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Radeln im Winter: Eine Radfahrerin fährt bei Schneetreiben am Uhrtürmchen vorbei.

Interview

Frankfurt: „Ein Dank an alle, die nicht Auto fahren“

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Julia Krohmer organisiert den „Brückenkaffee“ für Radfahrer. Sie und ihre Mitstreiter werben für den Umstieg aufs Rad.

Radfahrer, die heute, 31. Januar, von 16 bis 18 Uhr über die Friedensbrücke fahren, werden zu Kaffee und Muffins eingeladen. Julia Krohmer, eine Mitorganisatorin des Brückenkaffees, erklärt, was es damit auf sich hat.

Frau Krohmer, warum machen sie diese Aktion?
Wir finden, Kaffee und Muffins zu verteilen ist eine nette Geste. Damit wir wollen uns bei denen bedanken, die nicht mit dem Auto fahren. Inspiriert wurden wir durch eine ähnliche Aktion in Ludwigshafen, die seit 2017 einmal im Monat läuft, und sehr gut ankommt.

Wer macht mit?
Wir sind eine Gruppe von Radfahrern, die sich lose auf Twitter vernetzt haben. Wir hatten die Aktion in Ludwigshafen mitbekommen und wollten das auch mal in Frankfurt versuchen.

Sind die Radfahrer in Frankfurt aus Ihrer Sicht schon gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer?
(lacht) Noch nicht ganz. Da bleibt noch Luft nach oben, sie werden oft noch ziemlich an den Rand gedrängt. Deshalb sehen uns schon auch als Streiter für mehr Raum für den Radverkehr.

Wie wurden die früheren Aktionen aufgenommen?
Es gab zwei Aktionen, eine im Oktober, eine im Dezember, das ist jetzt die dritte. Die Radfahrer reagieren überrascht, auch erfreut. Etliche halten an und kommen mit uns ins Gespräch. Manche nehmen den Muffin im Vorbeifahren auch einfach mit auf die Hand.

Machen sie den Brückenkaffee jetzt häufiger?
Am 8. Februar ist der Internationale Winter-Fahrradpendlertag, bei dem der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) unter anderem in Berlin zum Radlerkaffee einlädt. Vielleicht machen wir an diesem Tag eine Aktion in Frankfurt. Bestimmt wird es weitere im Frühling und Sommer geben.

Wie sollte der Frankfurter Straßenverkehr idealerweise aussehen?
Erstmal sollte die Stadt den Radfahrern mehr Platz einräumen und sichere Radwege schaffen, für die, die sich nicht durch den Verkehr kämpfen, sondern einfach entspannt radeln wollen.

Sichere Radwege, was heißt das?
Das heißt, dass die Radwege baulich getrennt sind, so dass es nicht zu Vermischungen mit dem Autoverkehr kommt. Ich radele mein ganzes Leben. Mir persönlich macht es nichts aus, mich an den Autos vorbei zu fädeln. Aber viele sagen eben, das ist mir zu unsicher, ich traue mich das nicht, und an diese müssen wir auch denken. Ich war kürzlich in Amsterdam, dort fährt man entspannt nebeneinander und unterhält sich dabei – das ist eine andere Welt. Ein Stück weit dahin zu kommen, das wäre schon schön.

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