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Yusuf Yerkel (l.) tritt auf einen Demonstranten in Soma ein.
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Yusuf Yerkel (l.) tritt auf einen Demonstranten in Soma ein.

Frankfurt

Frankfurt: Bündnis mobilisiert gegen Berufung des früheren Erdogan-Beraters Yusuf Yerkel

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Gewerkschaften, Vereine und Politiker:innen lehnen Erdogan-Vertrauten als Handelsattaché in Frankfurt ab. Am Freitag planen sie eine Kundgebung nahe dem Generalkonsulat

Frankfurt - Ein breites Bündnis von Organisationen und Politiker:innen ruft zum Protest gegen die Berufung von Yusuf Yerkel zum Handelsattaché im türkischen Generalkonsulat in Frankfurt auf. Am heutigen Freitag, 14. Januar, plant es ab 13 Uhr eine Protestkundgebung gegenüber dem Generalkonsulat der Türkei in der Kennedyallee 115-117.

Yusuf Yerkel: „Menschenfeind“

Geplant sind Reden des Frankfurter DGB-Vorsitzenden Philipp Jacks und von Zeliha Dikmen, der Vorsitzenden des Vereins Türkisches Volkshaus Frankfurt. „Wir wollen diesen Menschenfeind weder in unserer Stadt Frankfurt noch in unserem Land Hessen“, heißt es in dem Aufruf. Unterzeichnet wurde er von Stadtverordneten und Landtagsabgeordneten von SPD, Grünen und Linken sowie von 20 Organisationen.

In türkischen Medien war berichtet worden, dass der Vertraute von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan zum Handelsattaché ernannt werden solle. Yerkel wurde 2014 durch Fotos bekannt, die zeigen, wie er nach einem Grubenunglück in der türkischen Stadt Soma auf einen am Boden liegenden Mann eintrat.

Es handelte sich um einen Bergmann, der gegen die Verantwortlichen für das Unglück protestiert hatte. „Ein Mensch, der auf einen wehrlosen Menschen eintritt, darf unseres Erachtens keinen Diplomatenstatus erhalten“, hieß es nun in dem Demonstrationsaufruf.

Yusuf Yerkel: Protest von SPD, Grünen und Linken

Seitdem der Plan bekannt wurde, häufen sich die empörten Reaktionen. Der Frankfurter Grünen-Landtagsabgeordnete Taylan Burcu schrieb: „Wer in der Türkei auf friedliche Demonstranten eintritt, kann nicht das türkische Volk in Hessen (mit)repräsentieren.“ Mit der Ernennung von Yerkel würden Dialog und Zusammenarbeit des türkischen Generalkonsulats mit der hiesigen Bevölkerung, den Verbänden, Vereinen, Gewerkschaften, Organisationen und Unternehmen „negativ beeinträchtigt“ werden. Ähnlich hatten sich bereits die Landtagsabgeordneten Turgut Yüksel (SPD) und Saadet Sönmez (Linke) geäußert.

Arif Arslaner, Geschäftsführer der Bildungs-GmbH Kubi, stellte fest: „Täglich versuchen wir in unserer Arbeit, jungen Menschen demokratische Werte zu vermitteln und ihnen beizubringen, dass man Konflikte gewaltfrei löst.“ Yerkel aber habe einen demonstrierenden Bergarbeiter getreten. „Das ist das Gegenteil dessen, wofür wir stehen“, sagte Arslaner.

Yusuf Yerkel: Negative Auswirkung auf den Handel

Der deutsch-türkische Handelsverband Atiyab warnte, durch Yerkel würden „die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und der Türkei bestimmt nicht besser“. Der hessische Atiyab-Vorsitzende Ertan Köse appellierte daher an Ankara: „Ziehen Sie diese Person als Handelsattaché zurück.“ (pitt von Bebenburg)

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