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Buchmessestimmung kam vor allem bei Open Books auf.

Frankfurter Buchmesse

Buchmesse zieht Publikum ins Netz

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Gut 200.000 Userinnen und User nahmen die Angebote wahr. Im Vorjahr kamen noch 300.000 Gäste.

Die Frankfurter Buchmesse hat bei ihrer diesjährigen, größtenteils digitalen Variante zwei Drittel des vormaligen Besuchsaufkommens für die Online-Veranstaltungen gewinnen können. Rund 200 000 Menschen schalteten nach Angaben der Buchmesse die virtuellen Veranstaltungen ein. Im vergangenen Jahr waren noch gut 300 000 Gäste auf das Frankfurter Messegelände gekommen.

Es war der Pandemie und der damit verbundenen Absage der Verlage geschuldet, dass die Frankfurter Buchmesse ihre 72. Ausgabe in weiten Teilen ins Internet verlagern musste. Eine physische Messe gab es, abgesehen von der ARD-Buchmessenbühne in der Festhalle und weiteren Lesungen, nicht.

Rund 4400 Aussteller aus 103 Ländern hatten sich für die digitale „Special Edition“ angemeldet. Im Vorjahr waren noch reale 7450 Aussteller aus 104 Ländern gekommen.

Buchmesse-Direktor Juergen Boss zog dennoch eine positive Bilanz. „In diesem Jahr ist es uns gelungen, neben dem Fachangebot für die internationale Buchbranche und einem Fest für das Lesen die Frankfurter Buchmesse auch als politische Plattform ins Netz zu transferieren, um den dringend benötigten Diskurs dort stattfinden zu lassen.“

Große digitale und mediale Bühne für das Buch

Ähnlich die Vorsteherin der Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Karin Schmidt-Friderichs: Es sei geglückt, dem Buch eine Woche lang eine große digitale und mediale Bühne zu bieten.

Zum Abschluss der Frankfurter Buchmesse wurde der indische Wirtschaftswissenschaftler und Philosoph Amartya Sen am Sonntag in der Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte seinen Frankfurtbesuch wegen des positiven Corona-Tests eines Personenschützers absagen müssen. Der Bundespräsident ist in Quarantäne. Seine Rede hielt der Schauspieler Burghart Klaußner.

Am Samstag übertrug die Buchmesse das Bookfest digital, bei dem 150 Autoren und Autorinnen im Internet aus ihren Neuerscheinungen vorlasen. Das Programm war 28 Stunden lang und wurde laut Buchmesse 1,5 Millionen Mal aufgerufen.

Das Gastland Kanada beteiligte sich ebenfalls mit Online-Formaten an der digitalen Buchmesse. Im kommenden Jahr wird Kanada physisch teilnehmen, unter dem Motto „Singular Plurality“. Spanien, Slowenien und Italien haben ihren Auftritt jeweils um ein Jahr verschoben.

Beim Bookfest City fanden einige physische Lesungen in Frankfurt statt. Ergänzt wurde das Programm vom Literaturbahnhof und dem städtischen Lesefest Open Books. Aino Kelle vom Kulturamt äußerte sich zufrieden über die „größtenteils sehr gut besuchten Lesungen“.

Zum Abschluss von Open Books moderierte Michael Quast in der Volksbühne in Frankfurt einen launigen Abend über Bücher mit Lokalbezug. Die Verlagswelt hat auch einen Gewinner der Pandemie: das Kinder- und Jugendbuch, das sich gut verkauft.

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