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Musikproduzent Michael Kohlbecker in seinem Studio im Hochbunker am Marbachweg. Zumindest Zeit hat er gewonnen.
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Musikproduzent Michael Kohlbecker in seinem Studio im Hochbunker am Marbachweg. Zumindest Zeit hat er gewonnen.

Kultur in der Stadt

Frankfurt: Bands dürfen vorerst im Musikbunker bleiben

  • Thomas Stillbauer
    VonThomas Stillbauer
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Die Bundesanstalt willigt in eine Fristverlängerung am Marbachweg ein. Die Stadt will Ausweichquartiere zum Musikmachen suchen.

Die Musikerinnen und Musiker im ehemaligen Luftschutzbunker am Marbachweg können vorerst aufatmen: Die Kündigung für ihre Proberäume und Studios zum Jahresende ist aufgehoben – die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) hat angekündigt, die Mietverträge um maximal drei Jahre zu verlängern. Auch das Hauptproblem im etwas heruntergekommenen Gemäuer will die Bima selbst angehen und für die notwendige Brandschutzertüchtigung sorgen.

„Wir sind erst mal glücklich, dass es so gekommen ist“, sagt Joachim Schütz, der seit vielen Jahren mit seiner Band im Bunker probt. „Das gibt uns eine Übergangszeit, in der wir nach einem geeigneten anderen Raum Ausschau halten können.“ Mit der Suche hatten die meisten Bands, Musiklehrer:innen und Produzent:innen längst begonnen. Allein: Proberäume sind in Frankfurt genauso rar wie Wohnraum.

Apropos: „Nach Beendigung der Nutzung möchte sich die Bima auf ihre Kernaufgaben konzentrieren und dort nach Möglichkeit bezahlbaren Wohnraum schaffen“, teilt Claus Niebelschütz mit, Leiter der Hauptstelle Verkauf der Bundesanstalt. Die Bima wolle als Partnerin der Kommunen gemeinnützige und kulturelle Belange berücksichtigen.

Lob gibt es dafür von der Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD). Sie sei der Bima dankbar dafür, dass sie den Musikschaffenden entgegengekommen sei: „Dies ist keine Selbstverständlichkeit.“ Es habe die Gefahr bestanden, dass Bands und Tonstudios auf unbestimmte Zeit hätten pausieren und zudem Geld für die Zwischenlagerung der Ausrüstung ausgeben müssen. „Für die ohnehin corona-gebeutelte Frankfurter Kulturszene wäre das ein herber Schlag gewesen“, sagte Hartwig.

Sie hatte gemeinsam mit Immobiliendezernentin Sylvia Weber (SPD) an die Bima appelliert. Weber bekundete am Donnerstag, sie wolle schnell mögliche Alternativen zum Bunker am Marbachweg prüfen. Die 2016 und 2017 erworbenen Bunker seien aber nicht bereit für die sofortige Nutzung als Musikbunker. Damals hatte die Stadt die Bunker Friedberger Anlage, Eppenhainer, Petterweil-, Küfer-, Goldstein-, Lasalle- und Schäfflestraße gekauft. Das Bauwerk an der Friedberger Anlage ist Gedenkstätte, die anderen werden überwiegend als Lagerräume genutzt. Dort gebe es Sanierungsbedarf, außerdem seien baurechtliche Fragen zu klären. Auch Weber dankte der Bima für die gewonnene Zeit. „Mir ist das auch ein persönliches Anliegen“, sagte sie. Als Immobiliendezernentin sehe sie ihre Aufgabe auch darin, Räume zu schaffen für Kunst und Kultur.

Die Verträge mit den drei Hauptmietern für die etwa 50 Proberäume und Studios am Marbachweg waren im Oktober zum Jahresende gekündigt worden. Viele der Bands beklagten seither bitter die Lage, in der sich Musiker:innen befinden. Sie wehrten sich mit einer Unterschriftenliste im Bunker und wendeten sich an die Öffentlichkeit – mit Erfolg, wie sich nun zeigt, zumindest für den Übergang. „Auf Initiative der Musikerinnen und Musiker ist Bewegung in die Sache gekommen“, sagt Joachim Schütz. Seine Band hat noch kein Glück bei der Suche nach einem neuen Raum gehabt: „Es ist in Frankfurt ziemlich aussichtslos.“ So manche Gruppe, fürchtet er, wird es nicht mehr geben, wenn der Marbachbunker tatsächlich schließt.

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