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Betreiber Hüseyin Taskin in der neuen Terminus Klause. Stühle und Tische kommen raus, die Bilder vom Vorgänger bleiben.

Neuer Standort

Die Terminus Klause ist zurück - an einem neuen Standort

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Lange war es nicht sicher, ob die Terminus Klause wirklich zurückkommt. Jetzt hat sie sogar schon wieder geöffnet.

Update vom Mittwoch, 20.11.2019, 17.15 Uhr: Still und leise hat die Kultkneipe Terminus Klause im Bahnhofsviertel am Dienstag seine Wiedereröffnung gefeiert. Nachdem die „Termi“ wie viele Stammgäste sie liebevoll nennen in der Moselstraße im vergangenen Jahr schließen musste, weil der Mietvertrag nicht verlängert worden war, geht es wenige Meter weiter und zwar in der Münchener Straße 38 – täglich von 11 Uhr bis Open End.

 „Wir sind sogar doppelt so groß, denn wir sind jetzt zweistöckig“, sagte Betreiber Hüseyin Taskin. Eigentlich wollte er bereits im Sommer wiedereröffnen, aber es habe ein paar Probleme gegeben, wie dass die Lüftung zunächst nicht richtig funktionierte. Der beliebte Wirt und Koch Mario Ivanow wird ab Samstag wieder dabei sein.

Frankfurter Kultkneipe: Die Terminus Klause ist zurück

Erstmeldung vom 16. Juli 2019: Frankfurt - Manchmal gibt es auch im echten Leben ein Happy End. 14 Monate nachdem die Kultkneipe Terminus Klause in der Moselstraße schließen musste, weil der Mietvertrag nicht verlängert worden war, steht sie nun kurz vor der Wiedereröffnung. 

Wieder im Bahnhofsviertel und auch nicht mal zwei Gehminuten weit weg von der einstigen Location, sitzt Wirt und Betreiber Hüseyin Taskin sehr, sehr glücklich in der Münchener Straße 38 – zwischen Schuhmacherei Lenz und Kaiser Bags – in der neuen Terminus Klause. „Mitte bis Ende August eröffnen wir wieder. Wir sind dann sogar doppelt so groß, denn wir sind jetzt zweistöckig“, sagt Hüseyin Taskin. Auch draußen auf dem Bürgersteig wird es Sitzplätze geben.

Terminus-Klause in Frankfurt macht wieder auf

Noch aber hängt am Eingang das Schild „Funky Burger“, denn bis vor kurzem war das hier noch ein Burgerladen für Großstadt-Hipster. „Ich war sehr traurig, als ich nach 25 Jahren meine Kneipe schließen musste, vier Monate war ich erstmal in der Türkei und dann habe ich angefangen überall im Bahnhofsviertel nach einem neuen Laden zu suchen. Etwas zu finden war nicht einfach. Aber ich wollte weitermachen. In der Terminus Klause habe ich mein halbes Leben verbracht“, erzählt der 64-Jährige.

Seinen Stammgästen hat Hüseyin Taskin schon Bescheid gesagt, dass es bald wieder losgeht. „Mein Vater macht Mundpropaganda auf der Straße. Ich habe einen Instagram-Account eröffnet, damit auch alle anderen Bescheid wissen“, sagt Burcu Taskin. Seine Tochter sitzt beim Interview neben ihm. Sie arbeitet unweit entfernt und unterstützt ihn bei der Wiedereröffnung. Die 30-Jährige erzählt: „In der Woche, in der mein Vater schließen musste, ging es ihm nicht gut. Er hatte Kreislaufproblemen, Dinge, die er vorher nie hatte.“ Auch sie sei sehr traurig gewesen, schließlich habe sie schon als Kind in der Terminus Klause viel Zeit verbracht. „Es war das Wohnzimmer meines Vaters.“ Jetzt sei ihr Vater aber wieder „super fit“ sowie motiviert.

