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Frankfurt: Behelfsbrücke für Camberger Brücke gefordert

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Von: Florian Leclerc

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Die Camberger Brücke wird voraussichtlich bis Ende 2024 saniert. Foto: Monika Müller
Die Camberger Brücke wird voraussichtlich bis Ende 2024 saniert. Foto: Monika Müller © Monika Müller

Der Verein Fuss und der ADFC in Frankfurt kritisieren, dass Menschen auf dem Rad oder zu Fuß zwei Jahre lang Umwege fahren sollen.

Während der zweijährigen Sperrung der Camberger Brücke für den Auto-, Fuß- und Radverkehr soll die Stadt eine Behelfsbrücke für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen zur Verfügung stellen. Das fordern der Verein „Fuss“ und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Frankfurt.

„Die Sperrung der Camberger Brücke für zwei Jahre ist ein Musterbeispiel, wie der Fußverkehr benachteiligt wird“, kritisiert Markus Schmidt, Sprecher der AG Fußverkehr Rhein-Main vom Verein „Fuss“. Die Camberger Brücke sei für die Anwohner:innen der Gutleutstraße der direkteste Weg zur Galluswarte. Dort gebe es, anders als an der Gutleutstraße, einen Anschluss an die Straßenbahn und die S-Bahn.

„Sollte die Camberger Brücke wegfallen, so läge die Galluswarte volle drei Kilometer weit entfernt“, hält er fest. Auch für Menschen zu Fuß und auf dem Rad, die zur Uniklinik und nach Niederrad wollten, sei die Camberger Brücke eine wichtige Verbindung.

Schwedlerbrücke seit Jahren gesperrt

Bertram Giebeler, der verkehrspolitische Sprecher des ADFC in Frankfurt, verweist auf die Sperrung der Schwedlerbrücke. Die ist seit 2011 nicht mehr passierbar. „Viele wissen gar nicht mehr, dass man einst über die Schwedlerbrücke gehen konnte.“ Sperrungen könnten sich in die Länge ziehen.

Die Camberger Brücke heißt amtlich „Bauwerk 22“, das die Camberger Straße über sieben Gleise der Bahn im Vorfeld des Hauptbahnhofs überführt. Das Bauwerk aus dem Jahr 1969 ist seit Oktober für den Autoverkehr gesperrt. Autos fahren nun durch den Hafentunnel oder nutzen andere Wege. Von Januar 2023 bis Dezember 2024 soll die Camberger Brücke darüber hinaus für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen gesperrt werden.

Behelfsbrücke wie in Bad Vilbel Süd

Die Sperrung ist nötig, weil zwei der fünf Brückenteile Rost und Risse aufweisen. Die übrigen drei Brückenteile wurden 2018 und 2019 saniert. Der Magistrat beziffert die voraussichtlichen Kosten auf knapp 3,9 Millionen Euro. Die Buslinie 87 wurde eingestellt.

„Eine Behelfsbrücke muss her“, fordert Markus Schmidt von „Fuss“. Er verwies auf den Arnulfsteg in München, der das dortige Vorfeld des Kopfbahnhofes überquert. „Aus unserer Sicht würde eine Gerüstkonstruktion genügen“, sagte Betrram Giebeler. Beispiele kennt er aus Leipzig, Luxemburg oder Bad Vilbel Süd. Der zuständige Ortsbeirat 1 forderte zuletzt, die Buslinie 87 solle während der Sperrung weiter fahren. Die Linke im Ortsbeirat regte eine Behelfsbrücke an.

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