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Frankfurt: Bewegung für alle in der Fabriksporthalle

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Von: Timur Tinç

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Rollstuhlbasketballer Sven Ziegel zeigt im Rahmen der Europäischen Woche des Sports Kindern einer Grundschule Inklusionssport.
Rollstuhlbasketballer Sven Ziegel zeigt im Rahmen der Europäischen Woche des Sports Kindern einer Grundschule Inklusionssport. © Renate Hoyer

Beim ersten Sport-Inklusions-Wochenende am 8. und 9. Oktober können Menschen mit und ohne körperliche Einschränkung teilnehmen.

Natürlich geht es an diesem Wochenende auch darum, Sport zu treiben und sich in verschiedenen Disziplinen und Spielen auszuprobieren. Doch der Fokus beim ersten Sport-Inklusions-Wochenende am 8. und 9. Oktober jeweils von 14 bis 19 Uhr in der Fabriksporthalle liegt auf der Sensibilisierung. „Viele Vereine gehen zurückhaltend mit dem Thema Inklusion um. Sie haben Angst, dass sie nicht die passenden Übungsleiter haben“, sagt Petra Preßler, Vorsitzende der Sportjugend, die das Event federführend organisiert. Das Wochenende mit vielen Mitmachangeboten in der gesamten Halle verteilt sei ein erstes Pilotprojekt, um zu schauen, was gut und was schlecht läuft. „Und wir wollen darauf aufbauend viele weitere Projekte starten“, erklärt Preßler.

80 Prozent der Angebote an diesem Wochenende werden vom 1. Frankfurter Inklusions-Sportverein (FIS) angeboten. Den Verein gibt es seit vergangenem Jahr. Er hat es sich auf die Fahnen geschrieben, Sport für Menschen mit und ohne Behinderung anzubieten. „Wir sind in Deutschland noch Lichtjahre hinter den Skandinaviern, Benelux-Ländern und Engländern zurück“, sagt der Vorsitzende Holger Kranz. Es gebe vereinzelt gute Angebote, etwa Rollstuhlbasketball, aber Menschen mit motorischen Einschränkungen oder Sinnesbehinderungen sind auch von solchen Sportarten ausgeschlossen.

Das Sport-Inklusions-Wochenende

Das Sport-Inklusions-Wochenende findet am 8. und 9. Oktober jeweils von 14 bis 19 Uhr in der Frankfurter Fabriksporthalle, Wächtersbacher Str. 80 statt. Weitere Informationen gibt es unter:

www.sjf-sportjugend.com

„Wir versuchen, mit niedrigschwelligen Angeboten jeden mitzunehmen“, sagt Kranz. Sein Verein hat derzeit 75 Mitglieder. Ganz entscheidend sei dabei die Fortbildung der Übungsleiter:innen. Bei der Abschlussprüfung des Hessischen Behinderten- und Rehasports werden am Montag elf der 20 Absolvent:innen vom Frankfurter Inklusions-Sportverein sein. „Es ist aber nur eine Teilausbildung“, sagt Kranz. Menschen mit Asperger-Syndrom oder anderen Auffälligkeiten müssten spezieller betreut werden. „Deshalb bilden wir unsere Leute selber aus“, betont Kranz. Selbst Wachkomapatient:innen können beim FIS an Sportangeboten teilnehmen. Die würden dann von ihren Betreuer:innen bewegt. Vom Sport-Inklusions-Wochenende erhofft sich der Vorsitzende Impulse, dass Vereine auf Ideen gebracht werden können, wie sie die Inklusion in ihrem Angebot vorantreiben können.

Neben dem FIS sind die TuS Makkabi, der Tischtennis-Kreis Frankfurt und der Kraftsportverein (KSV) Frankfurt dabei. „Wir tauschen uns auch mit dem Hessischen Innen- und Sportministerium aus“, sagt Preßler. Es gebe viele Ansätze, um das Thema auszuleben und in die Breite zu streuen. Im kommenden Jahr seien ein Sommercamp geplant, und für das Jahr 2024 kann sie sich eine Art Mini-Olympia vorstellen. „Das Thema Inklusion ist jedenfalls keine Eintagsfliege“, betont die Sportjugend-Vorsitzende.

Das Sport-Inklusions-Wochenende findet in der Frankfurter Fabriksporthalle, Wächtersbacher Str. 80 statt. Weitere Informationen gibt es unter:

www.sjf-sportjugend.com

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