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Frankfurt: Buchmesse mit Königspaar

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Von: Florian Leclerc

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Die spanische Schriftstellerin Cristina Morales im Gespräch mit Ferran Ferrando Melià, dem Leiter des Instituto Cervantes in Frankfurt, bei der Vorstellung des Buchmesse-Programms. Foto: Christoph Boeckheler
Die spanische Schriftstellerin Cristina Morales im Gespräch mit Ferran Ferrando Melià, dem Leiter des Instituto Cervantes in Frankfurt, bei der Vorstellung des Buchmesse-Programms. Foto: Christoph Boeckheler © Christoph Boeckheler

Awareness-Team und Sicherheitspersonal: Die Frankfurter Buchmesse will in diesem Jahr für ein hohes Sicherheitsgefühl sorgen. Eine Maskenpflicht gilt nicht.

Nachdem die Schwarze Autorin Jasmina Kuhnke die Frankfurter Buchmesse im vergangenen Jahr boykottiert hat, weil sie sich wegen der Präsenz rechter Verlage nicht sicher fühlte, will die Buchmesse in diesem Jahr mehr für das Sicherheitsgefühl der Besucherinnen und Besucher tun.

Ein Awareness-Team ist während der gesamten Messe im Einsatz. Es besteht aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bundes für Antidiskriminierung und Bildungsarbeit. Das Team ist in Halle 4.0 verortet. Wer sich auf der Messe beleidigt, ausgegrenzt, bedroht oder gedemütigt fühlt, kann das Team anrufen und ansprechen (Telefon: 0152 58784634). Außerdem ist ein Sicherheitsdienst im Einsatz. Gleichzeitig gilt ein „Code of Conduct“, ein Regelwerk für wertschätzendes und respektvolles Miteinander. Belästigungen und unangebrachte Äußerungen werden laut Buchmesse nicht geduldet.

Buchmesse-Direktor: Was nicht verboten ist, ist auf der Buchmesse zugelassen

„Die Frankfurter Buchmesse ist ein sicherer Hafen“, sagte Buchmesse-Direktor Juergen Boos bei der Vorstellung des Programms. Jede und jeder könne sich auf der Buchmesse wie in einem geschützten Raum bewegen. Laut Buchmesse-Sprecherin Kathrin Grün haben sich lediglich zwei rechte Verlage angemeldet, die Junge Freiheit und der Gerhard-Hess-Verlag. „Alles, was in Deutschland nicht verboten ist, ist auf der Buchmesse zugelassen“, betonte Boos aus Nachfrage. Die Buchmesse stehe für das freie und offene Wort.

Aktuelle Themen zur Wehrhaftigkeit der Demokratien, dem Krieg in der Ukraine, der russischen Opposition im Exil, Diversität, Klima, Ökonomie und Übersetzungen werden den Angaben zufolge in dem „Frankfurt-Pavillon“ auf der Agora, dem weiten Innenhof der Messe, verhandelt.

Russische Verlage würden in diesem Jahr nicht auf der Buchmesse anwesend sei, wegen der Nähe der Organisatoren zum Putin-Regime, sagte Boos. Ukrainische Verlage und Institutionen seien an einem großen Gemeinschaftsstand in Halle 4.0 vertreten.

Eröffnet wird die Frankfurter Buchmesse am 18. Oktober vom spanischen Königspaar König Felipe VI und Königin Letizia sowie dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Die Autorin Irene Vallejo und der Autor Antonio Muñoz Molina halten Festreden.

Das Programm

Die Frankfurter Buchmesse , die weltweit führende Leitmesse für das Buch und den Handel mit Lizenzen, ist von 19. bis Oktober 2022 in der Messe Frankfurt und im Stadtraum.

Tickets kosten für Privatbesucher:innen von Freitag bis Sonntag 25 Euro pro Tag beziehungsweise 15 Euro ermäßigt. Ein Ticket für alle drei Tage kostet 44 Euro. Kinder bis sechs Jahre kommen kostenlos auf die Messe.

Begleitet wird die Buchmesse von einem breiten Rahmenprogramm. Beim Lesefest Bookfest City treten von 19. bis 23. Oktober 40 Autorinnen und Autoren an 20 Orten in der Stadt auf. Das städtische Lesefest Open Books ist von 18. bis 22. Oktober. Digital können Interessierte bei „The Hof“ netzwerken (www.buchmesse.de/thehof). Menschen aus dem Verlagswesen bieten „Masterclasses“ an (www.buchmesse.de/masterclasses).

Wichtige Preise werden im Rahmen der Buchmesse verliehen: der Deutsche Buchpreis am 17. Oktober, der Deutsche Jugendliteraturpreis am 21. Oktober, der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels am 23. Oktober - er geht an den ukrainischen Schriftsteller Serhij Zhadan. fle

Spanien ist unter dem Motto „Creatividad desbordante - überbordende Kreativität“ das Ehrengastland der Buchmesse, wie bereits vor 31 Jahren. Etwa 200 ins Deutsche übersetzte spanische Titel von gut 100 Verlagen werden auf der Buchmesse präsentiert.

Eine Maskenpflicht gibt es in diesem Jahr nicht. „Die Buchmesse wurde ohne Auflagen genehmigt“, sagte Boos. Erwartet würden mehr als 4000 Ausstellerinnen und Aussteller aus 85 Ländern.

Ausweitung der Publikumstage und des Buchverkaufs

Bei den Anmeldungen der Fachbesucherinnen und Fachbesucher sei „etwa das Niveau von 2019 erreicht“, sagte er. Boos hofft auf etwa 300 000 Besucherinnen und Besucher während der fünf Messetage. 2021 zählte die Buchmesse etwa 70 000 Besucherinnen und Besucher.

Die Publikumstage werden in diesem Jahr ausgeweitet. Privatmenschen können die Buchmesse schon von Freitag, 19. Oktober, 9 Uhr, besuchen und Bücher kaufen. Der Publikumstage und der Buchverkauf sind von Freitag bis Sonntag.

Die Social-Media-Plattform Tiktok wird eine Bühne auf der Agora am Messesonntag bespielen. Dabei treten die sogenannten Creator:innen, Verlage und Autor:innen auf. Auf Tiktok gibt es dazu den Hashtag #BookTok.

Die Musikplattform Spotify sowie weitere Formate werden in im „Audio Areal“ (Halle 3.1) vertreten sein. Das Podcast-Radio detektor.fm sendet Live-Beiträge mit Autorinnen und Autoren. Angekündigt haben sich unter anderem Maja Göpel, Luisa Neubauer, Judith Holofernes, Teresa Bücker, Sebastian Fitzek. Übersetzen ist Thema in Halle 4.0.

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