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Die Kunstaktion des „Kollektivs ohne Namen“ auf dem Campus Bockenheim gegen die Behinderung von Seenotrettung.
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Die Kunstaktion des „Kollektivs ohne Namen“ auf dem Campus Bockenheim gegen die Behinderung von Seenotrettung.

Frankfurt

Frankfurt: Bockenheimer Studierendenhaus soll Kulturzentrum werden

Das Bockenheimer Studierendenhaus soll zum selbstverwalteten Kulturzentrum werden. Offen ist noch, wie genau die Übernahme vonstatten gehen soll.

Mit dem Umzug der Goethe-Universität auf den Campus Westend bleibt der geschichtsträchtige Campus Bockenheim zurück. Mit ihm verbinden Generationen von Frankfurter Studentinnen und Studenten auch das selbstverwaltete und mittlerweile denkmalgeschützte Studierendenhaus, das nun einem neuen Zweck gewidmet werden soll.

Das Haus in der Mertonstraße soll Teil des zwischen den Stadtteilen Bockenheim und Westend geplanten Kulturcampus werden. Der Verein Offenes Haus der Kulturen möchte das Studierendenhaus als Ort der Begegnung erhalten und ein soziokulturelles Zentrum errichten. Passend zum 70. Jahrestag der Grundsteinlegung des Studierendenhauses, in dem bis heute eine Kita, ein Wohnheim und das Café KoZ zu finden sind, hat der Verein nun die Umsetzbarkeit des Bauvorhabens verkündet.

Damit käme der Verein dem vielfachen Wunsch des Viertels nach, das Gebäude für die Öffentlichkeit als Treffpunkt zu bewahren, sagt Tim Schuster, Geschäftsführer des Vereins Offenes Haus der Kulturen. „Vor ein paar Jahren noch drohte dem Studierendenhaus der Abriss.“

Asta-Vorsitzende sieht einen „Raum für Widerstand“

Um die Notwendigkeit von selbstverwalteten Räumen weiß auch Melissa Dutz. Die Asta-Vorsitzende der Goethe-Universität sieht im neuen Offenen Haus der Kulturen eine Bereicherung für die Stadtgesellschaft. „Wenn Rechte in den Parlamenten sitzen und Rassismus und Antisemitismus laut werden, braucht es einen Raum für Widerstand. Den bedrohlichen Entwicklungen müssen wir mit Kunst, Kultur und kritischem Diskurs entgegenstehen.“

Aktionswoche

Der Verein Offenes Haus der Kulturen veranstaltet in Kooperation mit dem Asta eine Aktionswoche. Am 26. Mai diskutiert der Asta über urbane Freiräume im Kapitalismus. Rund um das Studierendenhaus sind Audioinstallationen über den Frankfurter Häuserkampf und über Max Horkheimer zu finden.

Am Samstag , 29. Mai, um 14 Uhr, wird das Bodengemälde zum Schauplatz einer Kundgebung gegen Rechtsradikalismus. Ein breites Bündnis ruft dazu auf, den Opfern rassistischer Gewalt zu gedenken. prah

Die Initiative werde von der Stadt Frankfurt begrüßt, die die Erarbeitung der Studie finanziell unterstützte. David Dilmaghani, Leiter des Kulturdezernatsbüros, sieht im neuen Koalitionsvertrag der Römer-Fraktionen ein klares Bekenntnis zum Haus. „Während die Universität auszieht, bleibt der kritische Geist erhalten. Die enorme Bedeutung für die Stadt bleibt unumstritten.“ Jetzt müsse die Eigentumsfrage geklärt werden.

Frankfurt: Der Verein möchte das Gebäude und das Grundstück in Bockenheim kaufen

Noch befinden sich sowohl Grundstück als auch Gebäude in öffentlicher Hand. Der Verein möchte beides kaufen. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf rund elf Millionen Euro. Das Grundstück ist laut Bodenrichtwert 1,4 Millionen Euro wert. Im Bebauungsplan sei das Gelände als Gemeinbedarfsfläche festgelegt und so „von den explodierenden Bodenpreisen der Umgebung ausgenommen“, wie Schuster deutlich macht. Der Verein sieht zwei Finanzierungsmodelle: eine direkte Erbpachtlösung zwischen der Stadt und dem Verein und den gemeinwohlgebundenen Verkauf an ein hierfür zu gründendes Stiftungskonsortium. Das Gebäude möchte der Verein mit einem symbolischen Euro erstehen.

Im Gegenzug könne der Verein der Stadt die Last des neun Millionen Euro schweren Sanierungsstaus abnehmen. „Wir gehen selbst in die Verantwortung, um das Gebäude in gemeinwohlorientierter Nutzung zu erhalten“, sagt Tim Schuster vom Offenen Haus der Kulturen. Mit Einnahmen rechne der Verein durch eine sozialverträgliche Vermietung der Veranstaltungssäle und der Wohnungen für Studierende.

Ende der Bauarbeiten für 2026 geplant

Jetzt müssten die Rahmenbedingungen für die Übernahme geschaffen werden. Eine politische Entscheidung werde vor der Sommerpause erwartet. Dann könnte die Bauphase 2023 beginnen, so dass das neue Offene Haus der Kulturen 2026 in die Fertigstellung gehen könnte.

Wenn die ersten Bauzäune aufgestellt werden, wird das alte Universitätsgelände nicht mehr zu erkennen sein. Dadurch werde auch der Campus für die Menschen unattraktiver, ist sich Schuster sicher. „Aus diesem Grund beginnen wir als Stadtgemeinschaft bereits jetzt damit, uns den Campus anzueignen.“ Mit Projekten wie Urban Gardening oder den Ausbau der Skateranlagen soll auch während der Bauarbeiten ein Zugang für alle geschaffen werden.(ALINA HANSS)

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