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Frankfurt: Bedrohung durch Hacker wächst

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Von: Christoph Manus

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Unternehmen erhalten häufig keinen Versicherungsschutz mehr vor Angriffen aus dem Internet.
Kriminelle wollen bei Cyberangriffen unter anderem Kundendaten erbeuten. © Oliver Berg/dpa

Jedes dritte Unternehmen in Frankfurt und der Region war schon Opfer von Cyberangriffen. Das geht aus einer Umfrage der Commerzbank hervor. Sie wirbt für mehr Schulungen.

Die Homepage der Frankfurter Industrie- und Handelskammer war im Spätsommer in Folge eines Cyberangriffs wochenlang nicht zu erreichen, die Beschäftigten konnten weder E-Mails empfangen noch senden. In Darmstadt kam es im Juni zu Ausfällen, nachdem Hacker:innen eine Tochter des Energieversorgers Entega mit einer Erpressungssoftware lahmlegten. Kundendaten landeten im Darknet.

Erfahrungen mit solchen Cyberangriffen hat inzwischen jedes dritte Unternehmen in Frankfurt und Region. Das legt eine Befragung im Auftrag der Commerzbank nahe, an der bundesweit 2500 Betriebe teilnahmen, davon 100 im Rhein-Main-Gebiet. Bei mehr als der Hälfte dieser Angriffe war es dabei das Ziel, Daten durch sogenannte „Phishing-Mails“ zu stehlen. Und fast jedem vierten Unternehmen in der Region ist durch solche Attacken bereits ein Schaden entstanden – sei es ein finanzieller Verlust, ein Verlust von Kund:innen oder von Daten der Kundschaft oder auch ein Imageschaden.

Kein Wunder, dass 87 Prozent der befragten Unternehmen das Thema Cybersicherheit inzwischen als wichtig bewerten. Mehr als zwei Drittel der Betriebe sieht keine Notwendigkeit, derzeit über die bisherigen Sicherheitslösungen hinausgehende Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Immerhin ein Sechstel gibt allerdings an, in einen besseren Schutz vor Cyberangriffen investieren zu wollen – durch neue bessere Programme, die Schulung und Weiterbildung der Geschäftsführung und eine Sensibilisierung der Beschäftigten.

Die Commerzbank hält diese für extrem wichtig. „Häufig ist der Faktor Mensch ausschlaggebend für den Erfolg oder Misserfolg eines solchen Angriffs“, sagte Dominik Prinz, Bereichsleiter Unternehmenskunden, am Montag bei der Vorstellung des Umfrageergebnisses. Und verwies darauf, dass 86 Prozent aussagten, nach einem Cyberangriff hätten die Aufmerksamkeit der Geschäftsführung oder von Beschäftigten Schlimmeres verhindert.

Die Commerzbank wirbt denn auch für Schulungen zum Thema Cyberschutz, die sie selbst ihren Kunden anbietet. Die Absolvent:innen erhielten dabei ein Zertifikat, das unter anderem eine Voraussetzung für den Abschluss einer Cyberschutzversicherung sei. Diese tragen nicht nur im Schadensfall die entstehenden Kosten, sondern biete auch etwa Präventionsberatung an,

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