Wo heute Raab Karcher arbeitet, könnten laut CDU in Zukunft die städtischen Bühnen sein.
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Wo heute Raab Karcher arbeitet, könnten laut CDU in Zukunft die städtischen Bühnen sein.

Städtischen Bühnen

Frankfurt: CDU beharrt auf Städtischen Bühnen am Osthafen

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Die CDU Frankfurt wirbt beim Rundgang für den Osthafen als neuen Standort für Theater und Oper. Grüne und SPD sind anderer Meinung.

Die CDU kämpft für ihr Konzept, die Städtischen Bühnen im Frankfurter Osthafen neu zu errichten. Bei einem Rundgang mit Journalisten warb der CDU-Fraktionsvorsitzende im Römer, Nils Kößler, am Montagnachmittag für das städtische Grundstück Mayfarthstraße 14, das direkt ans Wasser grenzt. „Diese Fläche bietet aus unserer Sicht eine Perspektive und Potenzial für die Bühnen, aus dem Ort lässt sich viel ’rausholen“, sagte der CDU-Politiker vor dem Termin im Gespräch mit der FR.

Das 25 000 Quadratmeter große Areal ist allerdings, wie die FR bereits 2019 berichtet hatte, bis zum Jahre 2028 an den Baustoffkonzern Raab Karcher verpachtet, der dort eine Niederlassung betreibt. Möglicherweise kann und will das Unternehmen diesen Vertrag bis 2033 verlängern. In den Augen von Kößler ist das aber kein Hindernis für den Neubau der Bühnen: Sobald im Römer die politische Entscheidung für die Verlagerung in den Osthafen gefallen sei, müsse die Kommune mit der Firma „in Verhandlungen eintreten“. Es sei dann Aufgabe der städtischen Wirtschaftsförderung, für Raab Karcher „einen neuen Standort zu finden“.

Der Stadt müsse bewusst sein, dass es das Grundstück „nicht umsonst“ geben werde. Bei Gesamtkosten von 900 Millionen Euro für einen Neubau der Bühnen falle die Summe, die nötig sei, um sich mit Raab Karcher zu einigen, allerdings kaum ins Gewicht.

Kultur und Gewerbe nebeneinander kein Problem

Kößler sieht auch in dem Nebeneinander von Oper und Schauspiel einerseits sowie den Gewerbebetrieben im Osthafen andererseits kein Problem. Die Rechtsgrundlage für diese Fläche sei der im Jahre 2015 aufgestellte städtische Bebauungsplan B 900, der ausdrücklich vorsehe, zwischen einer Wohnnutzung und Gewerbe „zu vermitteln“. Genau dieses „Bindeglied“ würden die Städtischen Bühnen in Zukunft darstellen, argumentierte der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Das Raab-Karcher-Areal grenze im Norden bereits an ein Wohnquartier und stoße nur in seinem nordöstlichen Zipfel an einen Gewerbebetrieb. Nach Südosten hin verfüge das Grundstück über eine lange Grenze zum Wasser hin. Dort werde man sinnvollerweise die Bühnengebäude errichten. Der Lärmschutz sei also kein Problem. Rechtlich müsse dieser Teil der Fläche dann noch in ein „Sondergebiet Kultur“ umgewidmet werden.

Kößler hob positiv die Größe des städtischen Grundstücks hervor. Auf den 25 000 Quadratmetern könne man die Werkstätten und Probebühnen von Oper und Schauspiel an einem Ort konzentrieren. Es sei nicht nötig, ein Logistikzentrum an eine andere Stelle in der Stadt auszugliedern.

Die städtische Stabsstelle zur Zukunft der Bühnen wird, wie Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) am 3. Juni im FR-Interview angekündigt hatte, auf Wunsch der CDU auch die Fläche Mayfarthstraße 14 auf ihre Eignung für die Bühnen prüfen. Hartwig lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass sie Oper und Schauspiel auch in Zukunft am Willy-Brandt-Platz oder in dessen nächster Umgebung sieht. Genauso denken auch die Grünen.

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