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Sie brachte den Fall ins Rollen: Belastungszeugin gegen korrupten Oberstaatsanwalt gestorben

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Von: Oliver Teutsch

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Eine wichtige Zeugin im Fall des unter Korruptionsverdacht stehenden Oberstaatsanwalt aus Frankfurt ist gestorben. (Symbolfoto)
Eine wichtige Zeugin im Fall des unter Korruptionsverdacht stehenden Oberstaatsanwalt aus Frankfurt ist gestorben. (Symbolfoto) © Boris Roessler/dpa

Das Warten auf den Prozess gegen den Oberstaatsanwalt vor dem Landgericht Frankfurt geht weiter. Das Gericht hat noch immer nicht über Zulassung der Anklage entschieden.

Frankfurt – Die Frau, die den Skandal um den korrupten Oberstaatsanwalt Alexander B. ins Rollen gebracht hat, wird den Prozess gegen ihren ehemaligen Lebensgefährten nicht mehr erleben. Die 55-Jährige sei bereits im März verstorben, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Mittwoch (17. August) und bestätigte damit einen Bericht des Hessischen Rundfunks. Die Frau hatte in der Firma gearbeitet, mit deren Hilfe B. und sein Komplize den langjährigen Betrug bei Gutachterkosten aufgezogen hatten. Als der Oberstaatsanwalt sie 2019 verließ, setzte sie die Staatsanwaltschaft über seine Machenschaften in Kenntnis und initiierte damit die Ermittlungen gegen den hochrangigen Justizbeamten.

Auf den Prozess wirke sich der Tod der Zeugin allerdings nicht aus. Aufgrund der im Laufe der Ermittlungen gewonnenen Erkenntnisse werde ihrem Ableben für das Verfahren „keine große Bedeutung mehr beigemessen“, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Korruptionsvorwürfe gegen Staatsanwalt aus Frankfurt: Kammer stark beansprucht

Ungeachtet dessen ist der Zeitpunkt des Prozessbeginns weiter ungewiss. Die Staatsanwaltschaft hatte Anfang Juni nach knapp dreijährigen Ermittlungen Anklage erhoben. Allein die Anklageschrift in dem Verfahren um gewerbsmäßige Bestechlichkeit, schwere Untreue und Steuerhinterziehung ist 260 Seiten lang.

Das umfangreiche Material liegt derzeit beim Landgericht, das über eine Zulassung der Anklage entscheiden muss. Doch die zuständige große Wirtschaftsstrafkammer um den Vorsitzenden Werner Gröschel ist stark belastet und muss neben dem laufenden Cum-Ex-Prozess auch noch das Verfahren gegen Oberbürgermeister Peter Feldmann führen.

„Es gibt keine Fristen im Zwischenverfahren“, betonte eine Sprecherin des Landgerichts am Mittwoch. Wohl aber ein Beschleunigungsgebot bei Haftsachen. Immerhin sitzt B. insgesamt nun schon knapp neun Monate in Untersuchungshaft. (Oliver Teutsch)

Im Fall des unter Korruptionsverdacht stehenden Alexander B. sind zwei weitere Staatsanwälte aus Frankfurt suspendiert worden.

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