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Dieses Bild von Frankfurt wurde mit einer Drohne aufgenommen.

Fotografie

Bilder aus der Vogelperspektive

  • vonKathrin Becker
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Der freie Fotograf und Kameramann, Dieter Fehrenz, spricht im Interview über den Dreh des Tatorts, seine Workshops und das Besondere am Filmen mit Kameradrohnen.

Herr Fehrenz, mit Drohnen verbindet man oft Bedrohliches. Sie nutzen sie zum Filmen und Fotografieren. Welche Reaktionen bekommen sie beim Dreh?

Alle paar Aufträge gibt es kritische Personen, die uns ihre Vermutungen darüber mitteilen, für wen wir da jetzt spionieren. Das kann durchaus anstrengend sein. Wir wissen, dass man über Wohngebieten nicht drehen darf und holen uns im Zweifelsfall immer die notwendige Genehmigung ein. Neulich haben wir in einem Stadtpark gedreht und die Besucher haben sich beobachtet gefühlt. Wenn man den Leuten dann die Aufnahmen zeigt, ist das aber meistens auch schnell wieder in Ordnung.

Zusammen mit ihrem Kollegen Steffen Heyermann arbeiten Sie regelmäßig für den Hessischen Rundfunk. Was war bisher ihr spektakulärster Einsatz?

Das war zum Beispiel der Ironman-Auftrag, da haben wir Live-Bilder direkt in den Sender geschickt. Nicht nur vom Startschuss, als alle Sportler ins Wasser gelaufen und losgeschwommen sind, sondern auch während der Veranstaltung. Und für einen Tatort zu drehen ist auch eine Herausforderung. Da ist einfach eine gewisse Spannung, auch beim Dreh.

Wie sind sie zur Drohnen-Fotografie gekommen?

Ich habe vorher eine ganze Menge Luftbildfotografie gemacht, also vom Helikopter oder Kleinflugzeug aus. Ich finde es faszinierend, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen. Als dann die ersten Kopter aufkamen, bin ich auf diesem Zug aufgesprungen. 2015 habe ich dann eine Drohnenausbildung gemacht.

Was ist das Besondere beim Fotografieren und Filmen mit Drohnen?

zur Person

Dieter Fehrenz, 61, arbeitet als Freier Fotograf und Kameramann in Frankfurt am Main. Seine Passion ist die Luftbildfotografie. Für den Hessischen Rundfunk dreht er regelmäßig mit großen Kameradrohnen, zum Beispiel für den Tatort. Am Frankfurter Filmhaus leitet er einen Workshop zum richtigen Umgang mit Kameradrohnen. Der Workshop „Theoretisches und praktisches Wissen im Umgang mit Kameradrohnen“ findet statt vom Freitag, 28. August, bis Sonntag, 30. August. Er richtet sich an alle angehenden Kameraleute oder Fotografen, die sich zum ersten Mal mit Drohnen beschäftigen möchten. Vorerfahrungen im Fotografieren oder Filmen sind empfohlen.

Es gibt viele interessante Perspektiven, die bekommt man nicht von einem Helikopter oder ähnlichem aus. Ich hatte im vergangenen Jahr ein tolles Projekt, da ging es um den Eisernen Steg. Und wir haben dann festgestellt, wenn ich die Aufnahmen aus 300 Meter Höhe mache, dann sticht der nicht so hervor. Wenn man tiefer runter und näher an das Objekt heranfliegen möchte, dann geht das mit der Drohne besser.

Ist bei einem Dreh auch schon mal etwas schiefgegangen?

Ja, das gibt es natürlich auch. Wir hatten schon brenzlige Fälle, in denen wir Angst um unsere Kopter hatten. Als wir einmal für einen Spielfilm gedreht haben und es sehr kalt war, sind die Akkus zu schnell leer geworden. Trotz Sicherheitsschaltungen hat es die Drohne nur bis etwa 50 Meter vor den Startpunkt geschafft und ist dann automatisch notgelandet. Zum Glück hat niemand Schaden genommen. Aber man atmet dann schon einmal tief durch. Wenn etwas kaputtgeht, können die Reparaturkosten schnell sehr hoch sein.

Dieter Fehrenz, freier Fotograf und Kameramann.

Worauf muss beim Drohnenfilmen denn alles geachtet werden?

Das ist jetzt eine gute Überleitung zu dem Workshop, den mein Kollege und ich am Filmhaus Frankfurt anbieten. Denn wir wollen den Teilnehmern nicht nur zeigen, wie toll man fliegen kann, sondern auch die Kehrseite beleuchten. Die wird sehr häufig vernachlässigt. Ein ganz wichtiger Punkt ist die Gesetzeslage hier in Deutschland. Man muss zum Beispiel beachten, wie schwer die Drohne sein darf und ab wann man einen Drohnenführerschein braucht.

Dürfen Workshop-Teilnehmer auch selbst einmal fliegen?

Ja, das ist auch sehr wichtig für den Lerneffekt, dass man selbst einmal einen Steuerknüppel in der Hand halten und eine Testrunde drehen kann. Wir stellen dazu einige Geräte zur Verfügung. Wir geben auch Ratschläge, welche Drohnen sich für welche Projekte am besten eignen. Außerdem zeigen wir Praxisbeispiele aus unserer Auftragsarbeit unter anderem vom Hessischen Rundfunk. Am Ende könne die Teilnehmer ihre selbstgemachten Videos anschauen.

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