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Demonstration gegen den Militärputsch in Myanmar. Rolf Oeser
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Demonstration gegen den Militärputsch in Myanmar.

Demonstrationen

Frankfurt: Blumen für Myanmar

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Geringe Resonanz bei Demonstration am Römerberg. Bundesweite Aktion am 17. April geplant.

Klaus Baldner hat ein selbst gebasteltes Schild mitgebracht. „Die Diktatur muss gestürzt werden“, steht darauf in Englisch. Baldner hat eine besondere Beziehung zu Myanmar. Das Land hat ihn seit seinem ersten Besuch gefesselt, seit einigen Jahren bietet er Fahrradtouren in dem Land an, das seit Anfang Februar von einer Militärdiktatur terrorisiert wird.

Baldner hat Spendengeld für die unterdrückten Menschen gesammelt, seine Bekannte Yadana hat die Proteste unterstützt, indem sie für die demonstrierenden Menschen in Rangun gekocht hat. Mittlerweile seien selbst Demonstrationen zu gefährlich, weil die Soldaten die eigenen Landsleute niederschössen. „In Rangun sind die Proteste ziemlich niedergeschlagen, da sind nur noch kleine Aktionen möglich“, hat sich Baldner berichten lassen.

Auf dem Frankfurter Römerberg sind Demonstrationen gefahrlos möglich, aber viele sind nicht gekommen an diesem Ostersamstag. Die burmesische Community im Rhein-Main-Gebiet ist weitgehend unter sich, aber sehr engagiert bei der Sache. Auf Kartonage haben sie Fotos von Demonstrierenden geklebt, die seit Beginn des Militärputschs getötet wurden. Die Pappe ist sehr groß, doch es passen nur Bilder eines kleinen Teils der Getöteten drauf, über 500 sind es mittlerweile. Auch die auf den Pflastersteinen aufgestellten Grablichter erreichen diese Zahl nicht.

Ein Ende des Terrorregimes ist nicht in Sicht. „Wir sind hilflos“, sagt Yway Yway Mow, eine der Organisatorinnen der Demonstration. Sie hofft für ihre Familie daheim auf Unterstützung durch die Vereinten Nationen oder die Europäische Union, doch diese Hilfe blieb bislang aus. Sanktionen würden nicht helfen, sondern nur der Bevölkerung schaden, sagt Mow. Selbst gegen die Militärjunta vorgehen kann die Bevölkerung Myanmars nicht. „Wir haben keine Waffen.“ Auf den Römerberg haben viele Blumen mitgebracht. Rosen, Tulpen und Nelken. „Spring Revolution Myanmar“ steht auf einer riesigen Fahne. Doch eine Nelkenrevolution ist nicht in Sicht.

Einer der wenigen Deutschen, die sich bei den Protesten am Samstag engagieren, ist Daniel Twardzik. Ähnlich wie Baldner hat er sich bei einem Urlaub in das Land am Golf von Bengalen verliebt. „Ich bin noch nie so freundlich empfangen worden“, schwärmt Twardzik. Die Demonstration eine Woche zuvor an der Hauptwache hatte er angemeldet. Was die Unterstützung von der internationalen Staatengemeinschaft angeht, ist er ähnlich skeptisch wie Baldner, der sogar konkreter wird: „Die Hilfe von außen wird nicht kommen, es gibt zu viele Schurkenstaaten drum herum.“ Zumindest die Unterstützung in Deutschland soll aber fortgesetzt werden. Am 17. April seien Demos in elf Städten in Deutschland und der Schweiz geplant, kündigt Twardzik an. Vielleicht dann ja auch mit etwas mehr Unterstützung aus der deutschen Bevölkerung.

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