Verkehr

Frankfurt: Bahn legt Gleis am Hauptbahnhof

  • Florian Leclerc
    vonFlorian Leclerc
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Die Arbeiten am Homburger Damm wirken sich auf den Regionalverkehr aus.

Drei Wochen lang fahren keine Regionalbahnen zwischen Höchst und dem Frankfurter Hauptbahnhof. Fahrgäste werden davon nicht viel mitbekommen, außer, wenn sie aus dem Fenster sehen. Die Deutsche Bahn leitet die Züge über Griesheim um, die Fahrtzeit bleibt in etwa gleich. Die S-Bahnen sind nicht betroffen. Die Umleitung erfolgt von Freitag, 24. Juli, 23.10 Uhr, bis Montag, 17. August, 4 Uhr.

Die Arbeiten stehen in einem größeren Zusammenhang. Schon seit Mitte 2017 baut die Bahn ein 800 Meter langes Gleis am „Homburger Damm“. Der liegt an der Weilburger Straße, neben der Abstellanlage für die S-Bahnen. Hinzu kommt eine 60 Meter lange Brücke, auf der das Gleis verläuft.

Der Ausbau soll helfen, den Fern- und Nahverkehr im Knoten Frankfurt zu beschleunigen und zu entzerren. Bislang müssen Regionalzüge aus Limburg, Wiesbaden und Königstein warten, wenn ihnen Züge auf dem eingleisigen Abschnitt entgegenkommen. Das führt zu Verspätungen.

Diese Verspätungen übertragen sich nach Bahnangaben auf weitere Züge. Mehr als 330 Stunden kommen demnach pro Jahr rund um Frankfurt zusammen. Das neue Gleis soll helfen, diese enorme Wartezeit zu vermeiden. Wenn das neue Gleis am Homburger Damm ab Dezember 2021 liegt, können die Züge ungehindert zum Hauptbahnhof weiterfahren.

Fern- und Regionalzüge entzerren

Bislang kommen Regionalzüge auf den Gleisen 1a bis 8 an. Dabei kreuzen sie den Fernverkehr im Bahnhofsvorfeld, was wieder zu Wartezeiten und Verspätungen führt. Um Fern- und Regionalzüge zu entzerren, sollen die Fernzüge künftig auf den Gleisen 1 bis 6 des Hauptbahnhofs halten, die Regionalzüge auf den übrigen Gleisen. So kommen sie sich nicht mehr in die Quere.

Von den 800 Metern Gleis am Homburger Damm sei die Hälfte verlegt, führte Severin Disput von der Deutschen Bahn aus. Weitere 200 Meter kämen in diesem Sommer hinzu, der Rest im nächsten Jahr. Dann werde es wieder eine Sperrung geben.

Der Ausbau des Homburger Damms kostet 130 Millionen Euro, rund 115 Millionen kommen vom Bund. Der Ausbau ist Teil von Frankfurt Rhein-Main plus, einem Projektbündel, zu dem unter anderem der Ausbau der S6-Strecke vom Westbahnhof nach Bad Vilbel und die nordmainische S-Bahn von Frankfurt über Maintal nach Hanau zählen. Bis 2030 fließen zwölf Milliarden Euro in den Ausbau des hessischen Schienennetzes. 80 Prozent der Kosten übernimmt der Bund.

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