Frankfurt: Kneipe im Bahnhofsviertel

Viele Jahre war die alte Terminus Klause eine ganz gewöhnliche Kneipe im Bahnhofsviertel. Bis die Städelschüler über den Holbeinsteg liefen und sich beim Bier-Trinken in die Terminus Klause verliebten. Plötzlich war sie hip. „Alle kamen. Studenten, Leute von der Oper, Banker, Rechtsanwälte, Eintracht-Fans, Messe-Besucher und Journalisten“, erzählt Taskin. Sie mischten sich mit den Nachtschwärmern und Rentnern, die hier zweimal die Woche zum Knobeln kamen.

TV-Krimis wie „Ein Fall für Zwei“ wurden in der alten Terminus Klause gedreht, das „Rolling Stone“-Magazin widmete der Kneipe sogar einen Artikel. Jetzt folgt ein Neustart: Die Stühle und Tische des Burgerladens kommen bald raus. „Dafür kommen neue Stühle, Tische und auch Bänke aus rustikaler Eiche hier rein“, erzählt Hüseyin Taskin. Und auch wenn die Toiletten jetzt sehr neu sind und es hübsche stylische Lampen wie bunte Cartoon-Wände der Vorgänger gibt, bleibe ansonsten alles beim Alten. Sogar seine Sammlung von Geldscheinen wird Taskin wieder aufhängen.

Das Eröffnungsdatum wird demnächst auf dem Instagram-Account von Terminus Klause verkündet.

In einer Ecke, in der in den nächsten Wochen die Theke aufgebaut wird, ist schon das alte Menü-Schild aufgestellt: Spiegeleier mit Spinat und Salzkartoffeln kosten sieben Euro. „Die Preise bleiben gleich“, sagt Hüseyin Taskin. Die Portion Pommes kostet so weiterhin drei Euro. Ein 0,4 Liter Bier auch wieder drei Euro. Hüseyin Taskin verkündet dann auch, dass der beliebte Wirt und Koch der Terminus Klause, Mario Ivanow, wieder dabei sein wird. „Mario ist gerade in Bulgarien und arbeitet dort als Fahrer für Touristen. Aber er kommt zu uns zurück. Er freut sich schon sehr“, sagt Hüseyin Taskin. Und auch die Mitglieder der Satire-Partei „Die Partei“ freuen sich. „Es war und wird wieder die Stammkneipe“, schreiben sie auf ihrer Website. Unter dem Motto „DeGentrification“ gehe es nun im Bahnhofsviertel wieder in eine ordentliche Richtung: „Fast 50 Meter vom alten Standort entfernt konnte das Team der Terminus Klause eine hippe Burgerbar verdrängen.“

Bereits 2015 hatte das Aus gedroht

Bereits im Jahr 2015 hatte der Kultkneipe das Aus gedroht. Der Investor Harry Schnabel hatte mit zwei Verwandten das Haus in der Moselstraße gekauft. „Die Partei“ sprach sich damals mit dem Slogan „Je suis Terminus Klause“ für den Erhalt der Gaststätte aus. Die Sticker mit dem Slogan kleben jetzt an der neuen Eingangstür und werden in der Stadt verteilt. Der Mietvertrag wurde damals noch einmal verlängert. Doch im Mai 2019 war alles aus. Die Schnabel Management GmbH verlängerte den Vertrag nicht mehr.

Die alte Terminus Klause in der Moselstraße steht immer noch leer. Holzbretter sind vor die Fenster genagelt. Tobias Schnabel, der Sohn von Harry Schnabel, sagt über die neue Terminus Klause: „Wir freuen uns, dass wir wieder Nachbarn werden.“ Was mit den Räumen der alten Terminus Klause passiert, wisse nur sein Cousin, dieser aber reagierte bisher nicht auf die FR-Anfrage. Doch das ist für Taskin nun alles unwichtig. Er plant lieber schon mal die Eröffnungsfeier der neuen Terminus Klause. Es werde Freibier vom Fass geben. „Und ich werde zwei, drei Lämmer grillen“, verspricht Hüseyin Taskin.

Von Kathrin Rosendorff

Anwohner im Norden des Stadtteils Fechenheim in Frankfurt klagen über nächtlichen Lärm in der Kiosk-Kneipe "Birsteiner Stubb". Kioskpächter Baist findet das übertrieben. Er unternehme bereits viel gegen Ruhestörer.

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