Vorarbeiten für den Riederwaldtunnel laufen schon. 
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Vorarbeiten für den Riederwaldtunnel laufen schon. 

Verkehr

Frankfurt: Bürgervereinigung bereitet Klage gegen Riederwaldtunnel vor

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Baugenehmigung für die A66 im Frankfurter Osten ruft unterschiedliche Reaktionen hervor.

Nach der Baugenehmigung für den Riederwaldtunnel stellt sich die Bürgervereinigung Nordend auf eine juristische Auseinandersetzung ein. „Der Planänderungsbeschluss ist rechtlich bedenklich“, sagte der Sprecher Friedhelm Ardelt-Theeck. In Abstimmung mit anderen Bürgerinitiativen und Umweltverbänden behalte sich die Initiative „rechtliche Schritte“ vor.

Der Sprecher begründete dies damit, dass die Baugenehmigung zum Ausbau der A66 im Frankfurter Osten das geplante Planänderungsverfahren für die Autobahn A661 nicht einbeziehe. Der Ausbau der A661 sei für den Riederwaldtunnel aber „unmittelbar relevant“, sagte er. Denn von der A66 ströme über den Riederwaldtunnel künftig zusätzlicher Verkehr auf die A661 und in die Stadtteile im Frankfurter Osten, sagte er.

Der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) geht indes davon aus, dass der von ihm unterschriebene Planänderungsbeschluss „rechtssicher“ ist. „Jeder hat das Recht zu klagen. Aber eine Klage wird den Baubeginn nur verzögern, nicht verhindern“, sagte er.

Zuletzt hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seine Klage gegen den Riederwaldtunnel zurückgezogen. Hintergrund sind Zusagen von Hessen Mobil. So bleibt die Baumleitstruktur für Fledermäuse am Erlenbruch erhalten, die Tunneldecke wird begrünt, Teile des Fechenheimer Walds werden nicht weiter beforstet. Rund um den Sausee entstehen Streuobstwiesen. Für Eidechsen und Rehe wird eine Grünbrücke über die Autobahn A66 angelegt, dort wo derzeit die Wirtschaftswegebrücke zwischen Fechenheim und Enkheim ist.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt begrüßte die Baugenehmigung. Der Riederwaldtunnel werde die Versorgung der Frankfurter Innenstadt mit Waren und Dienstleistungen erleichtern und die Wirtschaft am Standort Frankfurt/Rhein-Main stärken, teilte Ulrich Caspar, Präsident der IHK Frankfurt, mit.

Lob und Kritik kam von der Bürgerinitiative Riederwald. Es sei erfreulich, dass die Pestalozzischule eine Lüftung bekomme. Dafür habe die Bürgerinitiative lange gekämpft, sagte Sprecher Rainer Frey. Er forderte aber nach wie vor eine um 260 Meter verlängerte Lärmschutzwand vor der Schule, von der Haenischstraße nach Westen. Die Kinder hätten ein Recht darauf, draußen zu spielen.

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