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Bettler

Armut gehört zur Realität

Bettler in Frankfurt gehören zur sozialen Realität

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Manche Passanten  mögen Bettler in Frankfurt als lästig empfinden. Aber arme Menschen gehören zur sozialen Realität in dieser Stadt. Ein Kommentar. 

Regelmäßig bekommt Jörg Bannach Briefe, in denen sich Frankfurter oder auch Besucher der Stadt über Bettler beschweren. Der Leiter des Ordnungsamts formuliert dann stets eine freundliche Antwort. Doch damit ist den meisten Beschwerdeführern nicht geholfen. Sie wünschen sich die Zusage, nicht mehr von armen und zumeist verwahrlost aussehenden Menschen um Geld gebeten zu werden. Diese werden sie in Frankfurt aber nie bekommen.

Betteln wird als lästig empfunden

Damit es keine Missverständnisse gibt: Es ist richtig, dass die Stadtpolizei gegen aggressives Betteln vorgeht. Niemand muss sich anfassen lassen, niemand muss die Frage nach etwas Kleingeld zehnmal beantworten, und wenn organisierte Banden Kinder auf die Straße schicken, dann dürfen die Ordnungshüter nicht nur einschreiten, dann müssen sie es tun.

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Aber: In der Gefahrenabwehrverordnung, auf die sich die Stadtpolizei stützt, ist von aggressivem Betteln die Rede. Nicht von aktivem Betteln. Die einfache Frage nach einem Euro darf für die Polizei kein Grund zum Einschreiten sein. Manche Passanten auf der Zeil mögen Bettler als lästig empfinden. Aber Menschen, die so arm sind, dass sie andere Menschen um Geld bitten, gehören zur sozialen Realität in dieser Stadt. Und es gibt kein Recht darauf, mit dieser nicht konfrontiert zu werden.

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