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Ausbau der A66 im Riederwald: Anwohner müssen mit zehn Jahren Baulärm rechnen

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Von: Florian Leclerc

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Beim Ausbau der A66 im Frankfurter Stadtteil Riederwald müssen die Anwohnerinnen und Anwohner knapp zehn Jahre mit Baulärm rechnen.

Frankfurt - Steffen Rütenfrans hat einen Bambusstock in der Hand und damit zeigt er auf Ausdrucke, die am roten Klinker der Pestalozzischule befestigt sind. Es sind technische Zeichnungen, mit Erklärungen versehen. Sie sollen veranschaulichen, was im Stadtteil Riederwald in den kommenden knapp zehn Jahren passiert, während die Autobahn 66 ausgebaut wird.

Die Autobahn-Gesellschaft, deren Sprecher er ist, hat zu einem Termin an der Pestalozzischule eingeladen. Allerdings nur im kleinen Kreis. Etwa zehn Menschen haben es mittags um 14 Uhr auf den Schulhof geschafft. „Ich habe vom Termin aus der Frankfurter Rundschau erfahren“, sagt eine Lehrerin. Die FR erfuhr von einer Bürgerinitiative vom Termin.

Einer der Ausdrucke zeigt einen Querschnitt, der von der Vatterstraße, wo die Pestalozzischule ist, zum Torbogen an der Schäfflestraße reicht. Die sechs Meter hohe Lärmschutzwand nahe der Grundschule, die es schon gibt, ist eingezeichnet. Auf der einen Seite der silbernen Mauer ist ein Fuß- und Radweg, der nachts beleuchtet sein wird. Auf der anderen Seite die neue Trasse für die U-Bahn. Dort, wo die U-Bahn jetzt fährt, wird der Tunnel für die Autobahn gebaut. 1,1 Kilometer lang. Insgesamt werden 2,2 Kilometer Autobahn gebaut. Kosten: voraussichtlich mehr als 600 Millionen Euro.

Frankfurt: Baustraße durch den Fechenheimer Wald

Die Bäume in der Mitte des Querschnitts sind immergrün. „Tabuzone“ steht darunter. Die Allee an der Straße am Erlenbruch taucht nicht mehr auf. Sie wird gerodet. Ein weiterer Ausdruck zeigt den Ringverkehr, der künftig durch den Riederwald führen wird, in jede Richtung als Einbahnstraße. Etwa zwei Jahre wird es noch dauern, bis die U-Bahn verlegt ist und der Verkehr anders fließt. Man sieht auch den Schulweg, der sich je nach Bauphase ändern wird.

Rütenfrans deutet auch auf die „Baudocks“. Das sind die Abschnitte, in denen der Tunnel gebaut werden kann. Das Grundwasser fließt dann vom Hang hinunter Richtung Main am jeweiligen Baudock vorbei. Gebaut wird von außen, nahe den Autobahnanschlüssen, nach innen. Ein Teil der Tunneldecke, die sogenannten Leitungsbrücken, sind schon fertig.

Steffen Rütenfrans von der Autobahngesellschaft zeigt, wo der Tunnel verlaufen wird. Renate Hoyer
Steffen Rütenfrans von der Autobahngesellschaft zeigt, wo der Tunnel verlaufen wird. Renate Hoyer © Renate Hoyer

Ausbau der A66 in Frankfurt: „Da müssen wir auch durch“

Dann zeigt Rütenfrans auf den Fechenheimer Wald. „Da müssen wir auch durch“, sagt er fast entschuldigend. Von der A66 soll eine Baustraße zur Großbaustelle führen. Die Baustraße führt durch den Wald. Teile des Waldes sollen von November an gerodet werden. Aktivistinnen und Aktivisten wollen sich widersetzen. Die andere Baustraße kommt von der A661. „Der Grund ist, dass der Baustellenverkehr nicht durch den Stadtteil fahren soll“, sagt Rütenfrans.

Rainer Frey, Sprecher der Bürgerinitiative Riederwald, fragt nach einem Baustellenmanagement mit E-Mail-Adresse und Telefonnummer für Rückfragen. Das Baustellenmanagement sagt Sandro Vicenzi, der das Projekt Riederwaldtunnel momentan leitet, zu. Auf die Frage, ob für die Außenflächen der Grundschule weitere Lärmschutzwände geplant seien, verweist er auf gute Gespräche mit der Stadt. Auch der Magistrat berichtet von „konstruktiv geführten Gesprächen“, allerdings „ohne konkretes Konzept“. Fertig sind die Lärmschutzfenster in den Klassenräumen an der Süd- und Westfassade der Schule. Dezentrale Lüftungsanlagen sollen laut Magistrat bis Ende des Jahres vorhanden sein. Bis 2031 soll die A66 ausgebaut sein. (Florian Leclerc)

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