Stadtentwicklung

Frankfurt: Betriebshof für Busse zieht um

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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  • Florian Leclerc
    Florian Leclerc
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Die Planung für das Baugebiet Römerhof geht voran.  Es gibt einen städtebaulichen Entwurf, und das größte Problem ist gelöst.

Wenn Mike Josef über das Baugebiet Am Römerhof redet, gerät er schnell ins Schwärmen. Dann spricht der Planungsdezernent und SPD-Politiker von einem „ganz wichtigen Projekt“, dann verspricht er ein „Viertel der kurzen Wege“, dann wählt er sogar Städte wie Paris als Vorbild für die Planung – zumindest was die beachtliche Breite der Bürgersteige angeht. Nun nimmt die Planung für das 18 Hektar große Gelände, auf dem mindestens 2000 Wohnungen entstehen sollen, Formen an. Es gibt einen städtebaulichen Entwurf, und das größte Problem ist gelöst: Der Betriebshof für Busse, der großen Teilen der Bebauung im Wege stand, zieht um: auf ein Grundstück an der Lorscher Straße in Rödelheim.

Dort hätten sämtliche 250 Busse Platz, die bislang am Römerhof stehen, sagte Frank Junker, Geschäftsführer der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG, die die Wohnungen in dem Baugebiet errichten wird. Von 2022 an sollen die Busse auf der Fläche abgestellt werden, auf der derzeit eine Baumschule untergebracht ist.

Tatsächlich ist der Römerhof kein normales Baugebiet, wie der Architekt Christoph Mäckler ausführte. Anders als bei anderen Projekten dieser Größenordnung gab es keinen städtebaulichen Wettbewerb. Die Ideen zur Gestaltung wurden in einem Workshop entwickelt, den Mäcklers Deutsches Institut für Stadtbaukunst gemeinsam mit den städtischen Ämtern abhielt.

Tunnelbohrer fährt wieder

Orientieren wird sich die Bebauung an der Gründerzeit. Die Straße Am Römerhof wird zur Allee, es soll viel öffentlichen Raum geben und Höfe, sehr viele Höfe. Wie etwa im Nordend soll es hinter den Häusern Flächen geben, die ganz unterschiedlich genutzt werden könnten. Dort könne sich etwa Gewerbe ansiedeln, denkbar seien aber auch Spielplätze. Tiefgaragen soll es unter den Höfen nicht geben, damit dort auch Bäume gepflanzt werden können.

In etwa zwei Jahren sollen die Arbeiten beginnen. Bis 2028 könnte der erste Bauabschnitt mit 1000 Wohnungen, einem Gymnasium und einer Grundschule abgeschlossen sein. Er wird alleine 300 Millionen Euro kosten. Zwei Jahre später soll alles fertig sein.

Erschlossen wird das Gebiet über die U-Bahn-Linie 5. Zwei Haltestellen sind geplant, eine davon am zentralen Platz an der Schmidtstraße, die andere Am Römerhof. Nach monatelangem Baustopp laufen die Tunnelarbeiten für den Bau der U-Bahn wieder an. Ein defektes Schneidrad ist saniert. Der Tunnelbohrer dreht sich seit Montag wieder. Die Fertigstellung des U5-Ausbaus verschiebt sich allerdings von 2024 auf 2025.

Der Tunnelbohrer fährt nun rund um die Uhr. In den kommenden Wochen soll er die künftige Station Güterplatz erreichen. Bislang hat die Maschine 240 Meter zurückgelegt. Um einen weiteren Zwangsstopp zu vermeiden, werde der Vortrieb nun „intensiver begleitet und engmaschiger kontrolliert“, heißt es.

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