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Frankfurt: Begegnungen für ein besseres Miteinander schaffen

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Von: Steven Micksch

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Projektleiterin Lisa Riegert (l.) bei der mobilen Begegnungswerkstatt in Bad Salzschlirf.
Projektleiterin Lisa Riegert (l.) bei der mobilen Begegnungswerkstatt in Bad Salzschlirf. © Über den Tellerrand

Ein interkulturelles Projekt vom Verein „Über den Tellerrand“ nähert sich mit neuen Formaten den Themen Integration und Migration. Das soll auch in anderen hessischen Kommunen Anwendung finden.

Bei einem Glücksspaziergang lernen sich die Workshop-Teilnehmenden besser kennen. Mit einer Reihe von Glücksfragen werden Themen angeschnitten, die weit über üblichen Smalltalk herausgehen. „Selbst zwei gute Freundinnen waren anschließend überrascht, wie viel sie noch nicht voneinander wussten“, sagt Lisa Riegert, die das Projekt „Begegnungswerkstatt Deutschland“ beim Verein „Über den Tellerrand“ in Frankfurt betreut. Der Glücksspaziergang ist nur eines von mehreren interkulturellen Begegnungsformaten, die entwickelt wurden, um die Integration und das Zusammenleben zu stärken.

Entwickelt wurden die Formate in den zurückliegenden Monaten in mehreren Begegnungslaboren. Dabei trafen sich bis zu 15 Menschen mit und ohne Fluchterfahrung und tauschten sich über Diskriminierung, Heimat, Integration, Migration oder auch interkulturelle Kommunikation aus. Bei den bis zu zwölf Treffen lernten die Teilnehmenden viel über sich, aber entwickelten auch die bereits erwähnten speziellen Begegnungsformate. Diese wurden dann in mobilen Begegnungswerkstätten in verschiedenen hessischen Landkreisen ausprobiert.

So ging es beispielsweise nach Bad Salzschlirf (Landkreis Fulda), Wiesbaden und Homberg. Auch in Marburg war ein Workshop, dort wurde ein Begegnungspicknick organisiert. Dabei trafen sich ein Teil der Teilnehmenden der Labore mit Menschen aus der Region, oftmals auch Vereinen. „Vor Ort konnten wir dann erleben, ob die Formate zum Thema funktionieren“, sagt Husam Haj Qasem, der ebenfalls am Projekt mitarbeitet.

Teilnahme

Vereine oder Kommunen , die Teil einer Werkstatt zum Thema Integration sein möchten, können sich per E-Mail anmelden bei bwd-frankfurt@ueberdentellerrand.org.

Das Projekt endet im Juni. Dann soll es einen Methodenkoffer geben, der alle Konzepte erklärt und anderen eine Einstiegsmöglichkeit bietet.

Es ging aber auch darum, den Menschen am Ort die Konzepte näher zu bringen, so dass diese sie selbst mit anderen anwenden können. Die verschiedenen Ideen könnten dabei sogar losgelöst von Integration und Migration genutzt werden und für andere Themen genau so gut funktionieren. „Wir wollen später die Methoden gebündelt zusammenstellen und für alle verfügbar machen“, sagt Riegert. Sie wären dann für alle interessant, die mit Gruppen arbeiten und nach neuen Formaten in der Gruppenarbeit suchen. Man hoffe aber, dass „damit die eigenständige Weiterführung der interkulturellen Arbeit ermöglicht wird“, so Haj Qasem.

Im Laufe der Treffen entstand auch ein Theaterstück zu Diskriminierung bei der Wohnungssuche oder es wurden World Cafés organisiert. Dabei werden Fragen des gesellschaftlichen Zusammenlebens diskutiert. Jeder Tisch beschäftigt sich mit einer Frage und schreibt seine Gedanken dazu auf die Tischdecke. Anschließend wechselt man den Tisch und ergänzt die Einfälle dort. Kombiniert mit Kaffee, Tee und Keksen ergebe sich ein richtiges Café-Ambiente.

Die Projektleitung war dabei stets im Kontakt mit der Berliner Vereinsgruppe von „Über den Tellerrand“. Auch dort wurde das Projekt durchgeführt. „Wir haben uns dann über die verschiedenen Methoden ausgetauscht und Ideen besprochen, die man noch nutzen könnte“, sagt Riegert.

Die Corona-Pandemie habe das Projekt nicht ausgebremst. Das erste Treffen eines Begegnungslabors im April des vergangenen Jahres fand nur digital statt. Später konnte man sich auch in Präsenz treffen und bot hybride Lösungen an. Dadurch konnten auch Menschen weit außerhalb Frankfurts teilnehmen. Die mobilen Begegnungswerkstätten würden digital oder in Präsenz funktionieren. Noch bis Ende Mai können sich interessierte Kommunen oder Vereine für solch einen Workshop anmelden.

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