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Frankfurt: Büromieten bleiben hoch

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Von: Christoph Manus

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Büros in den Frankfurter Hochhäusern bleiben durchaus begehrt und sehr teuer.
Büros in den Frankfurter Hochhäusern bleiben durchaus begehrt und sehr teuer. © dpa

Noch sind Büroflächen in Frankfurt trotz der Krisen gesucht. Doch die Stimmung trübt sich ein. Maklerhäuser rechnen bereits mit steigendem Leerstand. Teuer bleiben Büros trotzdem.

Trotz aller Krisen und Unsicherheiten ist die Nachfrage nach Büros in Frankfurt bislang nicht eingebrochen. Nach Zahlen von Maklerhäusern ist in den vergangenen neun Monaten zumindest mehr Bürofläche als im Vorjahreszeitraum vermietet worden. Der Flächenumsatz liegt allerdings unter dem Zehn-Jahres-Schnitt. Und die Stimmung trübt sich angesichts der erwarteten Rezession deutlich ein.

Für den größten Abschluss im dritten Quartal – und im bisherigen Jahr – sorgte die Privatbank Oddo BHF, die sich nach Zahlen des Maklerhauses Nai Apollo 18 600 Quadratmeter Bürofläche im Gebäude Gallusanlage 8 im Bankenviertel sicherte, das einst als Vorstandsgebäude der Dresdner Bank diente. Der BHF-Turm an der Bockenheimer Landstraße im Westend, den die Frankfurter ABG Real Estate Group vor zwei Jahren erwarb, soll modernisiert werden, sobald die Bank auszieht.

Hochhäuser mit noch nicht vermieteten Büroflächen sind in Frankfurt in Bau

Die Uniklinik will 8200 Quadratmeter Fläche im Gebäude „Allianz-Kai“ beziehen. Eine Ingenieurgesellschaft hat laut Nai Apollo 6900 Quadratmeter im Komplex „Atreeum“ angemietet, der an der Hanauer Landstraße im Ostend entsteht.

Derzeit steht nach Angaben der Maklerhäuser etwas weniger Bürofläche in Frankfurt leer als zuletzt. Für die kommenden Monate rechnen Colliers und Apollo aber jeweils mit einem erneuten Anstieg. Und verweisen jeweils auf große noch unvermietete Flächen in neuen Hochhausprojekten, die in den nächsten Quartalen auf den Markt kommen werden.

Furcht vor Rezession bremst die Nachfrage nach Büros in Frankfurt

Dieses steigende Angebot treffe auf eine „rückläufige Flächennachfrage infolge der sich abzeichnenden Rezession“, heißt es bei Nai Apollo. Die gestiegenen Energiekosten trügen dazu bei, dass zunehmend Objekte mit geringen Nebenkosten und günstige Flächen in Nebenlagen gesucht würden.

Colliers geht davon aus, dass die Wirtschaftskrise den Bürovermietungsmarkt zeitversetzt treffen wird, ihn erst in drei bis vier Quartalen beeinflusst. Ein Einbruch wie zu Beginn der Corona-Pandemie sei aber nicht zu erwarten, schätzt das Maklerhaus. Dagegen spreche etwa die steigende Nachfrage nach Flächen, die den ESG-Anforderungen für Nachhaltigkeit entsprechen.

Die Mieten bleiben mit etwa 23 Euro pro Quadratmeter und 46 Euro pro Quadratmeter in der Spitze hoch und dürften nach Prognose von Colliers noch weiter anziehen. Dort verweist man etwa auf das allgemein steigende Preisniveau und die höheren Bau- und Ausbaukosten.

Das 82 Meter hohe Gebäude an der Bockenheimer Landstraße soll weiter Büros beherbergen.
Die Privatbank Oddo BHF, hier der Sitz an der Bockenheimer Landstraße, will vom Frankfurter Westend ins Bankenviertel ziehen. © CH. Boeckheler

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