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Kathrin Jimenez (r.) und Lena Stingl mit Pudel Odin. Die beiden Hochzeitsplanerinnen haben wegen Corona ihr Modelabel Fräncy gegründet. Sie bieten nachhaltige Damen-Blousons aus edlen Stoffen.
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Kathrin Jimenez (r.) und Lena Stingl mit Pudel Odin. Die beiden Hochzeitsplanerinnen haben wegen Corona ihr Modelabel Fräncy gegründet. Sie bieten nachhaltige Damen-Blousons aus edlen Stoffen.

Mode aus Frankfurt

Frankfurt: Bomberjacken aus Haute-Couture-Stoffen

  • Kathrin Rosendorff
    VonKathrin Rosendorff
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Kathrin Jimenez und Lena Stingl sind eigentlich Hochzeitsplanerinnen. Doch dann kam Corona. Sie geben nicht auf und gründen ihr Modelabel Fräncy. Sie retten Überschussware, die sonst im Müll gelandet wäre- und machen daraus schnieke und limitierte Damen-Blousons.

Ihre aktuell beliebtesten Damenblousons heißen „Million Dollar Babe“ und „Black Beauty“. „Million Dollar Babe“ ist blau-kupfer-glänzend, also für den eher auffallenden Straßenauftritt. „Black Beauty“ ist schwarz und eher schlicht. Je nach Modell haben die Blousons mal viel Seidenanteil, sind mal aus feiner Wolle oder auch mal aus einer Mischung aus Viskose und Polyester. Aber eines ist allen gemein: Die Stoffe wurden von italienischen und japanischen Webern für internationale Luxuslabels überschüssig produziert und wären ansonsten im Müll gelandet.

„Diese Überproduktion gehört bei den großen Modemarken dazu“, erläutert Kathrin Jimenez. „Was zu viel ist, wird verbrannt. Das sind alles sehr hochwertige Stoffe, die wir einem italienischen Händler abkaufen. Das ist nicht günstig. Aber wir wollen die Stoffe retten und nachhaltige Mode machen, die schön aussieht, glücklich macht, aber die man eben auch lange lieben und tragen kann.“

Frankfurter Bomberjacken aus Edelstoffen: Die Blousons entstehen in Ausbildungsprojekt für geflüchtete Frauen

Die 36-Jährige hat zusammen mit Lena Stingl das Modelabel „Fräncy“ gegründet. Der Name sei eine Mischung aus Frankfurt und dem englischen Wort „fancy“, also: schicke Mode aus Frankfurt. Die Blousons vertreiben sie ausschließlich über ihren Onlineshop. Die Stückzahl ist pro Modell stark limitiert. Ist der Stoff aufgebraucht, wird nicht nachproduziert. Aktuell gibt es sieben Modelle zu kaufen, alle werden von Hand genäht. Und zwar in Frankfurt von der Initiative „Stitch by Stitch“, die geflüchtete Frauen zu Maß- und Konfektionsschneiderinnen ausbildet. „Und die Kollektion haben wir zusammen mit einer Frankfurter Designerin entworfen“, sagt Jimenez. Zum Interview treffen wir uns in der neuen Altstadt. Unweit feiert eine kleine Hochzeitsgesellschaft am Römer ein Brautpaar. Eigentlich sind Jimenez und Stingl Hochzeitsplanerinnen. „2020 wollten wir krass durchstarten“, erzählt Stingl. „Wir hatten uns gerade mit unserer Agentur selbstständig gemacht. Aber dann kam Corona, wir hatten voriges Jahr nur drei Veranstaltungen, also waren wir plötzlich arbeitslos“, sagt die 39-Jährige.

Beide haben BWL studiert, Jimenez zog 2012 von ihrer Heimatstadt Erlangen nach Frankfurt, Stingl ist hier geboren. Kennen lernten sie sich vor ein paar Jahren bei der Arbeit im Marketing. „Wir wollten schon damals etwas Eigenes machen und dachten: ‚Wer sind die glücklichsten Kundinnen? Wo gibt es gute Vibes?‘ Genau: bei Bräuten“, sagt Jimenez.

Modeserie

Vom 5. bis 9. Juli 2021 findet die erste Frankfurt Fashion Week statt – pandemiebedingt allerdings als rein digitale Veranstaltung.
Im Januar 2022 sollen dann erstmals die Messen Premium, Seek, Neonyt und The Ground sowie die Laufstegpräsentationen in der Mainmetropole ausgerichtet werden. Aber kann Frankfurt Mode?
In unserer Serie stellen wir regelmäßig lokale Designerinnen, Modemacher und Ladenbesitzerinnen vor. Sportmarkengründer, Handtaschendesignerinnen und Schuhmacher sind ebenso dabei wie Fashion-Influencer-innen. jkö/rose/hsr

Schon vor Corona entstand die Idee, noch etwas für die Off-Season auf die Beine zu stellen, also für die Wintermonate, in denen weniger geheiratet wird. Ursprünglich dachten sie an Accessoires, dann kam ihnen die Idee mit den Blousons in den Sinn. „Unsere Blousons kann man zum Brautkleid, aber eben auch im Alltag zur Jeans tragen. Der Blouson passt zu allem“, sagt Stingl. Durch den lässigen Schnitt sei es zudem figürlich unkompliziert.

Mode aus Frankfurt: Auf die Bomberjacken folgt bald ein Wendeblouson

Der Schnitt ist den sogenannten Bomberjacken nachempfunden, also den Uniformen der Air-Force-Piloten, die eigentlich für kühne, furchtlose Männer stehen. Damenblousons sind schon länger als Streetlook von Frankfurt bis New York angekommen. „Aber die Kombination dieser maskulinen Bomberjackenschnitts mit unseren Haute-Couture-Stoffen ist ein bewusstes Spiel mit der Irritation, mit dem Unkonventionellen. Wir wollen unseren Kundinnen, die eben auch mal unkonventionelle Wege gehen, die Möglichkeit geben, das auch modisch auszudrücken“, sagt Jimenez.

Die Blousons aus edlen Stoffen kosten zwischen 195 und 365 Euro. „Gerade jetzt, da in Corona-Zeiten viele auf Reisen und Essengehen verzichten müssen, gönnen es sich unsere Kundinnen, ihr Geld für schöne Mode auszugeben“, betont Stingl.

Anfang Juni soll das neuste Fräncy-Modell im Onlineshop zu kaufen sein: ein Wendeblouson. Ebenfalls neu und schon erhältlich ist das silbergraue „In da Hood“, als Hoodie zum Über-den-Kopf-Ziehen, das Jimenez an diesem Tag trägt. Stingl präsentiert ein weiteres neues Stück: „Roarrr“, ein Blouson mit wildem Animalprint. Das sei für einen majestätischen Auftritt im Großstadtdschungel bestens geeignet.

Alle Modelle von Fräncy sind zu sehen und zu kaufen unter: https://www.fraency.com

Das beliebte Model: One Million Dollar Babe.

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