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DJ-Equipment gehört in ein Museum für elektronische Musik.

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Frankfurt: Blick nach vorn beim Momem

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Das Museum für moderne elektronische Musik (Momem) wäre ein Gewinn für die Frankfurter Kulturlandschaft. Ein Kommentar.

Wer die verzögerte Eröffnung des Museums für moderne elektronische Musik (Momem) zu verantworten hat, ist eigentlich egal. Wichtig ist nun, dass Frankfurt mit dem Museum einen weiteren Baustein in seiner ohnehin reichen Kulturlandschaft erhält. Das Momem wäre das erste Technomuseum der Welt, ein Vorzeigeprojekt, das unter anderem an den historischen Ruhm Frankfurts erinnert, einst deutsche Technohauptstadt gewesen zu sein – mit dem Omen in der Junghofstraße, dem Dorian Gray am Flughafen, dem U60311 in der Hauptwache. Heute ist der bedeutendste Club der Region das Robert Johnson in Offenbach. Und so wie das Robert DJs zu Theorievorträgen einlädt, will das Momem Veranstaltungsort sein, ein Kulturzentrum für Podiumsdiskussionen, Filmvorführungen, Lesungen. Neben der Dauerausstellung soll es Wanderausstellungen geben.

Es wäre schade, wenn die Frankfurter nach London reisen müssten, um die Ausstellung „Electro. From Kraftwerk to Daft Punk“ zu sehen. Besser sollte die Koalition sich schnell auf die Freigabe der Anschubfinanzierung verständigen, die zurückgezahlt werden muss. Die Bedingung, dass zeitgleich hohe Spendenbeträge eingesammelt werden müssen, sollte sie streichen. Eine halbe Million Euro ist viel Geld. Aber nur zum Vergleich: Die Schirn Kunsthalle kostete die Stadt im vergangenen Jahr 5,29 Millionen Euro. Die Städtischen Bühnen waren der Stadt 73,62 Millionen Euro wert. Gut investiertes Geld. Das kulturelle Angebot macht Frankfurt, das außerhalb vor allem für die Banken, die Skyline, den Flughafen bekannt ist, attraktiv. Kultur zieht Kreative an, Studenten, Bildungsbürger, auch die Kultur der elektronischen Musik, wie sie im Momem gepflegt werden soll.

Fantastisch würde sich das U60311 als Spielstätte eignen, als Saal für Lesungen, Filmabende, Clubnächte. Der Brandschutz müsste ertüchtigt werden. Dann könnte Frankfurt einen kulturellen Ort zurückgewinnen.

Von Florian Leclerc

Noch immer wurde das Momem in Frankfurt nicht eröffnet. Denn die Stadt hat die Finanzierung noch nicht freigegeben. Das sorgt für große Probleme bei der Planung. 

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