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Frankfurt: Bewerben mit künstlicher Intelligenz

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Von: Steven Micksch

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Antares Vega Rubio, Nursel Ayar, Karenina Tariman und Stefanie Eymann (v.r.) im Sommer 2022.
Antares Vega Rubio, Nursel Ayar, Karenina Tariman und Stefanie Eymann (v.r.) im Sommer 2022. © Peter Jülich

Nursel Ayar, Stefanie Eymann, Antares Vega Rubio und Karenina Tariman haben einen Chatbot entwickelt, der bei der Vorbereitung für Bewerbungsgespräche hilft. Bei der Entwicklung ihrer digitalen Programms stießen sie auch auf ärgerliche Hürden.

Es ist ein deutlicher Unterschied zum ersten Avatar zu sehen, den Nursel Ayar, Stefanie Eymann, Antares Vega Rubio und Karenina Tariman am Anfang ihres Konzepts einer KI-basierten Anwendung für Bewerbungsgespräche entworfen haben. Damals erinnerte das Äußere an die Emoji-Figuren aus Whatsapp. Mittlerweile ist es eine echte Frau, welche die – in der Regel weiblichen – Nutzer:innen anspricht. Auch ist das Ganze mittlerweile vertont. Und die Antworten kann man entweder per Video, Audio oder Texteingabe hinterlegen. Am Ende wird das Gespräch noch einmal durchgegangen und die Nutzer:innen erhalten Fragen zur Selbstreflexion.

Die vier Frauen hatten im vergangen Jahr an einem KI-Ideathon teilgenommen, der Teil des vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Modellprojekts „Mit KI in eine smarte Zukunft – Frauen gestalten mit“ war. Ihre Anwendung sollte auf Menschen mit Migrationsgeschichte zugeschnitten sein und ihnen im Vorfeld von Bewerbungsgesprächen helfen. Die Idee des damals noch „ASKN“ genannten Teams (mittlerweile Team Bewerbungstraining) kam gut an, so dass die Frauen Coaching und ein Budget von 5000 Euro erhielten, um einen Prototyp zu entwickeln.

Genau dieser steht jetzt. „Es ist ein funktionsfähiges kleines Produkt“, sagt Nursel Ayar. Das Ganze soll als sogenanntes Minimum Viable Product (MVP, Minimal brauchbares Produkt) gar nicht fertig sein. Aber es bildet eine Grundlage mit der nun weitergearbeitet werden könne. Die Ideen, die die Vier hatten, ließen sich für dieses erste Produkt nicht alle realisieren.

Weiterentwicklung geplant

Doch das Projekt habe den Frauen auch so viel gebracht. Sie hätten viel über Konzipierung und Gestaltung gelernt, Erfahrungen gemacht, Kontakte geknüpft und neue Perspektiven gewonnen, zählt Ayar auf. Aber eben auch gemerkt, wo es noch Verbesserungspotenzial gebe. Eymann berichtet, dass es viel schwerer ist Unterstützung im Bereich Programmierung, KI und Datenanalyse zu bekommen als bei der Erstellung von Business Plänen oder ähnlichem. Ganz besonders fiel ihr auf, dass immer noch vergleichsweise wenige Frauen in diesem Bereich ausgebildet sind und als kompetente Ansprechpartnerinnen auftreten. Ayar sagt: „Es bräuchte mehr bundesweite Förderungen für Frauen in diesen Bereichen.“

Für die vier Frauen gehe es nun unterschiedlich weiter. Eymann möchte ein Weiterbildungsangebot entwickeln, in dem Frauen Programmieren lernen. Der Chatbot soll als erstes Praxisprojekt „nachprogrammiert“ und mit dem Einsatz von KI weiterentwickelt werden. Ayar befindet sich derzeit in einer beruflichen Neuorientierung. Sie würde aber gern einen Businessplan für die Anwendung entwickeln. Rubio arbeitet mit ihrer eigenen Variante des Bewerbungs-Chatbots weiter und hat Anwendungsmöglichkeiten bei ihrem Arbeitgeber, der LAG Arbeit Hessen identifiziert. Tariman hat das MVP unter dem Namen „Virtual Job Interview Trainer“ bereits in ihr Portal „Adlerschule digital“ integriert.

Der Frankfurter Verein Jumpp, der den KI-Ideathon begleitete, hat in einem früheren Projekt einen Karriere-Chatbot entwickelt. Es wird nun nach Fördermitteln gesucht, um eine gemeinsame Weiterentwicklung und Verknüpfung zu ermöglichen.

Das Team freut sich über Rückmeldungen oder weitere Anwendungsideen für ihr Projekt. Kontaktmöglichkeit unter E-Mail: heidi.wiegert@jumpp.de

Das MVP ist online unter bewerbungstraining.geschaeftsfrauenportal.com zu sehen.

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