Oft markiert die Stadt Radwege rot - wie an der Kurt-Schumacher Straße. Christoph Boeckheler
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Oft markiert die Stadt Radwege rot - wie an der Kurt-Schumacher Straße.

Verkehr

Frankfurt: 100 Baustellen sorgen für Verzögerungen

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Stadt erneuert Straßen und baut Radwege. Auf der Friedberger Landstraße fallen zwei Fahrspuren weg.

Wer auf Frankfurter Straßen unterwegs ist, muss sich in diesem Jahr auf zahlreiche Baustellen einstellen. Das Straßenbauamt erneuert rund 100 Straßen. Hinzu kämen die Baustellen der Verkehrsgesellschaft Frankfurt, der Stadtentwässerung und der Netzdienste Rhein-Main, teilten Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) und Michaela Kraft, Leiterin des Straßenbauamts, gemeinsam mit. Dafür gebe die Stadt insgesamt rund 31 Millionen Euro aus.

Ein Schwerpunkt sei der Ausbau der Radwege, sagte Oesterling. Begonnen habe die Abpollerung des Bordsteinradwegs auf der Hanauer Landstraße zwischen Osthafenplatz und Ratswegkreisel, wobei der Belag noch erneuert werden soll.

Sobald die Witterung es zulasse, ab acht Grad Celsius und Trockenheit, werde der Radweg entlang der Kurt-Schumacher-Straße und Friedberger Landstraße nach Norden, zwischen Börneplatz und Friedberger Tor, gebaut. Der Abschnitt nach Süden, vom Friedberger Tor zum Börneplatz, folge in den Osterferien. In den Sommerferien komme der Radweg vom Friedberger Tor zum Friedberger Platz, in beide Richtungen, hinzu. Dann verringere sich die Zahl der Fahrspuren für Autos auf der Friedberger Landstraße von vier auf zwei. Der Platz komme den Radfahrern zugute.

„Mit dieser Maßnahme bekennt sich die Stadt zu dem gesteigerten Bedarf für den Radverkehr“, sagte Oesterling. Er erwarte kontroverse Diskussionen, die sich über Monate ziehen könnten – wie bei der Mainkai-Sperrung. „Ich hoffe aber, dass die Fraktionen, die dem Radentscheid-Kompromiss zugestimmt haben, diesen dann verteidigen.“

Im vergangenen Jahr seien bereits 2000 zusätzliche Abstellplätze für Fahrräder errichtet worden. Dieses Ziel verfolge die Stadt auch in diesem Jahr. Mit Fördermitteln des Landes könnten weitere überdachte Fahrradabstellplätze an Haltestellen errichtet werden. Radwege würden häufig rot markiert, um die Sichtbarkeit der Radfahrer zu erhöhen. Erstmals hat das Straßenbauamt die Kosten für den Radwegeausbau eigens beziffert. So gibt die Stadt in diesem Jahr 2,5 Millionen Euro für den Unterhalt der Radwege aus, außerdem 5,5 Millionen Euro für den Neubau von Radwegen. Im Jahr 2021 stiegen die Ausgaben für neue Radwege auf 13 Millionen Euro an.

Bestehende Lücken im Radwegenetz würden geschlossen, so etwa zwischen Steinbach und Niederursel. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt an der Schönen Aussicht einen Radweg rot eingefärbt – dies war das erste Projekt aus dem Radentscheid-Kompromiss. Dieser sieht vor, bis 2023 insgesamt 45 Kilometer neue Radwege zu schaffen.

Das Frankfurter Straßennetz ist 1456 Kilometer lang. Dazu zählen 480 Brücken. Für deren Erneuerung gibt die Stadt in diesem Jahr rund zehn Millionen Euro aus.

Eine Auswahl

Bei den 100 Baustellenan Frankfurter Straßen in diesem Jahr ragen mehrere Projekte heraus. 


Die Wilhelmshöher Straßein Seckbach wird ab Herbst grundhaft erneuert. Die Arbeiten verliefen von Westen nach Osten, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Er erwarte, dass die Arbeiten sich in mehreren Abschnitten über fünf Jahre zögen. In dieser Zeit sei die Wilhelmshöher Straße, die wichtigste Hauptstraße im Stadtteil, nicht befahrbar. Für Fahrgäste richte die Nahverkehrsgesellschaft Traffiq eine Sonderbuslinie vom Budge-Heim zur U-Bahn-Station Enkheim ein. Darüber informiere Traffiq gesondert. „Aufgrund des Straßenzustandes bleibt uns keine Alternative, als die Straße zu sanieren“, sagte Oesterling.

Die Kreuzung von Dunantring, Sossenheimer Weg und Kurmainzer Straße in Sossenheim baut die Stadt zu einem Kreisel um. Das gehe auf einen lang gehegten Wunsch des Ortsbeirats zurück, sagte Michael Wejwoda vom Straßenbauamt. Gebaut werde von März 2020 bis April 2022. Die Kosten lägen bei 2,2 Millionen Euro. Vom Umbau erwarte sich die Stadt mehr Verkehrssicherheit, da Autofahrer beim Annähern an den Kreisel bremsten, sowie Barrierefreiheit. Die Mittelinsel werde begrünt. Das Projekt werde dem Ortsbeirat am 18. Februar vorgestellt.

Den Osthafenplatzim Ostend gestaltet die Stadt laut Wejwoda von April 2020 bis Dezember 2021 um. Dabei werde der vorhandene Kreisel an der Lindleystraße/Mayfarthstraße/Osthafenplatz grundhaft saniert. 13 neue Bäume kommen hinzu. Die Parkplätze bleiben in Längsrichtung erhalten. Beim Osthafenbrunnen werde zunächst die unterirdische Brunnenkammer saniert, später die Becken. Kosten: 2,8 Millionen Euro.
Der Ersatzneubauder Lahmeyerbrücke wird in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen. Der Fuß- und Radsteg an der Niederräder Brücke wird nach derzeitiger Planung in diesem Jahr saniert.

Entlang der Rosa-Luxemburg-Straßewird eine Brücke, die als Zubringer zum Nordwestzentrum dient, saniert. Das erfolgt in zwei Abschnitten, nach dem Radrennen am 1. Mai bis Dezember 2020 sowie nach dem 1. Mai 2021 bis Ende 2021. Einzelne Fahrspuren werden gesperrt, Autos werden umgeleitet. Die Kosten liegen bei 2,4 Millionen Euro.

Zwischen Niederursel und Steinbachbaut die Stadt im Herbst einen 415 Meter langen Radweg „In der Goldgrub“. Der Radweg ist drei Meter breit. Kosten: 250 000 Euro. Wegen der Kampfmittelräumung und möglichen Bodendenkmälern ist eine längere Bauzeit möglich.

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