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Frankfurt: Befristete Nutzung für besetztes Haus im Gespräch

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Von: Christoph Manus

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Eine linke Initiative hat das Haus Günderrodestraße 5, direkt an der S-Bahn-Station Galluswarte, besetzt. Die Immobilie, die abgerissen werden soll, gehört der „FAZ“.
Eine linke Initiative hat das Haus Günderrodestraße 5, direkt an der S-Bahn-Station Galluswarte, besetzt. Die Immobilie, die abgerissen werden soll, gehört der „FAZ“. © dpa

Die Hausbesetzung im Frankfurter Gallus geht weiter. Im Planungsausschuss des Stadtparlaments stößt die Aktion auf sehr unterschiedliche Reaktionen.

Für das seit Samstag besetzte Haus im Frankfurter Gallus könnte sich eine einvernehmliche Lösung abzeichnen. Wie Baudezernentin Sylvia Weber (SPD) am Dienstagabend im Planungsausschuss berichtete, hat sie am Nachmittag mit der Initiative „Freiräume statt Glaspaläste“, der „FAZ“ als Eigentümerin des Hauses und der Gesellschaft KEG als Mieterin Gespräche über eine befristete Zwischennutzung und deren Bedingungen geführt. Man habe verabredet, nächste Woche erneut zusammenzukommen, um zu sehen, wie es weitergeht.

Das Kollektiv will erreichen, dass das Haus Günderrodestraße 5 zumindest bis zum für das Frühjahr geplanten Abriss von wohnungslosen Menschen genutzt werden darf. Sie fordert, wie eine Aktivistin und ein Aktivist am Abend im Ausschuss sagten, zudem deutlich mehr sozialen Wohnungsbau im Quartier „Hellerhöfe“, das das bisherige Zeitungsviertel ersetzen soll.

Empört reagierte Albrecht Kochsiek (CDU) auf die Ausführungen. Es gehe überhaupt nicht, dass die Initiative ein Haus besetze. „Das ist gegen die Gesetze.“ Eyup Yilmaz (Linke) lobte die Aktion dagegen sogar und stellte sich weitgehend hinter die Forderungen der Gruppe.

Stadtverordnete der Römer-Koalition äußerten am Abend zumindest Verständnis für die Aktion und die Forderungen der Gruppe. Sie verteidigten das Neubauprojekt aber. Simon Witsch (SPD) sagte gar, dieses habe Vorbildcharakter. Dort entständen etwa 180 geförderte Wohnungen. An Stelle des besetzten Hauses werde eine vierzügige Grundschule gebaut. Schon deshalb machte Johannes Lauterwald (Grüne) klar, dass eine mögliche Zwischennutzung nicht zu einer Verzögerung des Projekts führen dürfe.

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