Die digitale Buchmesse 2020 hat ein großes Loch in die Kasse gerissen.
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Die digitale Buchmesse 2020 hat ein großes Loch in die Kasse gerissen.

Buchbranche

Buchmesse muss Stellen streichen

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Auf die wirtschaftliche Verluste reagiert die Frankfurter Buchmesse mit einem Sanierungsplan, der den Verlust von Arbeitsplätzen vorsieht.

Die Frankfurter Buchmesse will mit dem Abbau von Arbeitsplätzen auf die Verluste reagieren, die ihr durch die digitale Sonderausgabe im Oktober entstanden sind. Das teilte die Buchmesse am Freitag mit.

Bei der Frankfurter Buchmesse arbeiten zur Zeit rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Einem Sprecher zufolge prüfen die Verantwortlichen nun die Sanierung des Betriebs. Bis Ende des Jahres soll ein entsprechendes Programm vorliegen. Die bestehenden Strukturen würden voraussichtlich gestrafft, sprich Abteilungen zusammengelegt.

„Damit wird ein Stellenabbau verbunden sein“, sagte Geschäftsführer Juergen Boos. Er habe die Belegschaft und den Betriebsrat am Freitag über den Stand der Dinge und die nächsten Schritte informiert. In der Folge werde die Geschäftsführung mit dem Betriebsrat über die Sozialauswahl verhandeln.

Die Höhe der Einnahmeverluste in diesem Jahr hatte Boos gegenüber der Frankfurter Rundschau auf „einen hohen zweistelligen Millionenbetrag“ beziffert. Konkreter wurden die Angaben am Freitag auch auf Nachfrage nicht.

Parallel zum Stellenabbau will die Buchmesse ihr Konzept als reine Präsenzveranstaltung überarbeiten. „Das Angebot und die Veranstaltungen der Messe werden künftig zunehmend durch digitale und virtuelle Formate ergänzt“, sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der die Buchmesse veranstaltet. Ziel sei es, den Fortbestand der Buchmesse auf dem Frankfurter Messegelände zu sichern.

Die Frankfurter Buchmesse bleibe eine Präsenzmesse, ein „internationaler Treffpunkt und Marktplatz der Branche“, sagte Juergen Boos. Gleichzeitig müsse sie sich „alternativen Vermarktungs- und Dialogformaten“ öffnen. Damit werde sie den veränderten Bedürfnissen der Buchbranche gerecht.

Bei der digitalen Sonderausgabe der Frankfurter Buchmesse fanden im Oktober keine Veranstaltungen in den Messehallen statt. Lediglich aus der Festhalle strahlte die ARD ihr Bühnenprogramm aus, und es gab Lesungen beim Bookfest. Die Onlineformate auf der Website der Messe schauten sich den Angaben zufolge rund 200 000 Menschen an. Allerdings kamen dabei keine Einnahmen durch Eintritt oder Standgebühren zustande. Im vorigen Jahr waren rund 300 000 Gäste auf das Messegelände gekommen.

Die Buchmesse 2021 werde als Präsenzmesse geplant, hieß es, die Verlage könnten bald Stände buchen. Zugleich liefen die Vorbereitungen für ein erweitertes virtuelles Programm.

Falls die Corona-Pandemie eine Präsenzmesse nicht zulasse, könnte die Veranstaltung im nächsten Jahr erneut digital stattfinden. Karin Schmidt-Friderichs, Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sagte, die Buchmesse habe sich in ihrer mehr als 70-jährigen Geschichte stets neuen Entwicklungen geöffnet und ihr Konzept laufend modernisiert.

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