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Mit einem Kran waren die Restauratoren am Freitagmorgen angerückt, um das Uhrtürmchen abzutransportieren.

Geschütztes Wahrzeichen

Bornheimer Uhrtürmchen abtransportiert: Nun bekommt es eine Verjüngungskur

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Die Stadt Frankfurt lässt das denkmalgeschützte Bornheimer Wahrzeichen sanieren. Der Metallrestaurator will den Zeitmesser in drei Wochen wieder instand setzen.

Frankfurt - Verwirrte Menschen sind am Freitag in Bornheim Mitte zu beobachten. Irgendetwas fehlt auf dem zentralen Platz an der Berger Straße, ist den suchenden Blicken zu entnehmen. Und richtig: Die Stadt hat das Uhrtürmchen aus dem Jahr 1873 demontieren lassen. In den kommenden drei Wochen soll das denkmalgeschützte Wahrzeichen des lustigen Dorfs saniert werden.

Uhrtürmchen in Frankfurt-Bornheim abtransportiert: So viel kostet die Sanierung

Die komplette Uhr wird überholt, sagt Jana Kremin vom Kulturdezernat auf Anfrage, „auch das Dach“. Etwa 39.000 Euro lässt sich das Dezernat die Sanierung kosten. Mehrere lokale Firmen hätten ihre Hilfe angeboten, sagt Kremin. Auch Bornheimer Bürger wollten Hand anlegen, um das angerostete, mit Graffiti beschmierte und mit Plakaten beklebte Denkmal wieder instand zu setzen. Doch nach Ansicht der Stadt dürfen sich nur Experten an dem historischen Türmchen zu schaffen machen.

Diplom-Metallrestaurator Götz Bormuth aus Groß-Umstadt hat den Zuschlag erhalten. Er hat den alten Zeitmesser am Freitagmorgen demontiert und mit einem Kran auf einen Anhänger geladen. Mehrere Bürger hätten ihn besorgt gefragt, ob die Uhr wiederkomme, sagt Bormuth. „Wenn alles klappt, ist sie am 7. Februar zurück.“ Seine Firma hat die Stahlkonstruktion vorab untersucht und zur Baugeschichte recherchiert – und danach ein Konzept erstellt, wie das Uhrtürmchen saniert werden kann.

Uhrtürmchen in Frankfurt-Bornheim: Sanierung „dringend nötig“

Die Sanierung sei „dringend nötig“, sagt Bormuth. Zwar sei nicht die Standsicherheit des Denkmals gefährdet. Doch seien die Schäden durch die Korrosion bereits sehr groß. „Das muss man alle paar Jahrzehnte angehen.“ Im hohlen Inneren etwa seien durch Feuchtigkeit, die aus der U-Bahnstation aufsteige, die Wände gerostet. Mehrere Schrauben und Nieten der Konstruktion seien schon gesprengt.

„Kommt die Uhr auch wirklich wieder?“, fragten besorgte Bürger.

Zunächst werde das Uhrtürmchen sandgestrahlt, sagt der Restaurator. Mehrere Schichten Farbe seien in den vergangenen Jahren aufgetragen worden. Dabei werde genau darauf geachtet, welche Lacke zum Einsatz gekommen sind. Das Frankfurter Denkmalamt, das in die Sanierung eingebunden ist, entscheide dann, welche Farbe anschließend wieder aufgetragen werde.

Nur der Sockel und die Sitzbank des Türmchens sind in Bornheim Mitte zurückgeblieben. Der Naturstein wird vom Restaurator und seinem Team, das sich auf die Sanierung von Baudenkmälern spezialisiert hat, gereinigt. Die Hölzer werden ausgetauscht, „um ein einheitliches Bild zu erhalten“, sagt Jana Kremin.

Uhrtürmchen in Frankfurt-Bornheim bekommt ein neues Werk

Bereits am Donnerstag haben Mitarbeiter der Verkehrsgesellschaft Frankfurt, die für das Uhrwerk verantwortlich ist, die Beleuchtung und die Verkabelung entfernt. Künftig soll eine moderne LED-Lampe installiert werden. Laut Bormuth wolle die VGF ein neues Uhrwerk einbauen. Derzeit sei dort keine historische Technik zu finden, sondern einige Zahnräder, die die Zeit einer „Mutteruhr“ aus der U-Bahnstation übertragen. Nach der Sanierung soll die Uhr unabhängig laufen.

Liegend geht es zur Werkstatt, wo das Denkmal saniert wird.

Ortsvorsteher Hermann Steib (Grüne) ist erfreut, dass endlich saniert wird. Seit Jahren sei das Bernemer Wahrzeichen in keinen guten Zustand. Wichtig sei, dass die Zeiger nicht wieder ausgetauscht werden. Die VGF hatte diese nach einem Schaden durch kleinere ersetzt, woraufhin viele Bürger die Zeit nicht mehr gut ablesen konnten. Die VGF machte die Maßnahme rückgängig.

VON BORIS SCHLEPPER

Die Frankfurter lieben das Uhrtürmchen in Bornheim. Die FES hat dem Wahrzeichen ab und an auch eine Dusche spendiert.

Der Wohnkonzern Vonovia will auf einem Grundstück in Frankfurt-Bornheim Gebäude für Mietwohnungen bauen. Dafür muss eine Tierarztpraxis weichen.

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