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Brunnen mit Fontäne, hier am Opernplatz, schaffen Kühlung an heißen Tagen. Monika Müller
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Brunnen mit Fontäne, hier am Opernplatz, schaffen Kühlung an heißen Tagen. Monika Müller

Frankfurt

Frankfurt: Brunnen werden im Klimawandel wichtiger

Aber nicht alle sorgen für Abkühlung in der überhitzten Stadt

Eine, zwei, neunzehn Fontänen springen gleichzeitig in die Höhe. Das kleine Mädchen steht mittendrin. Es schaut sich verdutzt um, blickt seinen Vater an, der nur die Schultern hochzieht und schon den ersten Fuß zwischen das emporsteigende Wasser setzt, um sie gleich herauszutragen. „Hier sind eigentlich immer spielende Kinder zu sehen“, sagt Verena Bauer, die durch das Fenster ihres Büros das Treiben auf dem Rathenauplatz beobachten kann und gerade ihre Mittagspause einlegt. „Erfrischend“ seien Brunnen an heißen Tagen, „eine Bereicherung für die Stadt“. Da sei es schade, dass sie beispielsweise den in unmittelbarer Nähe gelegenen Brunnen in der Freßgass noch nicht in Betrieb gesehen habe.

Der Freßgass-Brunnen ist einer von insgesamt rund 150 Brunnen in Frankfurt. Als solcher ist er jedoch nicht zu erkennen, denn er ist komplett überbaut. Auf der umzäunten Fläche stehen Tische und Stühle, an der Seite ein Weinstand. Dazu kommt, dass der Brunnen nicht funktioniere, weil er einen neuen Schachtdeckel benötige, erklärt Filiz Aydin, die beim Kulturamt unter anderem für die Brunnen zuständig ist. Die Technik auszutauschen sei aufwendig, da die Anlage unterirdisch ausgetauscht werden müsse. Neben den Brunnen, die repariert würden, gebe es unter den nicht sprudelnden Brunnen aber auch solche, die bereits historisch abgestellt worden und heute etwa bepflanzt seien. So bleiben 25 der 110 Brunnen, für die das Kulturamt zuständig ist, trocken.

Für die übrigen Brunnen sowie sieben Wasserspielanlagen und zehn Matsch-/Planschplätze ist jedoch das Grünflächenamt zuständig. Für den Betrieb der Wasserspielanlagen prüft das Grünflächenamt zwei Mal wöchentlich die Wettervorhersagen und schaltet die Anlagen entsprechend an oder ab. Sie laufen nur bei Temperaturen ab 25 Grad Celsius.

Frankfurter Brunnen

Die Matsch-/Planschspielplätze sind durchgängig von Mai bis September in Betrieb. Etwa in diesem Zeitraum, von Mai bis spätestens September, sind auch die Wasserspielanlagen angeschaltet.

Je nach Witterung variieren hier aber Start- und Endzeitpunkt. Sofern die Wettervorhersagen es „erlauben“, sind die Wasserspielplätze geöffnet.

Online ist zu sehen, welche Anlagen geöffnet sind: https://frankfurt.de/themen/umwelt-und-gruen/aktivitaeten/spielen/wasserspielplaetze

Erfrischungsbrunnen sind in der Stadt bislang nicht ausgewiesen. Die Infos finden sich im Geoportal Frankfurt – hierfür im Suchfenster „Erfrischungsbrunnen“ eingeben: https://geoportal.frankfurt.de/karte/

Trinkwasser spenden drei Brunnen, die von der Mainova betrieben werden. Sie haben ihre Standorte in der Freßgass, in der Liebfrauenstraße/ Zeil und im Wasserpark.

Bedingt durch den Klimawandel werden Brunnen wichtiger, denn an den zunehmend heißen Tagen sind sie ein Anziehungspunkt, wie sich auf dem Rathenauplatz zeigt. Während man die Brunnen in Frankfurt viele Jahre nur als eine historische Aufgabe verstanden hätte, seien nun anstelle von Schaubrunnen Erfrischungsbrunnen interessant, so Hans-Georg Dannert vom Umweltamt. Diese werden mit Trinkwasser gespeist.

Heute ist das ungefähr jeder vierte der rund 150 Brunnen in der Stadt. Nur ob man nun vor einem Erfrischungsbrunnen oder einen Umlaufbrunnen steht, in dem ständig dasselbe Wasser bleibt, ist nicht zu erkennen. Die Informationen dazu könne man bislang nur im Internet finden, so Dannert. „Als Stadt waren wir vorsichtig in der Formulierung.“ In einem nächsten Schritt und voraussichtlich noch in diesem Jahr solle eine Auswahl von Brunnen überprüft werden und dann auch mit dem Hinweis versehen werden, dass es sich um Erfrischungsbrunnen handele.

Eine klimatische Wirkung hätten die Brunnen innerhalb sogenannter „städtischer Wärmeinseln“ jedoch nicht, so Dannert. Durch aufgeheizte Oberflächen und die Wärmestrahlung von Boden und Fassaden schlage der Klimawandel in Innenstädten viel stärker zu Buche als im Umland. Dagegen helfe vor allem Begrünung. Nur Springbrunnen mit Fontänen ließen eine gewisse Verdunstungskälte im direkten Einzugsbereich spüren.

Zudem fordere die Stadt im Sinne der Klimaanpassung Trinkbrunnen, sagt Dannert. Bislang betreibt die Mainova drei moderne Trinkbrunnen in der Stadt. Dannerts Mitarbeiter Maurice Wagner erklärt, dass Trinkbrunnen im Mittelmeerraum bereits gang und gäbe seien. Auch in Frankfurt wolle man das Thema künftig stärker forcieren.

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