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Frankfurt: Beim Rundgang die Galerieszene kennenlernen

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Von: Florian Leclerc

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Die Skulptur von Agostino Bonalumi „Bianco e Rosa“ im Studio Jochem Hendricks.
Die Skulptur von Agostino Bonalumi „Bianco e Rosa“ im Studio Jochem Hendricks. © Michael Schick

Ein Rundgang zum Saisonstart der Galerien in Frankfurt führt durchs Bahnhofsviertel. Dabei trifft man auf aktuelle Positionen und bekannte Künstlerinnen und Künstler.

An einer mit Graffiti besprühten Mauer entlang führt der Weg in den Hinterhof der Koblenzer Straße 12. Felix Große-Lohmann steht in seiner Kunstgalerie, die früher die Schilderwerkstatt seiner Großeltern war. „Husslehof“ hat er die Galerie genannt, „weil es manchmal ein ‚hassle‘ ist, Kunst und Kultur zu organisieren“, also mit Mühe und Aufwand verbunden sein kann. Und Hof steckt noch im Namen. Im Innenhof stehen Bänke und Pflanzen. Die leeren Bierflaschen in mehreren Kästen zeugen von der Eröffnungsfeier am Abend zuvor.

Der „Husslehof“ ist eine von zahlreichen Galerien in Frankfurt, die am Wochenende zum Beginn der Saison fürs Publikum geöffnet sind. Am Freitagabend waren zahlreiche Gäste unter anderem auf der Fahrgasse, wo sich die Galerien aneinanderreihen, sie konnten mit einem Weinglas in der Hand die Papierstaffelungen mit eingerissenen Räumen von Angela Glajcar in der Galerie Maurer betrachten oder die bewusst auf William Turner verweisenden Fotografien von Hiroyuki Masuyama in der Galerie Rothamel.

Nie gezeigte Arbeiten

Im Husslehof zeigt Felix Große-Lohmann einen Katalog, in dem die Ausstellungen der vergangenen achteinhalb Jahre archiviert sind. „Ich wollte die Ausstellungen festhalten, damit sie nicht verloren gehen“, sagt er.

Die Gruppe von Menschen, die von der Städelschul-Absolventin und Kunstvermittlerin Valentina Kneževic am Samstag im Rahmen von „Frankfurt Art Experience“ durchs Bahnhofsviertel geführt wird, zieht weiter ins Studio von Jochem Hendricks im Hinterhof der Hohenstaufenstraße 8.

Auf drei Stockwerken hat Clara Maria Blasius eine Ausstellung kuratiert, die ältere Kunstwerke aus der Sammlung von Hendricks mit neuen Positionen konterkariert. „Grüße aus der Provinz“ von Rosemarie Trockel (1991), ein Glaskolben, in dem die Hinterlassenschaften einer Spinne kleben, trifft auf den abgetrennten Stahlträger „Inertia, supported“ von Arhun Aksakal (2022),

Die serielle „Arbeit Nr. 37-6-66“ von Peter Roehr (1966) steht in Kontrast zu zwei Netzsteckern und Kabeln, „Casually impacting one another“, von Živa Drvaric (2021).

Bemerkenswert auch das Klinkergebäude, in dem das Studio ist. „Man muss eigentlich sagen, das frühere Studio, denn das Gebäude wird demnächst abgerissen“, sagt Clara Maria Blasius.

Valentina Kneževic schaut auf die Zeit, denn im Bahnhofsviertel gibt es noch weitere Galerien zu sehen. Bei Bernhard Knaus Fine Art an der Niddastraße 84 stellt Bernhard Prinz unter anderem einzelne Porträtaufnahmen und Fotografien von Architektur aus. Kai Middendorff stellt in seiner Galerie, Niddastraße 84, Halle 30 noch nie gezeigte Papierarbeiten von Bruno Gironcoli aus, der vor allem für seine raumfüllenden Skulpturen bekannt wurde. Die Schirn-Kunsthalle hatte ihm 2019 eine Einzelausstellung gewidmet.

Bald zieht die Gruppe weiter. Es gibt noch viel zu entdecken.

Infos: Ein Überblick über die Galerien in Frankfurt gibt es auf www.frankfurtexperience.art

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