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Frankfurt: Bus-Betriebshof soll 2024 umziehen

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Die städtische Busgesellschaft ICB soll mit ihren rund 140 Bussen umziehen. Am bisherigen Betriebshof am Römerhof sind rund 2000 Wohnungen geplant.

Es ist, also würde ein kleines Gewerbegebiet umziehen. Bis 2024 will die Wohnungsgesellschaft ABG Holding für die städtische Busgesellschaft ICB (In-der-City-Bus) einen neuen Betriebshof errichten. Wie Frank Junker, Geschäftsführer der ABG ausführte, sollen auf dem ICB-Areal am Römerhof und darüber hinaus 2000 Wohnungen entstehen. Die Stadt bereite einen Bebauungsplan vor. Ab 2021 oder 2022 werde gebaut.

Als Ausgleich dafür, dass die ICB den Standort verlassen muss, baut die ABG den neuen Betriebshof. Wo genau, ist intern bekannt, aber nicht öffentlich. „Die Entscheidung ist getroffen, wir teilen sie in drei Wochen mit“, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD).

Im Gespräch war zuletzt ein Standort an der Gaugrafenstraße in Rödelheim. Das sei aber nicht mehr aktuell, so Junker. Zu den Baukosten für den Betriebshof machte er keine Angaben. Das hänge davon ab, wie der Betriebshof ausgestattet sein soll.

Am 9. Mai 1959 wurde der Bus-Betriebshof am Römerhof eröffnet. Die Kosten lagen bei 5,3 Millionen DM. Auf dem 3,8 Hektar großen Areal steht eine Anlage mit mehreren Gebäuden. Sie haben 8500 Quadratmeter Fläche. Dazu zählten drei Abstellhallen, eine Reparaturhalle, eine Wasch- und Revisionshalle. Diese ist mit Gruben, Bremsenprüfstand, Waschanlage, Hebestand ausgerüstet. Außerdem gibt es Büros und Aufenthaltsräume. In vier unterirdischen Tanks können bis zu 200 000 Liter Diesel lagern. 72 Busse können über Nacht in den Hallen parken, weitere im Freien. Das Areal ist im Besitz des St. Katharinen- und Weißfrauenstifts. Die ICB nutzt es in Erbpacht.

Was früher modern war, hat heute antiquarischen Charme, wie der Einsatzplan, der mit Tafeln anzeigt, welche Busse gerade fahren. Auch die Anforderungen für Brandschutz, Beleuchtung, Belüftung, Beheizung haben sich im Laufe der Jahrzehnte gewandelt. Der neue Betriebshof muss viele Voraussetzungen erfüllen. Neben Hallen und Betriebstechnik sollte er zentral gelegen sein, damit die ICB ihre 140 Busse schnell auf der Strecke bringen kann. Die ICB betreibt derzeit zwei Linienbündel in der Innenstadt und den östlichen Stadtteilen. Pro Tag fahren die Busse 19 000 Kilometer. Ab 2020 kommt ein drittes Bündel hinzu.

Auch stellt sich die ICB von Diesel auf regenerative Energien um. Fünf Elektrobusse, die auf der Linie 75 fahren, werden Ende 2020 um elf Elektrobusse ergänzt. Die Ladeinfrastruktur will die ICB beim Umzug mitnehmen. Für die 22 Brennstoffzellenbusse, die die ICB bestellen will, und die ab 2021/2022 fahren sollen, ist eine Wasserstofftankstelle nötig. Auch diese soll am neuen Standort entstehen.

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