Mobilität

Frankfurt: Bürgerinnen und Bürger begrüßen Mainkai-Sperrung

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Eine Umfrage des Bürgeramts Wahlen und Statistik zeigt, dass eine Mehrheit die Verkehrswende will.

Die Mehrheit der Frankfurterinnen und Frankfurter wünscht sich, dass der Mainkai in Frankfurt für Autos gesperrt bleibt. Das zeigt eine Umfrage des Bürgeramts Wahlen und Statistik. Es hatte im Dezember vergangenen Jahres eintausend Einwohner gefragt, „wie beurteilen Sie diese Maßnahme?“.

57 Prozent der Befragten antworteten, „ich begrüße, dass der Mainkai autofrei wird“. Und weiter: „Wie bei der Sperrung der Zeil und der Hauptwache wird sich das Vorhaben auf lange Sicht durchsetzen.“ 21 Prozent gaben an, „der Mainkai ist für den Autoverkehr unverzichtbar“. 15 Prozent der Befragten war es egal. Der Rest machte keine Angaben.

Die Ergebnisse stellte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) am Donnerstag vor. Auf die Frage, „wie stehen Sie grundsätzlich zur Verkehrsentwicklung in der Innenstadt?“, antworteten 57 Prozent der Befragten, „der Autoverkehr wird immer mehr zur Belastung. Es müssen deshalb mehr Flächen für Fußgänger und Radfahrer zur Verfügung gestellt werden“.

Dem stehen 25 Prozent gegenüber, die meinten, „der Autoverkehr in der Innenstadt muss auch in Zukunft ungehindert fließen und darf nicht zugunsten des Radverkehrs eingeschränkt werden“. 13 Prozent wollten, dass alles so bleibt, wie es ist; die übrigen machten keine Angaben. Gefragt wurde auch, ob die Bürgerinnen und Bürger von der Sperrung gehört hätten, was 77 Prozent bejahten.

Dieses Stimmungsbild in der Bevölkerung – eine Mehrheit für, eine Minderheit gegen die Mainkaisperrung – zeigt sich auch in den beiden Petitionen, die konkurrierende Initiativen gestartet hatten. Bei der Petition für den autofreien Mainkai der Initiative „Mainkai für alle“ haben mehr als 10 000 Menschen unterschrieben. Die Initiative aus Sachsenhausen gegen die Mainkaisperrung hat rund 2500 Unterschriften gesammelt.

„Die Umfrage hat mich in meiner Politik bestätigt“, sagte Oesterling. Die Mehrheit wolle, dass das Auto nicht mehr im Mittelpunkt der Verkehrspolitik stehe. Eine ähnliche Entwicklung gebe es in Metropolen wie München, Basel, Amsterdam und Paris. Er nannte beispielhaft Anne Hidalgo, die mit ihrer Politik der Verbannung von Autos aus der Innenstadt, dem Abschaffen von Parkplätzen, dem Ausbau der Fahrradschnellwege im Amt als Bürgermeisterin von Paris bestätigt wurde. „Man muss in der Verkehrspolitik Widerstände aushalten“, sagte er.

Dass ab Dienstag, 1. September, wieder Autos über den Mainkai fahren, lastete Oesterling der CDU-Fraktion im Römer an. Diese hat eine Verlängerung der Sperrung blockiert. Eine wissenschaftliche Auswertung des Verkehrsversuchs, die im März coronabedingt keine aussagekräftigen Ergebnisse brachte, konnte nicht nachgeholt werden.

Die Initiative Mainkai für alle, die Klimaschutzbewegung Fridays for Future Frankfurt und „Die Partei“ haben bereits Aktionen auf dem Mainkai angekündigt. Radwege auf der Straße werde es indes erst geben, wenn dazu ein Stadtverordnetenbeschluss vorliege, sagte Oesterling.

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