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„Frankfurt bietet allen etwas“

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Von: Meike Kolodziejczyk

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Akkurater Schnitt im Friseursalon „Goldene Schere“ im Bahnhofsviertel.
Akkurater Schnitt im Friseursalon „Goldene Schere“ im Bahnhofsviertel. Michael Schick © Michael Schick

Patricia Baumjohann, Leiterin der Informationsstelle AmkA.Info des Amts für multikulturelle Angelegenheiten, spricht darüber, was gut läuft in Frankfurt – und was nicht ganz so gut

Ist Frankfurt eine gute Stadt für Menschen aus aller Welt?

Frankfurt ist ein gutes Zuhause. Wer heute neu nach Frankfurt kommt, trifft auf eine sehr dynamische und für viele überraschend kleine Großstadt. Hier hören Sie Sprachen aus aller Welt. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat internationale Familienbeziehungen, über 70 Prozent der Kinder in städtischen Kitas wachsen mehrsprachig auf. Unsere Nachbarschaften sind vielfältig, viele Interessen und Communitys haben sich organisiert. Frankfurt bietet eigentlich allen etwas, auch Hilfen und mehrsprachige Anlaufstellen, die das Ankommen in der Stadt erleichtern oder wenn sich eine Lebenslage ändert.

Was läuft in Frankfurt anders und eventuell besser als in anderen Großstädten?

Schon immer hat Migration unsere Stadt beeinflusst – auf eine eigene Weise, die sich von anderen Städten unterscheidet. Das AmkA hat eine Einwanderungsgeschichte Frankfurts veröffentlicht. Heute ist der Wechsel typisch für die Stadt. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt erst seit 15 Jahren hier. Rund 64 000 Personen ziehen jedes Jahr nach Frankfurt. Etwa 57 000 ziehen pro Jahr fort. 40 Prozent kommen aus dem Ausland, aus immer mehr Ländern, mit ganz unterschiedlichen Geschichten, Möglichkeiten und Erwartungen. Eine neue Einwanderung trifft auf eine zweite und dritte Generation, die Frankfurt längst zu einer internationalen Heimat gemacht hat. Mehr als 350 migrantische Organisationen sind hier aktiv. Rund 280 Gemeinden aller Weltreligionen und Glaubensrichtungen gibt es stadtweit. Und das sind nur zwei Beispiele, der Alltag ist noch vielfältiger.

ZUr Person

Patricia Baumjohann ist die Leiterin der Informations- und Vermittlungsstelle AmkA.Info des Frankfurter Amtes für multikulturelle Angelegenheiten.

Wer neu ist in der Stadt , Fragen zu Beratungs- und Freizeitangeboten oder Communitys hat oder Hilfe im Kontakt mit Behörden benötigt, kann sich direkt an das Team im „Stadtraum Frankfurt“, Mainzer Landstraße 293, wenden, oder es unter Tel. 069/212-41515 oder amka.info@stadt-frankfurt.de kontaktieren. Weitere Informationen gibt es auf: www.amka.de/info

Was müsste sich noch verbessern und wo gibt es Probleme?

Jede Großstadt hat verschiedene Seiten, in Frankfurt drängt sich vieles auf kleinerem Raum als andernorts. Das Integrationsmonitoring des AmkA gibt da einen Eindruck, auch die Sozialberichterstattung. Frankfurt ist eine offene, eigentlich unkomplizierte Stadt. Aber nicht für alle. In Frankfurt zu leben, kostet Geld, viele pendeln weite Strecken in die Stadt. Den Alltag zu organisieren, ist bisweilen schwer, zumal für diejenigen, die es ohnehin nicht leicht haben. Auch hier erleben Menschen Diskriminierung und Rassismus, das erfahren wir im AmkA ganz direkt. Nicht überall fühlen sich Menschen sicher. Wege sind nicht barrierefrei, in mehrfacher Hinsicht.

Was empfehlen Sie Menschen, die neu in Frankfurt ankommen? Was könnte ihnen helfen, hier heimisch zu werden?

Ich rate ihnen, sich umzuschauen. In Frankfurt sind Kontakte und Möglichkeiten selten weit weg. Es gibt sehr viel Engagement, in allen Stadtteilen. Und sie können sich an unser Team wenden, gern im „Stadtraum Frankfurt“ nahe der Galluswarte. Im persönlichen Gespräch klärt sich vieles nämlich am besten.

Interview: Meike Kolodziejczyk

Das Team von AmkA.Info. Leiterin Patricia Baumjohann ist die Zweite von rechts. AmkA.Info
Das Team von AmkA.Info. Leiterin Patricia Baumjohann ist die Zweite von rechts. AmkA.Info © AmkA.Info

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