1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Betroffenheit nach Tod eines Schülers

Erstellt:

Von: Oliver Teutsch

Kommentare

Gedenkstätte für den tödlich verunglückten Dominik an der Straßenbahnhaltestelle in Nied. Foto: Privat
Gedenkstätte für den tödlich verunglückten Dominik an der Straßenbahnhaltestelle in Nied. Foto: Privat © Privat

Ermittlungen zum Unfallhergang des Unglücks mit Straßenbahn in Nied laufen noch.

Es herrscht Betroffenheit an der Unfallstelle am Tag, nachdem der 13-jährige Dominik von einer Straßenbahn erfasst und tödlich verletzt wurde. Die Menschen in Nied haben Blumen niedergelegt und Kerzen angezündet. Ein Mitschüler hat einen ergreifenden Brief geschrieben, wie sehr er Dominik, der ihm immer bei Schulaufgaben half, vermissen wird. „Du bist ein ganz toller Mensch“, heißt es in den Schreiben, das an ein Absperrgitter geklebt wurde und viele Passierende auf dem Weg zur Straßenbahn oder über die Mainzer Landstraße lesen.

Der genaue Unfallhergang, der zum tragischen Tod des Schülers führte, ist indes noch immer Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Die Zeugenlage sei nicht sehr erfreulich, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Zwar gebe es Zeugen, doch die haben wohl widersprüchliche Angaben gemacht. Der 13-Jährige hatte am Mittwoch gegen 7.40 Uhr die Mainzer Landstraße am Fußgängerüberweg der Straßenbahn-Haltestelle Birminghamstraße überqueren wollen. Dabei hatte er offenbar eine stadteinwärts fahrende Bahn der Linie 11 übersehen und war von dieser erfasst und mitgeschleift worden. Der Fahrer hatte nicht mehr rechtzeitig bremsen können.

Unklar ist derzeit noch, ob die Fußgängerampel für den 13-Jährigen zum Zeitpunkt der Querung Rot oder Grün zeigte. Die Ampel für die Schienenüberquerung zeigt Dauergrün, solange sich keine Bahn anmeldet. Der Ampelschaltplan sei angefordert, eine Auswertung der Ampelanlage laufe, so die Polizei.

Entgegen anders lautender Meldungen ist der Unfallort aber nicht als Gefahrenstelle bekannt und soll auch nicht umgebaut werden. „Die Station ist infrastrukturell mit allem ausgestattet“, sagte ein Sprecher im Verkehrsdezernat. Dazu gehöre auch die von der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) als wichtig eingestufte sogenannte Z-Führung, wonach ein Passant beim Queren durch Absperrgitter zunächst gezwungen wird, wenigstens ein Stück weit in Blickrichtung zur möglicherweise nahenden Straßenbahn zu laufen.

Auch interessant

Kommentare