Nahverkehr

Frankfurt: Behinderte mit Elektroscootern dürfen nicht überall mitfahren

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Gehbehinderte mit elektrischen Rollstühlen haben es schwer im hiesigen Nahverkehr. Oft sind Busse und Bahnen nicht für ihre Elektroscooter ausgelegt.

Gehbehinderte, die sich einen Elektroscooter angeschafft haben, dürfen damit in zahlreichen Verkehrsmitteln im öffentlichen Nahverkehr nicht mitfahren. Wie Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) in einem aktuellen Magistratsbericht mitteilte, gibt es zahlreiche Ausnahmen bei der Beförderung der Elektroscooter im ÖNPN.

Elektroscooter sind breite und schwere elektrische Rollstühle mit bis zu vier Rädern. Sie sind zu unterscheiden von den elektrischen Tretrollern, die auch E-Scooter genannt werden.

In den Bussen im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) dürfen Gehbehinderte mit Elektroscootern nicht mitfahren.

Bei den S-Bahnen und Regionalzügen sei eine Beförderung möglich, falls die Fahrzeuge inklusive Fahrer nicht schwerer als 300 bis 350 Kilogramm seien. 300 bis 350 Kilogramm sei die maximale Tragfähigkeit der Einstiegshilfe. In Zügen der Vias würden aus diesem Grund keine Elektro-scooter, die schwerer als 250 Kilogramm seien, mitgenommen. Die Mitnahme werde auch verweigert, wenn die Fahrzeuge größer als 120 mal 70 Zentimeter seien.

Zu wenig Platz

In den Frankfurter U-Bahnen sei die Mitnahme beim älteren U-Bahn-Typ „U4“ nicht möglich. Grund seien die Platzverhältnisse. Bahnen vom Typ „U4“ fahren auf der A-Strecke zwischen Südbahnhof und Frankfurter Norden. Sie machten zehn Prozent der Fahrzeugflotte aus, teilte der Stadtrat mit. Bei den neueren U-Bahnen des Typs „U5“ sei die Mitnahme aufgrund des Platzes nur im Mittelteil des Zuges möglich. Die entsprechenden Türen würden im Laufe des Jahres mit Piktogrammen gekennzeichnet.

In den Frankfurter Straßenbahnen würden Elektroscooter ebenfalls nicht mitgenommen. Bei den älteren „R“-Wagen reiche der Platz im Innenraum nicht aus, geht aus dem Bericht hervor. Bei den „S“-Wagen sowie den Wagen vom Typ „T“, von denen die ersten bis Jahresende geliefert werden sollen, gebe es zwar entsprechend große Mehrzweckräume im Wagen.

Da aber erst die Hälfte der Straßenbahnhaltestellen barrierefrei sei, werde von einer Kennzeichnung der neueren Straßenbahnen zur Mitnahme der Elektroscooter abgesehen, heißt es in dem Bericht weiter.

Bei den Frankfurter Bussen sind demnach rund 140 von 360 Bussen für die Mitnahme geeignet. Diese Busse seien schon mit Piktogrammen gekennzeichnet. Ein Umbau der nicht geeigneten Busse sei nicht vorgesehen. Bei der Neuvergabe von Busbündeln werde auf die E-Scooter-Tauglichkeit geachtet.

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