Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Mit dem W-Lan-Zugang in U-Bahnen wird’s wohl so schnell nichts werden. Peter Jülich
+
Mit dem W-Lan-Zugang in U-Bahnen wird’s wohl so schnell nichts werden. Peter Jülich

Frankfurt

Frankfurt: U-Bahnen und Busse vorerst ohne W-Lan

Fahrgäste bleiben auf das in manchem Tunnel lückenhafte Netz der Mobilfunkbetreiber angewiesen.

Einen neuen Vorstoß, kostenloses WLAN in weiteren Bahnen und Bussen in Frankfurt einzurichten, macht die Römerfraktion „Die Fraktion“. Allein: Die Stadtverordneten kommen wohl ein gutes halbes Jahr zu spät mit ihrem Vorschlag. Denn indirekt hat das Stadtparlament erst im März dem kostenlosen WLAN eine Absage erteilt.

Wieso gibt es in der S-Bahn kostenloses WLAN, aber nicht „in den Bussen und Bahnen der VGF“? Die „Fraktion“ will die städtische Verkehrsgesellschaft Frankfurt auf Trab bringen.

Was das Trio um Fraktionschef Nico Wehnemann nervt: Während der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) die S-Bahnen sowie die neuen Fahrkartenautomaten ab 2018 mit kostenlosem WLAN ausstatten ließ, gibt es das bei der VGF nicht. „Ein WLAN-Serviceangebot macht den ÖPNV attraktiver und wäre für Bürger ein Anreiz, auf Busse und Bahnen umzusteigen“, argumentiert die „Fraktion“ in ihrem Antrag.

Nicht gelten lassen wollen die drei Stadtverordneten, dass die VGF schon 2018 darauf verwiesen habe, dass die WLAN-Technik veraltet sei und man sie deshalb nicht einführen wolle. Außerdem habe ein VGF-Sprecher seinerzeit darauf verwiesen, dass Fahrgäste schon standardmäßig Datenverbindungen per Smartphone über ihren LTE-Vertrag nutzten. Das sei aber keine Lösung. Zum einen sei der Empfang gerade in den unterirdischen Stationen „mehr als defizitär“, kritisiert die „Fraktion“. Außerdem „können wir nicht davon ausgehen, dass sich alle Menschen einen Mobilfunkzugang leisten können“.

Selbst bei einem Ja der Stadtverordneten dürfte der Antrag nur schwer direkt umsetzbar sein. Das liegt am üblichen Ausschreibungsprocedere: Üblicherweise müssen Betreiber ihre Fahrzeuge so ausstatten, wie es die öffentliche Hand bei einer Ausschreibung vorgibt.

Ja, „die Stadt kann WLAN in Verkehrsmitteln vorschreiben“, erklärt Christina Spannuth von der lokalen Nahverkehrsorganisation Traffiq. Somit können die Stadtverordneten das auch beschließen. Falls die Stadtverordneten WLAN in Bahnen und Bussen wünschten, müssten sie das in die Verträge mit den Betreibern aufnehmen lassen. Möglich sei das immer, wenn die Stadt eine neue Vergabe mache. Genau das war auch bei den S-Bahnen der Fall, ebenso bei den RMV-Automaten.

Abgesehen von höheren Kosten lässt sich das WLAN kaum von heute auf morgen umsetzen. Denn die Verträge haben üblicherweise eine Laufzeit von zehn Jahren. Als nächstes steht im Busbereich zu Mitte 2025 das Linienbündel D zur Neuausschreibung an. Dazu gehören unter anderem die Linien 30, M36 und M43.

Der Vertrag für den Betrieb von U- und Straßenbahnen läuft sogar noch bis 2031. Das haben die Stadtverordneten 2009 so beschlossen, als sie den Auftrag per Direktvergabe der VGF erteilten – ohne WLAN in den Fahrzeugen.

Die jüngste Gelegenheit, kostenloses WLAN für die Fahrgäste als künftigen Standard im Nahverkehr festzuschreiben, hatten die Stadtverordneten im März. Da beschlossen sie den neuen, fünf Jahre gültigen Nahverkehrsplan. „Bei der Fahrzeugausstattung besteht zum aktuellen Zeitpunkt kein akuter Handlungsbedarf“, heißt es darin als Vorgabe.

So bleiben die Fahrgäste auf das Datennetz der Mobilfunkanbieter angewiesen. Die VGF sieht die LTE-Netzabdeckung im Tunnel und oberirdisch als „gut bis sehr gut“ an, erklärt Sprecher Bernd Conrads. Die VGF unterstütze die Betreiber beim Ausbau der Netze, indem sie Kabeltrassen und Technikräume zur Verfügung stelle. Im Tunnel stamme die Infrastruktur von Vodafone als Betreiber.

Warum aber gibt es noch Netzlücken wie zwischen Konstablerwache und Merianplatz in der U4, wo Gespräche und Datenverbindungen vieler Fahrgäste abreißen? „Grund für etwaige Lücken können technische Umbauten der Mobilfunkbetreiber sein, die ihre Arbeiten jedoch nicht mit uns abstimmen“, sagt VGF-Sprecher Conrads. Die VGF überprüfe die Netzabdeckung auch „nicht aktiv selbst“.

Und wie sieht es mit dem neuen, noch schnelleren Mobilfunkstandard 5G aus? „Selbst werden wir nicht in 5G investieren, wir sind kein Telekommunikationsunternehmen“, betont der VGF-Sprecher. Das mache kein Verkehrsbetrieb in Deutschland. Aber: „Wenn private Betreiber 5G-Antennen ausrüsten möchten, stehen wir dem sehr offen gegenüber.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare