 bis 5 Uhr mit Ausnahmen: Zwischen 23 und 24 Uhr sind Starts nach Einzelgenehmigungen erlaubt und, auf das ganze Jahr gerechnet, bis zu 7,5 Landungen täglich. Bedingung: Die Verspätungen ergeben sich nicht aus den Flugplänen.

Das Verkehrsministerium hatte über das RP Darmstadt Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Insgesamt waren es rund 162 Bußgeldverfahren gegen Piloten und weitere drei gegen Fluggesellschaften wegen regelmäßiger verspäteter Landungen einer bestimmten Flugnummer.

2017 war öffentlich geworden, dass die Ausnahme vom Nachtflugverbot immer häufiger zur Regel wurde. Allein im September gab es damals 195 Landungen nach 23 Uhr. Vor allem Maschinen von Ryanair, aber auch von Condor überschritten das Zeitlimit. Im Juni des folgenden Jahres stiegen die Zahlen auf 203 verspätete Landungen und 138 Starts nach 23 Uhr. Das Verkehrsministerium schaltete das Regierungspräsidium ein.

Die Proteste und das offiziellen Vorgehen gegen die Airlines haben offenbar gefruchtet. Im vorigen Jahr starteten 432 Maschinen zwischen 23 und Mitternacht, im Jahr davor waren es 496. Bei den Landungen lag die Zahl bei 602 Flugzeugen gegenüber 1054 im Jahr zuvor.

Für den Januar dieses Jahres verzeichnet die Statistik des Ministeriums neun Landungen und einen Start nach 23 Uhr.

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