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Auch in Fechenheim sind die Räume der Saalbau verwaist.

Schließung

Frankfurt: Bürgerhaus-Betreiber Saalbau meldet Kurzarbeit an

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Corona kostet der ABG-Tochter Saalbau 3,8 Millionen Euro binnen drei Monaten. Seit dem 13. März sind ihre Frankfurter Bürgerhäuser geschlossen.

Etwa 1200 Frankfurter Vereine nutzen die 25 Bürgerhäuser der Stadt regelmäßig. Für Tausende von Mitgliedern sind sie der Ort ihres Vereinslebens, gleich, ob es um Sport oder Kultur geht. Doch seit dem 13. März hat die Corona-Pandemie die städtische Saalbau GmbH gezwungen, alle Bürgerhäuser zu schließen. „Der Schaden für die Vereine ist enorm, sie sind massiv betroffen“, urteilt Frank Junker, der Geschäftsführer der städtischen ABG-Holding, deren Tochtergesellschaft die Saalbau ist.

Das Vereinsleben sei praktisch zum Erliegen gekommen. „Für die Vereine bedeutet es totalen Stillstand“, sagt Junker. Er kann den Zehntausenden betroffenen Vereinsmitgliedern auch keine zeitliche Perspektive für eine Wiedereröffnung der Bürgerhäuser geben. Bis Ende August gelte in jedem Fall das Verbot von Großveranstaltungen.

Der Manager hält es allenfalls für denkbar, dass kleinere geschäftliche Termine wie etwa Prüfungen in den Häusern organisiert werden können, mehr aber nicht. Durch diesen totalen Stillstand gingen vielen Vereinen natürlich auch wichtige Einnahmen verloren.

Keine Mieteinnahmen mehr

Eine andere Seite ist der wirtschaftliche Schaden, der dem städtischen Unternehmen Saalbau GmbH durch die Schließung sämtlicher Bürgerhäuser entsteht. Junker beziffert ihn wegen fehlender Mieteinnahmen auf 3,8 Millionen Euro binnen drei Monaten, im halben Jahr also auf 7,6 Millionen Euro. Diese Mindereinnahmen schlügen voll auf den Etat der ABG-Holding durch. Eine unmittelbare Folge: Ab Ende April steht für die Beschäftigten der Saalbau-GmbH Kurzarbeit an. Die Zahl der Mitarbeiter, die im Jahre 1992 noch bei 311 gelegen hatte, ist durch Einsparungen der Stadt auf zuletzt 60 geschrumpft. 1992 hatte es noch 47 Bürgerhäuser gegeben, danach hat die Stadt immer mehr Einrichtungen privatisiert und an Dritte übergeben.

Heute gibt es meist nur noch einen Hausmeister und wenige Angestellte pro Gebäude. Auf diese Weise konnte das Defizit der Saalbau, das im Jahre 2010 noch bei sieben Millionen Euro gelegen hatte, stark gesenkt werden. Jetzt jedoch fallen wegen Corona neue Fehlbeträge an.

Seit der Schließung der Häuser am 13. März haben die Saalbau-Beschäftigten überwiegend Wartungs- und Reparaturarbeiten in den leeren Häusern erledigt.

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