1. Startseite
  2. Frankfurt

Frankfurt: Benefizessen „Cook for Ukraine“ geglückt

Erstellt:

Von: Ramona Wessmann

Kommentare

Alles lief wie am Schnürchen, und geschmeckt hat es auch.
Alles lief wie am Schnürchen, und geschmeckt hat es auch. © Rolf Oeser

In der Bergiusschule in Frankfurt kochen und bewirten Auszubildende und Spitzenköche gemeinsam für den guten Zweck. Das Geld kommt Menschen aus der Ukraine zu Gute.

Zügig und doch geschickt arbeiten die Auszubildenden und die Spitzenköche in der Küche zusammen. Vorbereitet wird eine der Vorspeisen, Ceviche von der Jakobsmuschel. „Jeder Handgriff sitzt“, so Sabine Stubbe, die für die Öffentlichkeitsarbeit der Bergiusschule verantwortlich ist. Es ist ein reges Treiben in der Küche, denn neben der Küchenbrigade gehen auch Gäste ein und aus, um ihren Teller zu füllen. Eintrittskarten mussten schon im Voraus gekauft werden, und beinahe der ganze Erlös des Abends geht an den Hilfsfonds von UN Women Deutschland, die explizit Frauen und Kinder in der Ukraine unterstützen. Nur ein kleiner Teil, 11 Euro des 111 Euro teuren Eintrittstickets gehen an die Deckung von Kosten, wie des Lebensmitteleinkaufs. Gearbeitet wird hier ausschließlich freiwillig. Ob Angehörige der Schule, Spitzenköche oder Beteiligte des Kulturprogramms am späteren Abend. Sie alle sind hier, um ihren Beitrag zu leisten.

So viel Trubel und Bewirtung hatten sie in der Bergiusschule seit ihrem 100-jährigen Jubiläum 2008 nicht mehr. Und obwohl es keine Generalprobe in den Küchen und im Service gab, läuft alles wie am Schnürchen.

Man sieht den Gästen ihre große Begeisterung an, viele kennen sich und tauschen sich angeregt aus – die Freude ist groß, hier zu sein. „Eine tolle Idee, wirklich großartig“, so ein Gast im Vorbeilaufen zu Frank Krause, dem stellvertretenden Schulleiter. Krause betont, dass viele der Gekommenen ohnehin eine Affinität zur Gastronomie und zu Weinen haben, und das Angebot demnach sehr zu schätzen wissen.

Weiterhin wird eine gute Gelegenheit geboten, die Bergiusschule vorzustellen, denn die Stationen der 9 Gänge führen durch das ganze Schulgebäude und enden in der Aula. Dort wird zuletzt ein Kulturprogramm zum Dessert angeboten: ein Impulsvortrag zu „Wellbeing im Beruf“ von Professorin Daniela Elsner, Poetry-Slam mit Tobias Beitzel und Live-Musik am Klavier. Noch am Wochenende zuvor musste der ursprüngliche Pianist André Wahl Corona-bedingt absagen, deswegen wurde eine musikalische Auszubildende rekrutiert. Kim Lea My Huong Harich macht zurzeit eigentlich eine Ausbildung zur Hotelfachfrau mit der Zusatzqualifikation Hotelmanagement – doch nun wurde auch ihr Talent am Klavier zum Vorschein gebracht. Der krönende Abschluss des Abends ist eine Tombola – dafür sind bereits eine Stunde nach Beginn alle Lose verkauft.

Doch auch in anderen Aspekten wurden die Auszubildenden in den Planungsprozess integriert. Eines der angebotenen Desserts, die ukrainischen Teigtaschen namens Wareniki, entstammen einem Familienrezept der ukrainisch-stämmigen Auszubildenden Linda. An diesem Abend werden die Wareniki mit Zwetschgen, Joghurt und Pistazien serviert. Somit konnte auch ein ukrainisches Nationalgericht in das Menü aufgenommen werden, und das sogar mit einer sehr persönlichen Note.

Die Stimmung des Abends lässt sich als bezaubernd beschreiben – alle sind sichtbar glücklich, dass alles reibungslos funktioniert und die Nachfrage so groß war. Mit mehr als 12 000 Euro an Spenden ist der Abend auch ein großer Erfolg. (RAMONA WESSMANN)

Auch interessant

Kommentare