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Frankfurt: Bedenken gegen Umzug des Festplatzes an den Rebstock

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Von: Kathrin Rosendorff, Sebastian Theuner

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Falls die Dippemess künftig am Rebstock gefeiert wird, muss auch genug Strom da sein.
Falls die Dippemess künftig am Rebstock gefeiert wird, muss auch genug Strom da sein. © Renate Hoyer

Im Ortsbeirat regt sich Widerstand gegen die Pläne der Stadt, den Festplatz vom Ratsweg an den Rebstock zu verlegen. Denn nicht nur die Dippemess würde umziehen. Der Schaustellerverband erstellt einen Anforderungskatalog.

Thomas Feda, der Chef der Frankfurter Tourismus- und Congress GmbH (TCF), erzählt, er und sein Team hätten sich den möglichen neuen Standort für einen Festplatz auf dem Messeparkplatz am Rebstock bereits angeschaut. „Wir sind optimistisch, denn er bietet mehr Chancen“, sagt Feda der FR am Mittwoch. Dieser Standort hätte mehr Potenzial als der bisherige Festplatz am Ratsweg, der maximal 37 000 Quadratmeter an Fläche biete. „50 000 Quadratmeter muss ein Festplatz haben, um ihn gut bespielen zu können.“ Die Stadt forciert derzeit den Bau der Europäischen Schule auf dem Ratsweggelände. Angedacht ist deswegen, den bisherigen Festplatz auf den Messeparkplatz am Rebstock zu verlegen.

Feda betont, dass es dabei nicht allein um die Verlegung der Frühjahrs-und Herbst-Dippemess gehe. „Wir als TCF vermieten den Festplatz auch an Zirkusse wie beispielsweise den Great Christmas Circus, aber auch ist es ein Ort für Flohmärkte oder Shisha-Ausstellungen für Fachpublikum. Wir brauchen also eine Ersatzfläche für alle diese Veranstaltungen.“ Die Auslastung des Ratswegs sei mit Auf-und Abbau von 2015 bis 2019 im Jahr um die 270 Tage gewesen. 2022 seien sie wieder voll ausgelastet.

Aktuell werde eine Machtbarkeitsstudie erstellt. Die notwendigen Voraussetzungen, wie beispielsweise Elektronik und Stromzufuhr, müsse die Stadt mit der Messe verhandeln, betont Feda.

Thomas Roie, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Frankfurt Rhein-Main, sagt, ja, das Messegelände am Rebstock sei eine Chance, „Aber es ist gleichzeitig für uns als Schausteller auch mit ein paar Sorgen verbunden: Es gibt Voraussetzungen, damit die Fläche bespielbar ist: Bislang liegen dort noch überall Steine: Es muss kinderwagen- und rollstuhlgerechte Wege geben, aber auch genug Platz für die Wohnwagen des Personals. Zudem brauchen wir eine Logistikfläche für den Weihnachtsmarkt und das Mainfest.“ Auch die ÖPNV-Anbindungen müssten verbessert werden: „Wir Schausteller erarbeiten gerade einen Anforderungskatalog“, sagt Roie.

Belastung für Nachbarn

Im Ortsbeirat 2 (Bockenheim, Kuhwald, Westend) regt sich derweil Widerstand gegen die Pläne des Magistrats, die Dippemess und weitere Festveranstaltungen künftig am Rebstock stattfinden zu lassen. In einem gemeinsamen Antrag plädieren die Fraktionen von Grünen, SPD und Linken dafür, auf eine Verlegung des Festgeländes vom Ratsweg auf den Rebstock zu verzichten. Die Vorlage steht auf der Tagesordnung für die Sitzung des Ortsbeirats am kommenden Montag. Die Anwohnenden am Rebstock würden wegen der Messe bereits seit Jahrzehnten unter zu viel Verkehr, Lärm und Luftverschmutzung leiden, wie es in dem Antrag heißt. Zudem wird kritisiert, dass weder Bevölkerung noch Stadtverordnetenversammlung und Ortsbeirat bislang über die Pläne informiert worden seien.

Auch Aspekte des Umweltschutzes würden in den Planungen fehlen. Der Rebstock sei ein „Landschaftsschutzgebiet und Kaltluftentstehungsgebiet. Im Kontext des Klimawandels sind gerade solche Gebiete unter besonderen Schutz zu stellen, um seine Aufgaben weiter erfüllen zu können“, schreiben die Fraktionen zur Begründung.

Sie fordern aufgrund des Klimawandels eine Untersuchung, der Folgen, welche die Nutzung der Messe auf das Gebiet am Rebstock habe. Anschließend müsse der Magistrat ein Konzept erarbeiten, „um Einschränkungen für Anwohnende durch bereits stattfindende Veranstaltungen am Rebstock sowie den Messebetrieb zu verringern.“ Zusätzliche Belastungen durch Großveranstaltungen seien sowohl der Bevölkerung als auch dem Rebstockgelände nicht zumutbar.

Dass das Rebstockgelände künftig als Festplatz genutzt werden soll, war kürzlich durch eine Anfrage der CDU-Stadtverordneten Christina Loizides öffentlich geworden. In seiner Antwort teilte der Magistrat mit, dass man für die Durchführung von Volksfesten sowie von Zirkussen oder Flohmärkten auf ein Gelände angewiesen sei, das in „Größe und Ausstattung mindestens dem aktuellen Festplatz am Ratsweg entspricht“. Durch den Neubau des Familienbades Bornheim am Ratsweg würde sich die Platzfläche dort verkleinern.

Die Messe erwarte bei einer Verlagerung des Festplatzes „keine Beeinträchtigung der MesseAuf- und Abbaulogistik“, heißt es in dem Schreiben. Falls es künftig Festveranstaltungen am Rebstock gebe, sei der Messe „eine umfassende Untersuchung unter Zugrundelegung weitreichender planerischer Freiheitsgrade zugesichert“ worden. Die Messe wolle sich unter dieser Voraussetzung aktiv an der Untersuchung beteiligen, um sicherzustellen, dass ein parallel stattfindender Fest- und Messebetrieb ohne Einschränkungen auf Messeveranstaltungen möglich ist.

Der Ortsbeirat 2 tagt am kommenden Montag, 4. Juli, um 19 Uhr in der Bettinaschule, Feuerbachstraße 37-47, Der Eingang ist in der Brentanostraße 4, OG, Aula.

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