Umwelt

Bürger sollen Abfälle besser trennen

  • George Grodensky
    vonGeorge Grodensky
    schließen

Die Stadt Frankfurt könnte mit weniger Biomüll im Restmüll elf Millionen Euro im Jahr sparen. Umweltamt und Entsorgungsbetriebe fordern die Bürger auf, Abfälle besser zu trennen.

Die Frankfurter sollen ihren Müll sorgsamer trennen. Das wünschen sich Umweltamt und Entsorgungsbetrieb FES: Konkret geht es um Bioabfall, der zu oft in der Restmülltonne lande. Restmüll wird im Müllheizkraftwerk an der Heddernheimer Landstraße verbrannt. Aus dem Biomüll gewinnt die Stadt in der Biokompostanlage im Osthafen Kompost und Biogas.

Verbrennen ist teurer als kompostieren. Fachleute im Umweltamt haben nachgerechnet, dass die Stadt für die Abfallentsorgung über elf Millionen Euro im Jahr mehr ausgibt als eigentlich nötig. 40 Prozent des Abfalls in der Restmülltonne sei Bioabfall, der dem Recycling entzogen und teuer verbrannt werde: Garten- und Küchenabfälle, aber auch abgelaufene Lebensmittel. Die gehörten ausgepackt und über Bio- und gelbe Tonne für Verpackungsabfälle entsorgt, so die Abfallexperten.

Die „Aktion Biotonne Deutschland“ hat das Phänomen bundesweit beobachtet. Das Netzwerk von Umweltministerien, Kommunen, Abfallbetrieben und Umweltverbänden hat errechnet, dass alle Haushalte in Deutschland pro Woche zwei Kilo kompostierbare Küchenabfälle zusätzlich in den Biomüll geben könnten. Das wären knapp 100 000 Tonnen Rohstoffe mehr zur Erzeugung von erneuerbarer Energie und Kompost.

Bundesweite Kampagne

Passend dazu läuft bis Ende 2020 die Kampagne „Das Biotonnenversprechen“. Dort können Nutzer ihr persönliches Biotonnenversprechen hinterlassen und dabei Preise gewinnen, etwa eine Reise an das Unesco-Welterbe Neusiedler See mit drei Übernachtungen in Ungarn. Auch Biofilterdecken für die Faulgase aus der Tonne werden verlost. Obendrein gibt die Webseite Tipps, wie Haushalte mit „viel Spaß und Sinn für das Praktische“ mit Obst-, Gemüse- und anderen organischen Abfällen in der Küche klar kommen. sky

www.aktion-biotonne-deutschland.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare