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Lisa Ferrarelli ist eine der Nachhaltigkeitspraktikerinnen bei der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.
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Lisa Ferrarelli ist eine der Nachhaltigkeitspraktikerinnen bei der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Bildung

Frankfurt: Bildung gegen das Abgehängt-Werden

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft blickt auf ein besonderes Jahr zurück. Corona hat die Bildungsarbeit erschwert, aber ein ganz bestimmtes Motto half weiter.

Ein cleverer Arbeitshandschuh, der die verborgenen Stromleitungen in den Wänden ausfindig macht. Eine Nähmaschine, die digital erkennt, wenn der Unterfaden langsam zu Ende geht. So etwas Praktisches kommt dabei heraus, wenn Menschen an Projekten der Stiftung Polytechnische Gesellschaft teilnehmen. Und man fragt sich unwillkürlich, wie die Welt so lang ohne diese Hilfen auskam.

„Bildung ist mehr als Schule und gute Noten“, sagt der Vorstandsvorsitzende Roland Kaehlbrandt am Montag, als er Bilanz zieht – Bilanz eines Jahres, das alle vor Herausforderungen gestellt hat. Wie kam die Stiftung, deren Anliegen ja die Bildung ist, mit der Herausforderung zurecht? „Unverdrossen“, sagt Kaehlbrandt, das sei der Begriff, den die Polytechnische aus fünf Millionen zur Verfügung stehenden deutschen Wörtern ausgewählt habe: „Wir haben uns nicht vom Verdruss über die aktuelle Lage bestimmen lassen.“

Die aktuelle Lage war und ist die Corona-Pandemie. Ihr zum Trotz stellte die vor 15 Jahren gegründete Stiftung wieder die Deutschförderung in den Mittelpunkt, also Unterstützung für all jene, die mit dem Sprechen der deutschen Sprache noch nicht so fit sind, wie sie es sich wünschen. 150 Frankfurter Kinder, 537 hessenweit, seien beim sogenannten Deutschsommer dabei gewesen und hätten große Erfolge gefeiert, sagt Roland Kaehlbrandt: „Sie sind unglaublich wissensdurstig.“ Gerade in der Zeit der Pandemie sei die Arbeit für die Bildung besonders wichtig. Viele Kinder liefen Gefahr, abgehängt zu werden. Dem wirkte auch das Diesterweg-Stipendium entgegen, ein Bildungsstipendium für Familien: Damit werden seit 2008 alle zwei Jahre Kinder aus vierten Klassen und ihre Eltern beim Übergang in die fünfte Klasse gezielt gefördert.

Eines von 19 Leitprojekten der Stiftung, das sogenannte Digitechnikum, ersann unter anderem einen „smarten Kühlschrank“ und einen digitalisierten öffentlichen Bücherschrank. Vieles laufe inzwischen über die vernetzten Computer, berichtet Kaehlbrandt, aber der persönliche Austausch werde durchaus vermisst. Er spiele in der Bildungsarbeit der Zukunft weiterhin eine Hauptrolle.

Die bewährten „Stadtteilbotschafter“ absolvierten 2020 beispielsweise Gebärdensprache-Workshops, die „Stadtteilhistoriker“ ergründeten etwa die Geschichte des Punkrocks in Frankfurt – und wie es hier einst mit der Freikörperkultur losging. Neu ins Projektsortiment kamen die „Nachhaltigkeitspraktiker“, eine Straßen-Uni für Wohnsitzlose, die Aktion Junge Paulskirche und eine deutsch-französische Jugendbegegnung.

Mehr als sieben Millionen Euro hat die Stiftung Polytechnische Gesellschaft 2020 in ihre Angebote investiert und in der Zeit ihres Bestehens etwa 125 000 Menschen mit ihren Bildungsangeboten erreicht. Hauptaufgabe in diesem Jahr, sagt Kaehlbrandt, sei es, den Kontakt zur Zielgruppe zu halten. Das Smartphone sei dabei oft zum entscheidenden Hilfsmittel geworden. Auch wenn Corona einst wieder normale Verhältnisse erlaube, werde das Digitale sicher präsenter bleiben als zuvor, glaubt er.

Nur bitte nicht in der Musik: Da gelang es dem Stiftungs-Chor zwar erstaunlich gut, bei Stimme zu bleiben (auf Youtube lässt es sich bewundern), und auch die Band Plan Zehn rund um Keyboarder Roland Kaehlbrandt leistete über die trennende Distanz Beachtliches („The Long And Winding Road“, ebendort). Aber live und zusammen ist halt doch immer noch schöner.

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