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Frankfurt: Bethmannhof nun Ort für Kreative

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Von: Christoph Manus

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In den seit mehr als drei Jahren ungenutzten Bethmannhof in der Frankfurter Innenstadt zieht wieder Leben.
In den seit mehr als drei Jahren ungenutzten Bethmannhof in der Frankfurter Innenstadt zieht wieder Leben. © christoph boeckheler*

Der seit Jahren nicht genutzte Bethmannhof am Frankfurter Römer wird zum Zentrum für Kreativität und Innovation. Die Stadt Frankfurt, die das ermöglicht, sieht große Chancen.

Der seit dem Auszug der Bethmann-Bank im Jahr 2019 leerstehende Bethmannhof in Nähe des Römers wird künftig als „House of Creativity and Innovation“ genutzt. Das hat die Frankfurter Wirtschaftsdezernentin Stephanie Wüst (FDP) jetzt mitgeteilt. Die Branche, vertreten durch den Verband „Cluster der Kreativwirtschaft in Hessen“ (Cluk), darf das zum größten Teil aus dem Jahr 1895 stammende Gebäude zunächst bis Jahresende nutzen, zum Beispiel für Veranstaltungen. So wird der Bethmannhof etwa vom 26. bis 30. September als Ort für die Creative Week Frankfurt dienen.

Nach dieser Zwischennutzung soll der Stammsitz der Bethmann-Bank „bedarfsgerecht für Unternehmen und Institutionen der Kreativwirtschaft hergerichtet werden“, wie Wüst mitteilt. Prinzipiell könnten erste Mieter schon zu Jahresbeginn einziehen, sagte Claudio Montanini, Cluk-Vorstandsmitglied am Dienstag auf FR-Anfrage. Außer Verbänden, Agenturen, Medien und Verlagen könnten nach Vorstellungen von Stadt und Branchenverband auch Soloselbstständige, Start-ups und temporäre Nutzungen eine neue Heimat im House of Creativity finden. Auch Film-, Foto- und Tonstudios seien in dem Gebäude mit gut 8000 Quadratmeter Nutzfläche möglich.

Gespräche zwischen Stadt Frankfurt und Eigentümer laufen noch

Noch ist kein dauerhafter Pachtvertrag zwischen der Stadt Frankfurt und der Bethmann Liegenschafts KG abgeschlossen worden. Vereinbart ist bisher nur die Nutzung bis Jahresende. Oliver Schwebel, Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderer, spricht aber von vertrauensvollen und konstruktiven Gesprächen.

Die Kreativwirtschaft sei für Frankfurt ein zunehmend relevanter Wirtschaftsfaktor, den die Stadt gezielt fördern und weiter ausbauen werde, sagt Wüst. Mit der Schaffung des Houses of Creativity an exponierter Stelle signalisiere die Stadt, welchen Stellenwert sie der Branche beimesse. Einen solch repräsentativen Standort für die Kreativwirtschaft gebe es in ganz Deutschland nicht.

Stadt Frankfurt hofft auf Ansiedlung neuer Unternehmen der Kreativwirtschaft

Die Stadträtin sieht das Zentrum als Experimentierraum und Ort des Austauschs. Schwebel spricht von einem „Inkubator für Innovation und Wachstum“ – und der Chance, neue Unternehmen der Branche anzusiedeln und bestehende Institutionen zu bündeln und zu vernetzen,

Cluk arbeite seit der Gründung im Jahr 2011 an der Idee eines Hauses für Kreativwirtschaft, sagt der Verbandsvorsitzende Wolfgang Weyand. Nun entstünden die notwendigen Strukturen für die Bespielung und den Betrieb dieses Zentrums. „Ich hoffe sehr, dass nach dem mutigen und großzügigen Bekenntnis der Stadt Frankfurt zur Kreativwirtschaft nun auch das Land Hessen seinen Beitrag leistet.“

Ulrich Caspar, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt, lobt, dass die Branche nun einen sichtbaren Ort erhielte, wo sie innovativ und kreativ sein und interdisziplinär arbeiten darf.

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