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Besuch beim Heiligen Bartholomäus

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Von: Levin Horst

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An vielen Stellen im Dom zu sehen: Bildnisse des Hl. Bartholomäus, des Namenspatrons des Gotteshauses.
An vielen Stellen im Dom zu sehen: Bildnisse des Hl. Bartholomäus, des Namenspatrons des Gotteshauses. © Christoph Boeckheler

Das Museum am Dom veranstaltet eine Sonderführung im Kaiserdom. Die Teilnehmenden begeben sich auf die Spuren des Apostels Bartholomäus.

Wer schon einmal den Frankfurter Dom von innen gesehen hat, der findet dort einige Darstellungen von christlichen Figuren. Bei genauerer Betrachtung fällt auf, dass man eine Figur besonders oft sieht: einen Mann in weißem Gewand und Vollbart. Das ist der Apostel Bartholomäus, der Namens- und Kirchenpatron des Kaiserdoms. Doch was hat es mit Bartholomäus eigentlich auf sich? Um davon zu erzählen, veranstaltet das Museum anlässlich des Bartholomäustages am 24. August an dessen Vorabend eine Sonderführung, die sich auf die Spuren des Heiligen begibt.

Der biblischen Überlieferung nach war Bartholomäus einer der zwölf Jünger von Jesus Christus. Er soll in Indien und Armenien das Christentum verkündet haben und sei durch seine Fähigkeit, Kranke und „Besessene“ heilen zu können, zu einem Heiligen geworden. Seine christlichen Predigten seien aber auch auf Ablehnung gestoßen. So habe man ihm schließlich bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen. Daher gilt Bartholomäus auch als Märtyrer.

Historische Reliquien

Im hinteren Teil der gotischen Halle des Doms befinden sich Eichenholzbänke des Hohen Chors aus dem 14. Jahrhundert. Ein Bereich, der normalerweise abgesperrt ist. Und das aus gutem Grund: „Die mittelalterliche Ausstattung ist im Hochchor nahezu vollständig“, sagt Stephan Dahmen, Kunsthistoriker aus Frankfurt. An einigen Stellen zieren bunte Wandmalereien das alte Kirchengemäuer. „Sie zeigen das Leben von Bartholomäus nach der Legende Aurea.“ Diese ist eine Sammlung von Lebensgeschichten von Heiligen und das bekannteste Volksbuch des Mittelalters. Der Dom enthält neben Malereien auch Reliquien des Patrons. Im 12. Jahrhundert sollen Gebeine von Bartholomäus bei Sizilien angespült worden sein, wovon ein Teil im Jahre 1238 nach Frankfurt gebracht worden ist. Die angebliche Hirnschale des Heiligen lässt sich bei der Sonderführung in der historischen Wahlkapelle bestaunen.

„Auf der Führung wird man viel über das Christentum und den Glauben im Mittelalter erfahren. Man lernt, wie die Kirchen früher genutzt wurden und wofür ihre Ausstattung dient“, sagt Dahmer. Die Sonderführung beginnt am Vorabend des Bartolomäustages am Dienstag, 23. August, um 17 Uhr. Sie wird von Historikerin Astrid Krüger geleitet, die intensiv zu dem Heiligen geforscht und publiziert hat. Treffpunkt ist in der Vorhalle des Doms. Die Teilnahme kostet 2 Euro inklusive Museumseintritt.

Anmelden kann man sich unter der Telefonnummer 069 / 800 871 829 0.

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