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Frankfurt: Begegnungen schaffen

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Von: Timur Tinç

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Die Tanzgruppe Pachamama Bolivia führt den Tinku auf.
Die Tanzgruppe Pachamama Bolivia führt den Tinku auf. © Rolf Oeser

Die Interkulturelle Woche startet am Samstag und läuft bis zum 7. Oktober. 47 Veranstaltungen von 36 Vereinen finden an verschiedenen Orten in Frankfurt statt.

Zwei bunt gekleidete Frauen der Tanzgruppe Pachamama Bolivia tragen ein Tablett mit mehreren Spiegeln. Sie symbolisieren die Schönheit. Die Männer präsentieren ihre Helme aus Hartleder, ehe sie sich die Helme aufsetzen, und beginnen den Tinku zu tanzen. „Tinku bedeutet Begegnung“, erklärt Rodolfo Riva dem Publikum im Zentrum Stadtraum im Frankfurter Gallusviertel bei der Eröffnungsfeier der Interkulturellen Woche am Donnerstagabend. Er ist Gründer von Pachamama, was so viel wie Mutter Erde heißt. Während es einst darum ging, der Mutter Erde mit dem Tanz so viel Blut wie möglich bei Kämpfen zu opfern, wird der Tinku heute in den Dörfern Boliviens dazu genutzt, um sich mit den Nachbardörfern zu treffen und ihn zu zelebrieren.

Sich zu treffen ist auch das Ziel der Interkulturellen Woche (IKW), die am heutigen Samstag unter dem Motto „Mensch Demokrat“ startet. Organisiert wird die diesjährige Veranstaltungsreihe mit 47 Veranstaltungen von 36 Vereinen vom Kunstverein Farben International. „Die IKW organisieren wir, um hier unterschiedlichste Menschen zusammenzubringen. Sie sollen in Kontakt kommen – und dafür bieten sich die verschiedenen Formate an: vom Kochkurs bis zur Lesung oder politischen Diskussion“, sagt Alexandra Botic Geschäftsführerin des Vereins.

Karl-Heinz Platz vom Kunstverein findet, dass es die kleinen Initiativen und Vereine sind, die Kunst und Kultur in Frankfurt lebendig und vielfältig machen. „Aus Diversität entspringt Kraft und Kreativität“, sagt Platz. Bei der „Mammutaufgabe“, die IKW zu organisieren, wurde der Verein vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten (Amka) unterstützt. 10 000 Euro gab es dafür. Für das kommende Jahr können sich Vereine bis zum 31. Dezember bewerben.

Die Interkulturelle Woche

Die Interkulturelle Woche findet vom 1. bis zum 7. Oktober an verschiedenen Orten in der Stadt statt. Eine Übersicht der Veranstaltungen gibt es unter: www.amka.de/ikw

Seit 2021 wird die IKW von jährlich wechselnden Organisationen aus der Mitte der Zivilgesellschaft heraus organisiert. „Denn wer ist näher an den Menschen, die aktiv sind, dran“, sagte Veronika Katic, Abteilungsleiterin beim Amka für Integration und Interkulturelle Öffentlichkeitsarbeit. „Sie wissen auch, welche Themen sie bewegen und welche sie bewegen wollen“, erklärte sie in Richtung der anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Vereine.

Jumas Medoff hob hervor, dass es vor allem die 220 ethnischen Vereine seien, die Menschen beim Ankommen in Deutschland helfen. „Sie wissen, wo man sich hinwenden muss“, sagte der Vorsitzende der Kommunalen Ausländerinnen- und Ausländervertretung (KAV). Allerdings sei es schade, dass viele Vereine nicht so bekannt seien. Vielleicht steigert sich der Bekanntheitsgrad einiger Vereine ab dem heutigen Samstag.

Die Interkulturelle Woche findet vom 1. bis zum 7. Oktober an verschiedenen Orten in der Stadt statt. Eine Übersicht der Veranstaltungen gibt es unter: www.amka.de/ikw

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