Zusammen mit ihrer Klasse an der Stauffenbergschule organisieren Toni Volkov, Sarah Korzuscheck und Nik Yates (von links) im Zuge ihrer Ausbildung das Event „Kuleana – Green Market“.
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Zusammen mit ihrer Klasse an der Stauffenbergschule organisieren Toni Volkov, Sarah Korzuscheck und Nik Yates (von links) im Zuge ihrer Ausbildung das Event „Kuleana – Green Market“. 

Bornheim

Frankfurt-Bornheim: Für den Klimaschutz sensibilisieren

  • Boris Schlepper
    vonBoris Schlepper
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Angehende Veranstaltungskaufleute organisieren einen nachhaltigen, nichtkommerziellen Markt „Kuleana“.

Ende Januar veranstalten Berufsschüler der Stauffenbergschule im Bürgerhaus Bornheim den nachhaltigen Mark „Kuleana“. Die öffentliche, nichtkommerzielle Veranstaltung ist Teil der Ausbildung der angehenden Veranstaltungskaufleute.

Ihre Veranstaltung heißt Kuleana. Wofür steht der Begriff?

Nik Yates:Auf der Suche nach einem Namen für unseren Markt haben wir den Begriff Nachhaltigkeit in anderen Sprachen übersetzt – und Kuleana gefunden. Dahinter verbirgt sich ein einzigartiges hawaiianisches Prinzip der Verantwortlichkeit und des Respekts gegenüber unserem Planeten aus Dankbarkeit für Nahrung und Lebensraum.

Sarah Korzuschek:Und genau diesen Wert und die Einstellung wollen wir mit unserem Markt umsetzen und leben. Wir möchten unsere Besucher für den Klimaschutz sensibilisieren und einen gesunden, nachhaltigen Lebensstil zeigen und näher bringen. Dafür muss man nicht gleich sein ganzes Leben ändern, sondern manchmal nur Gewohnheiten – etwa auf Plastiktüten verzichten.

Wie wollen Sie das auf Ihrem „Green Market“ umsetzen?

Toni Volkov:Wir planen ein umweltfreundliches, öffentliches Event mit nachhaltigen Ausstellern, interaktiven Aktionen, Live-Musik und Infotainment. Damit möchten wir eine neue Plattform für den Austausch nachhaltiger Ideen durch persönliche Gespräche schaffen.

Was erwartet die Besucher?

Korzuschek:Wir wollten nicht, dass die Gäste nur über unseren Markt laufen und schauen können, wie auf einer Messe. Deshalb haben wir Vorträge und etwa Seifen- und Hula-Workshops geplant. Aussteller aus den Bereichen fair und green Fashion, Bio Food und Naturkosmetik können sich und ihre Produkte präsentieren.

Volkov:Nur für den Hauptakt auf der Bühne fehlt uns noch jemand. Am liebsten wäre uns die Frankfurter Sängerin Namika – aber die haben wir noch nicht erreicht.

Das Projekt ist Teil Ihrer Ausbildung. Was war die Aufgabe?

Korzuschek:Wir sollten eine Veranstaltung von Grund auf planen – theoretisch oder auch praktisch. Wir haben uns entschieden, aktiv zu werden. Wann bekommt man schon mal die Gelegenheit, das zu tun, was einem Spaß macht und wo nicht der Kommerz im Mittelpunkt steht?

Zur Person
Sarah Korzuschek(22), macht ihre Ausbildung bei Velotaxi Frankfurt.

Toni Volkov, (27), ist Azubi bei einer Frankfurter Tourbooking-Agentur.

Nik Yates(25), absolviert eine Ausbildung bei der Sachsenhäuser Eventagentur PP Live.

Der Markt Kuleanawird von einer Klasse angehender Veranstaltungskaufleute der Stauffenbergschule organisiert. Die 20 Schüler im Alter zwischen 19 und 27 Jahren befinden sich im dritten und letzten Lehrjahr . Offizieller Veranstalter ist der Förderverein der Berufsschule.

Die Veranstaltungfindet am 24. Januar 2020 von 12 bis 22 Uhr im Saalbau Bornheim Arnsburger Straße 24, statt. Der Eintritt ist frei, über Spenden freut sich die Klasse.

Der komplette Erlössoll dem Verein Tropica Verde zugutekommen, der sich für den Erhalt tropischer Lebensräume, die Bewahrung biologischer Vielfalt und den Schutz bedrohter Arten einsetzt. bos

Kontakt und weitere Infosunter kuleana.greenmarket@gmail.com und www.kuleana-greenmarket.com

Seit Sommer ist Ihre Klasse mit der Planung beschäftigt. Warum haben Sie sich für ein nachhaltige Veranstaltung entschieden?

Yates:Wir wollten etwas umsetzen, bei dem die Leute eher mit dem Herzen dabei sind – als wenn wir nur eine Party oder ein Festival organisiert hätten.

Volkov:Unser Markt ist ein spannendes Format, bei dem wir die Kreativität der ganzen Klasse und unser unterschiedliches Know-how einbringen können.

Bei Ihnen sind verschiedene Bereiche der Eventbranche vertreten?

Korzuschek:Ja, wie Messe, Catering, Tourbooking und Veranstalter. Wir haben verschiedene Teams gegründet, in denen die einzelnen aktiv sind. Manche arbeiteten am Konzept, fürs Marketing, am Programm oder am Catering.

Wie läuft die Finanzierung?

Volkov:Über ein Sponsoring und staatliche Förderung, sonst hätten wir die Veranstaltung nicht stemmen können. Wir haben kein Budget und machen keinen Gewinn. Den gesamten Erlös spenden wir einer gemeinnützigen Organisation, die sich für den Umweltschutz einsetzt.

Was war das Schwierigste bei der Umsetzung Ihres Konzepts?

Korzuschek:Dass wirklich alles nachhaltig ist. Für den Druck der Flyer etwa mussten wir eine Druckerei finden, die ökologisch abbaubare Farben und entsprechendes Papier verwendet. Die angebotenen Speisen und Getränke sind ausschließlich saisonal, regional und fair gehandelt. Wir verzichten auf Einweggeschirr und -besteck. Auch die Künstler, die auf der Bühne stehen werden, haben wir Lokal gesucht.

Wird der Markt ein einmaliges Projekt bleiben?

Korzuschek:Wenn es gut läuft haben schon jetzt mehrere verkündet, dass sie den Markt weiterführen wollen. Er ist uns allen ans Herz gewachsen.

Interview: Boris Schlepper

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