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Frankfurt: Benzinpreis schwankt stündlich

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20 Cent mehr oder weniger für den Liter Benzin. So groß sind die Unterschiede an den Tankstellen.

Die Preise rasen davon. Alle spüren es im Portemonnaie: Mieter und Hausbesitzer sind von gestiegenen Heiz- und Stromkosten betroffen. Beim Einkaufen trifft’s jeden und am schlimmsten sind die Autofahrer dran. Die ersten Tankstellen haben gestern die Marke von zwei Euro pro Liter geknackt – allerdings bei Ultimate. Die Preise steigen jedoch bei allen Sorten. Auf „Ich-tanke.de“ sind 69 Tankstellen in Frankfurt aufgelistet.

Gestern um 10.34 Uhr weist Esso in der Wiesbadener Straße Nord mit 1,949 Euro je Liter Benzin den höchsten Preis auf. Damit steht Esso am Ende der Liste, bei den Teuersten. Ganz oben, bei den Günstigsten, stehen unter anderem Jet und Roth-Energie, beide in der Borsigallee benachbart, und Mr. Wash in der Hanauer Landstraße. 1,819 kostet der Liter bei ihnen. Der Unterschied; 13 Cent je Liter E5-Kraftstoff.

Der Schüler Zoran (18) hat das schon bemerkt. Er betankt bei Roth-Energie seinen Opel Astra mit Super E5, für 1,819 Euro pro Liter. „Ganz schön teuer ist das“, knurrt er, „aber hier ist es immer noch relativ günstig.“ Nur hin und wieder nutzt er sein Auto, um zur Schule zu fahren, private Fahrten versucht er zu vermeiden.

„Ich wohne in der Innenstadt und fahre gar nicht viel“, sagt Joachim Kaufmann. 7000 Kilometer pro Jahr lege er zurück, entsprechend gering sind seine Spritkosten. „Die Pendler tun mir leid. Aber man muss wissen, dass die meisten Kosten durch den Staat entstehen: die hohen Steuern und Abgaben auf den Sprit.“ Wer Arbeitnehmer entlasten wolle, könne hier etwas tun.

Viele Autofahrer haben es gestern an den Tankstellen so gemacht wie Pascal. Er tankt seinen Audi nicht voll: 24 Euro werden angezeigt und ein paar Cent dazu für knapp 13 Liter Sprit ... „Vielleicht sinkt der Preis ja wieder. Solange tanke ich nur die Menge, die ich wirklich brauche“, sagt Pascal. Für Stefan Gleiser, Inhaber der Glaserei Schneider Gleiser in Schwalbach, ist es anders: „Ich bin beruflich auf den Firmenwagen angewiesen und ich tanke ihn voll.“ Sein Glück, es geht auf Rechnung der Firma. Sein Pech: Die Firma gehört ihm.

Für Cornelius Blanke ist die Schlacht um den letzten Cent Alltag. Er ist Sprecher des ADAC Hessen. „Schon vor zehn Jahren waren die Spritpreise mal so hoch, dass es an die Zwei-Euro-Grenze gegangen ist“, erinnert er sich.

Aktuell sieht Blanke mehrere Gründe für die hohen Preise: Die Inflation, die Ukraine-Krise, der Dollarkurs und nicht zuletzt die Regierung. Denn mit dem CO2-Aufschlag zu Jahresbeginn sind die Preise noch einmal gestiegen. „Das wird im nächsten Jahr noch teurer.“ Obwohl auch unabhängig von CO2-Aufschlag das weitaus Teuerste am Sprit die Steuer ist: Mineralölsteuer, Ökosteuer, Mehrwertsteuer von 19 Prozent auf die Mineralöl- und Ökosteuer, die der Autofahrer vorher schon bezahlt hat.

In Frankfurt gibt es ausweislich der Webseite „Ich-tanke.de“ Preisschwankungen von bis zu 20 Cent – sowohl zwischen einzelnen Tankstellen, als auch innerhalb eines Tages. Blanke kennt kein anderes Produkt, bei dem der Preis um rund fünf Prozent des Produktpreises herauf- und herabgesetzt wird. Die Tankstellen reagieren mitunter minütlich auf Preissignale der Konkurrenten. Generell, so Blanke, ist der Preis zwischen 19 und 21 Uhr am günstigsten. Er steigt dann wieder an, ist morgens um 7 Uhr auf einem Rekordhoch. Ein Auf und Ab. „Aber man kann schon einiges sparen, wenn man das berücksichtigt“, so Blanke. Ebenso wie bei der Wahl der Tankstelle. Meist seien freie Tankstellen etwas günstiger als Markentankstellen.

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