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Frankfurt

Frankfurt bietet Anlaufstelle für Menschen ohne Krankenversicherung

  • Steven Micksch
    vonSteven Micksch
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Ein Pilotprojekt will Menschen mit ungeklärtem Krankenversicherungsschutz bei der Rückkehr ins medizinische Regelsystem helfen. Erfahrungen anderer Projekte machen Mut.

Genaue Zahlen zu der Frage, wie viele Menschen in Frankfurt leben, ohne eine Krankenversicherung zu haben, gibt es nicht. Bundesweit ist die Zahl nach einer Erhebung der Nichtregierungsorganisation „Ärzte der Welt“ in den vergangenen Jahren angestiegen, und auch in Frankfurt nutzen zahlreiche Bürger:innen die vorhandenen medizinischen Angebote für Menschen ohne Krankenversicherung.

Seit dieser Woche gibt es hier auch eine sogenannte Clearingstelle, ein neues Beratungsangebot für Menschen mit ungeklärtem Krankenversicherungsschutz. Es soll ihnen künftig dabei helfen, einen besseren Zugang zur medizinischen Regelversorgung zu bekommen.

„Durch die Auswirkungen der Corona-Krise könnte die Zahl der Menschen, die ihren Krankenversicherungsschutz verlieren, zunehmen“, sagt Alexandra Sarah Lang vom Gesundheitsamt Frankfurt. Sie ist dort für die Koordination der humanitären Gesundheitsdienste verantwortlich und organisiert auch die Arbeit der Clearingstelle. Das auf zwei Jahre angelegte Pilotprojekt wurde vom Gesundheitsamt und dem Jugend- und Sozialamt der Stadt initiiert. Kooperationspartner ist der Fachbereich „Soziale Arbeit und Gesundheit“ der Frankfurt University of Applied Science. Die Hochschule stellt auch die Berater:innen.

Oft prekäre Situationen

Alexandra Sarah Lang hat im Vorfeld mit bereits existierenden Clearingstellen, etwa in Berlin, Mainz, München oder Hamburg, über deren Erfahrungen gesprochen. Ein Drittel der Menschen könne demnach wieder in eine Krankenversicherung gelangen – das große Ziel auch der hiesigen Clearingstelle. Ansonsten versuche man, den Ratsuchenden bei ihren vielschichtigen Problemen zu helfen.

„Die Lebenssituationen der Menschen, die zu uns kommen, sind oft prekär“, sagt Lang. Es gehe dann darum herauszufinden, welche Probleme sie selbst lösen könnten und für welche sie die Unterstützung sozialer Träger, beispielsweise in der Drogen- und Wohnungslosenhilfe, zu Rate ziehen. Wer dringend medizinische Hilfe benötigt, wird auch diese bekommen. Die Anlaufstelle ist in den Räumen der „humanitären Sprechstunden“ beim Gesundheitsamt angesiedelt.

Einige Clearingstellen in anderen Städten haben dem Angebot einen Behandlungsfonds angegliedert, aus dem medizinische Kosten bezahlt werden. In Frankfurt gibt es so etwas zurzeit nicht. Aufgrund der derzeitigen Kontaktbeschränkungen werden zunächst Patientinnen und Patienten der humanitären Sprechstunden im Gesundheitsamt beraten; sobald es die Pandemiesituation zulasse, werde das Angebot auf weitere Ratsuchende ausgeweitet.

Die Adresse der Clearingstelle ist Zeil 5 im zweiten Obergeschoss. Eine offene Sprechstunde gibt es mittwochs von 14 bis 17 Uhr. Kontakt per E-Mail: clearingstelle.gesundheitsamt@ stadt-frankfurt.de.

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